Die Welt der Informationstechnologie verändert sich rasant und unaufhörlich. Deshalb ist es auch in politisch normalen Zeiten vernünftig eine bereits „gelebte“ Cloud-Strategie mit Fokus auf einzelne Anbieter regelmäßig neu zu bewerten und anzupassen. Das gilt umso mehr nach den jüngsten Entwicklungen, vor allem in den USA.
Die aktuellen Entwicklungen in den USA zeigen eindringlich, wie wichtig es ist, Cloud-Strategien regelmäßig kritisch zu hinterfragen und neu auszurichten.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Der zunehmende Protektionismus und die Erschütterung des Glaubens an die USA unter Trump als zuverlässigen Partner werden viele Unternehmen dazu bewegen, ihre bisherigen Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern kritisch zu hinterfragen. Denn diese sind erheblich: In Europa gehen – nach unterschiedlichen Schätzungen - über 70 Prozent der Umsätze allein an Microsoft, Google und AWS. Insofern könnte die Multicloud-Strategie eine überzeugende Antwort für mehr Sicherheit sein. Doch wie gelingt es, diese Strategie optimal umzusetzen?
Die Vormachtstellung der erfolgreich und global skalierenden US-Anbieter wie Amazon (AWS), Microsoft (Azure), Google (Google Cloud) ist eindeutig, sie dominieren den Markt, aber lokale Anbieter sollte man in Betracht ziehen!
Multicloud-Strategien bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile, besonders hinsichtlich Flexibilität, Unabhängigkeit und Risikomanagement. Durch die Nutzung verschiedenen Cloud-Anbieter aus mehreren Regionen reduzieren Unternehmen das Risiko, zu stark von einem einzigen (US-)Anbieter abhängig zu sein. Gleichzeitig können geopolitische und regulatorische Herausforderungen wesentlich besser aufgefangen werden.
Darüber hinaus profitieren Unternehmen von einer optimierten Ressourcennutzung, da sie flexibel auf wechselnde Anforderungen reagieren. Bestenfalls können auch Kosten eingespart werden, was aber immer kurz-, mittel- und langfristig zu sehen ist, und zudem von den dafür nötigen Annahmen beeinflusst wird. Durch die Verwendung verteilter Infrastrukturen steigt meist auch die Resilienz des Unternehmens. Das Risiko von Ausfällen oder Datenverlusten wird deutlich reduziert, was sich unter anderem positiv auf die Informationssicherheit auswirkt.
Trotz der eindeutigen Vorteile sollten Unternehmen die Herausforderungen nicht unterschätzen, die eine Multicloud-Strategie mit sich bringen kann. Besonders relevant ist hier die steigende Komplexität in der Verwaltung mehrerer Anbieter. Das Management dieser Strukturen erfordert klare organisatorische Prozesse, zusätzliche Kompetenzen und technisches Know-how.
Darüber hinaus stellt die Integration unterschiedlicher Standards und Technologien eine zusätzliche Herausforderung dar, die sorgfältige Planung und technische Expertise erfordert. Auch das Sicherheitsmanagement über verschiedene Cloud-Plattformen hinweg kann komplex werden, da es notwendig ist, einheitliche und umfassende Sicherheitsrichtlinien zu entwickeln und durchzusetzen, soweit dies überhaupt je nach Anwender möglich ist. Der US-Anbieter Fortinet hat in seiner Studie „State of Cloud Security Report 2025“ ermittelt, dass die IT-Organisationen Bedenken haben, alle Bedrohungen auf allen Clouds handhaben zu können. Das nötige Know-how sowie die nötigen Kapazitäten, um Clouds im Griff zu haben und auf Notfälle vorbereitet zu sein, sollten in der IT-Organisation existieren.
Erfolgsfaktoren einer nachhaltigen Multicloud-Strategie
Damit eine Multicloud-Strategie erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden kann, sind einige zentrale Faktoren entscheidend:
Klare Zieldefinition: Unternehmen müssen zunächst eindeutig definieren, welche Ziele sie mit ihrer Cloud-Nutzung verfolgen wollen, etwa Risikominimierung, Kostenkontrolle oder Performance-Optimierung.
Unterstützung durch spezialisierte Berater: Eine individuelle, professionelle Beratung zur Auswahl und Gestaltung hilft dabei, typische Fehler zu vermeiden und bestehende Potenziale optimal auszuschöpfen.
Ganzheitlicher Sicherheitsansatz: Eine umfassende, anbieterunabhängige Sicherheitsstrategie in Verbindung mit gutem Risikomanagement ist entscheidend. Expertenkenntnisse in ISO27001, TISAX und NIS-2 sowie fundierten Business Continuity Management gemäß ISO 22301 oder BSI IT Grundschutz 200-4 helfen, höchste Sicherheitsstandards dauerhaft sicherzustellen.
Monitoring und Governance: Ein kontinuierliches Monitoring sowie klare Steuerungs- und Governance-Strukturen sind unverzichtbar, um flexibel auf Veränderungen der Marktsituation und der regulatorischen Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Praktische Schritte zur Überprüfung der Multicloud-Strategie
Um ihre Multicloud-Strategie zukunftssicher aufzustellen, empfehlen wir Unternehmen, folgende Maßnahmen konkret umzusetzen:
Überprüfen Sie Ihre Strategie: Evaluieren Sie regelmäßig Ihre Cloud-Strategie hinsichtlich aktueller und potenzieller zukünftiger Risiken sowie neuer technologischer Entwicklungen. Gehen Sie dabei unter anderem von einem möglichen Ausfall von US-Dienstleistern aus, denn dieser liegt außerhalb Ihrer Kontrolle!
Vertragsprüfung durchführen: Prüfen Sie bestehende Verträge mit Cloud-Anbietern, um mögliche Risiken und Abhängigkeiten frühzeitig zu identifizieren und zu adressieren. Auch Exit-Optionen sollten transparent sein.
Nutzen Sie lokale Cloud-Dienstleister: Ergänzen Sie Ihre Infrastruktur um lokale Anbieter, um geopolitische Risiken effektiver zu steuern und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sicherzustellen.
Geschwindigkeit und Effizienz gewährleisten: Stellen Sie sicher, dass Ihre Infrastruktur und technischen Lösungen stets auf dem neuesten Stand sind, um eine schnelle und effiziente Datenverarbeitung zu gewährleisten.
Sicherheit immer im Blick behalten: Unabhängig von der Anzahl und Vielfalt Ihrer Anbieter sollte Ihre Sicherheitsstrategie stets höchste Priorität haben.
Kostendiskussionen
Bei der Multicloud-Strategie sollte man auch die Kosten in neuer Relation sehen. Aus rein wirtschaftlicher Perspektive ist die Zusammenarbeit mit nur einem Anbieter vermutlich das sinnvollste, wenn alles gut geht und keine Risiken auftauchen. Aber wie kalkuliert man in diesem Fall die TCO, nimmt man einen Ausfall in Kauf? Mit einem Anbieter haben Sie die maximale Abhängigkeit. Gehen Sie daher realistischerweise von zusätzlichen Kosten aus, lokale Anbieter mit aufzunehmen und ein wirklich multiples Umfeld mit verteilten Clouds zu betreiben.
Beispiel für die Umsetzung könnte ein Mix von globalen Anbietern mit lokalen Services sein. Man arbeitet beispielsweise mit den US-Riesen, wenn die globale Verfügbarkeit von Daten eine Rolle spielt, hält sich aber immer einen lokalen Backup für die Daten und sichert eine lokale Arbeitsfähigkeit. Für die „Kronjuwelen“ nutzt man seine eigene Infrastruktur „on Premises“ (wenn es sie noch gibt) oder man greift auf große deutsche Anbieter wie die Telekom („Open Telekom Cloud“) und wichtige mittelgroße Anbieter wie „Noris Network“ zurück, die sowohl die nötigen Standards erfüllen als auch Backup-Services an verteilten Standorten bieten.
Manche Anbieter haben auch die Öffentliche Hand als Auftraggeber und die dort üblichen Verträge mit langen Laufzeiten schaffen Planungssicherheit beim Anbieter für alle anderen Kunden. Diese sind daher von der Stabilität her positiv zu bewerten. Und wenn nur zwei Partner (ein nationaler, ein internationaler) involviert sind, hält sich die Vielfalt in Grenzen, die zu managen ist.
Stand: 08.12.2025
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Fazit
Die aktuellen Entwicklungen in den USA zeigen eindringlich, wie wichtig es ist, Cloud-Strategien regelmäßig kritisch zu hinterfragen und neu auszurichten. Eine strategisch durchdachte Multicloud-Lösung mit neuer Gewichtung von lokaler Stabilität, Flexibilität, Sicherheit und Kosten bietet langfristige Sicherheit. So machen Sie ihre Multicloud-Strategie „great again“!
* Der Autor Klaus Kilvinger ist Geschäftsführer bei Opexa Advisory.