Was ist vom Hype geblieben?

Lohnt sich der Einsatz von Open Source im Unternehmensumfeld?

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Wer sind die interessantesten Anbieter?

Damit kommen wir zur Frage der interessantesten Anbieter im Open Source-Umfeld. Prinzipiell gilt, dass es im Umfeld proprietärer Software nichts gibt, zu dem es nicht auch eine Open-Source-Alternative gäbe. Fragt man den Branchen-Insider Schmitz nach den für sein Dafürhalten wichtigsten Anbietern und Trends, dann nennt dieser spontan:

  • R/3 auf Linux-Basis, was von SAP aktiv vorangetrieben wird.
  • Open-Source-ERP war im OSS-Lager lange ein Tabuthema, weil eine Firma sehr rigide für Anpassungen an die dauernden fiskalischen Änderungen sorgen muss. Das konnte bis vor kurzem nicht geleistet werden. Nun aber verfolgt man einen neuen, anderen Ansatz als die SAP: Kleine und extrem modular aufgebaute Lösungen zielen auf KMUs unterhalb des Walldorfer Radars. Anwender erhalten beispielsweise die Lohnkostenabrechnung auch ohne die Lagerverwaltung. Frühe Versuche in diese Richtung wie Compiere oder Adempiere waren an das komplexe R/3-Modell angelehnt und sind heute bedeutungslos. Aktuell sorgt beispielsweise Open Bravo für Furore, auch der Newcomer Novabit erhält viel Aufmerksamkeit.
  • OSS für Business Analytics und alles, wo massiv Daten bewegt werden. Hier wäre nicht zuletzt Talend zu nennen.
  • Beim Business Process Management kann Tarent seine Stärken ausspielen.
  • Enterprise Service Bus. Die Topfirma hier war Sopera, das inzwischen von Talend gekauft worden ist.
  • Datenbanken: MySQL und die zahllosen Derivate wie SkySQL davon erhalten umfangreich Support von spezialisierten Anbietern. Aktuell geht der Trend – Stichwort „Big Data“ – zu extrem aufnahmefähigen Datenbanktypen auch für dreidimensionalen Daten. Shootingstars der Szene, die es etablierten Größen wie Oracle alles andere als leicht machen, sind aktuell Sones und NoSQLetc.
  • Remote Desktop-Management ist gerade definitiv ein Trendthema, uib aus Mainz bietet hierfür beispielswese die Lösung OPSI an.
  • Ein überaus komplexes Thema im Gefolge von ITIL ist das IT Service Management. Anders als die großen Player BMC, IBM, HP und CA bieten OSS-Firmen vorrangig Einstiegslösungen. Zu nennen sind hier CAPE aus Chemnitz und OTRS aus Bad Homburg.

Fazit

Die Ruhe ist trügerisch: Open Source ist keineswegs eingeschlafen sondern vielmehr im Unternehmen angekommen. Durch die Empfehlung der SAP für Suse Linux als Basis für die hauseigene ERP-Software hat Linux und Co. Den Ritterschlag erhalten. CIOs auf der Suche nach Einsparungspotentialen kommen daher nicht an den Produkten der quelloffenen Fraktion vorbei. Auch und gerade wenn sie hohe Sicherheitsansprüche verfolgen.

Bevor Sie als Verantwortlicher also demnächst viel Geld für einen Lösungsansatz proprietärer Hersteller ausgeben, lohnt sich der Blick über den Tellerrand hinein ins andere Lager. Wie beschrieben: Im Umfeld proprietärer Software gibt es nichts, zu dem es nicht auch eine Open-Source-Alternative gibt. Und Support dafür steht in der Regel auch in Hülle und Fülle bereit.

Ein Testballon kann nicht schaden…

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