Die generelle Investitionsbereitschaft in IT-Lösungen und auch in SAP-Lösungen steigt weiter. Bezogen auf die SAP-ERP-Lösungen SAP Business Suite, SAP S/4HANA On-Premises und S/4HANA Cloud zeigt sich, dass S/4HANA weiterhin an Bedeutung gewinnt. Gleiches gilt für die Programme „Rise“ und „Grow with SAP“. Das ergab der diesjährige DSAG-Investitionsreport.
2025 wollen die DSAG-Mitgliederunternehmen vor allem in ihre SAP-Umgebung investieren – mehr als in die Gesamt-IT. Insgesamt steigen die IT-Budgets.
(Bild: Five Million Stocks - stock.adobe.com)
Auch in diesem Jahr hat die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) wieder nach den Investitionsplanungen der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt. Den Fragebogen, der diesmal Anfang des Jahres von der SAP verschickt wurde, beantworteten 243 DSAG-Mitglieder in der DACH-Region (Vorjahr: 228). Wie der Vorstandsvorsitzende Jens Hungerhausen erläuterte, waren unter den Befragten DSAG-Mitglieder aus der Fertigungsindustrie stärker vertreten als solche aus dem Öffentlichen Sektor.
Verglichen mit dem Investitionsreport 2024 wurden deutlich mehr größere Unternehmen befragt. Erstmals seien auch SAP-Anwenderunternehmen ins Panel eingeflossen, die keine DSAG-Mitglieder sind. „Auch hinsichtlich der Top-5-Branchen gab es Veränderungen bei den Teilnehmenden, weshalb eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit denen des Vorjahres nur eingeschränkt möglich ist. Zudem sind einige der Umfrageergebnisse in diesem Kontext zu bewerten“, erläuterte Hungershausen.
Die Investitionen, die die befragten Unternehmen in diesem Jahr tätigen wollen, steigt hinsichtlich SAP (47 %) stärker als in die Gesamt-IT (40 %). Bezogen auf die IT- und SAP-Investitionsbudgets zeigt sich bei vielen Unternehmen weiterhin eine hohe Investitionsbereitschaft. Bei 40 Prozent der befragten Unternehmen im DACH-Raum steigt das IT-Gesamtbudget, vor einem Jahr waren es noch 43 Prozent. Gleich bleibt es bei 30 Prozent (2024: 36 %) und bei 24 Prozent (2024: 18 %) sinkt es. Hinsichtlich der Investitionen in SAP ist bei 47 Prozent (2024: 46 %) ein wachsendes Budget zu verzeichnen. Bei 23 Prozent (2024: 32 %) bleibt das SAP-Budget unverändert und bei 25 Prozent (2024: 19 %) sinkt es sogar.
„Der Rückgang der Unternehmen mit gleichbleibendem SAP-Budget und der Anstieg derer mit sinkendem Budget lässt den Schluss zu, dass einige Unternehmen ihre SAP-Ausgaben überprüfen. Mögliche Gründe könnten Verzögerungen bei geplanten Migrationen, Einsparungen durch Konsolidierung von SAP-Systemen oder eine allgemeine Kostenreduktion sein“, so Hungershausen.
Verstärkter Wechsel in die SAP Cloud
Die Nutzung der SAP-ERP-Lösungen zeigt eine deutliche Verlagerung der entsprechenden Investitionen von On-Premises in die Private und Public Cloud. Dennoch halten 51 Prozent der Befragten an der hauseigenen ERP von SAP fest, obwohl hier Wartungsfristen 2027 und 2030 drohen. Gefragt nach den eingesetzten SAP-ERP-Lösungen liegt auch diesmal SAP ERP bzw. die SAP Business Suite mit 51 Prozent (2024: 68 %, in 2023: sogar 79 %) vor S/4HANA On-Premises mit 42 Prozent (2024: 44 %).
Einen signifikanten Zuwachs erfährt die Nutzung von S/4HANA Private Cloud und S/4HANA Public Cloud. So setzen 33 Prozent (2024: 11 %) auf S/4HANA Private Cloud und 13 Prozent (2024: 6 %) auf S/4HANA Public Cloud. Auch hinsichtlich der geplanten Investitionen ist S/4HANA Cloud auf dem Vormarsch. So geben 68 Prozent der Befragten an, in S/4HANA Cloud (Private und Public) investieren zu wollen. 2024 waren dies satte 50 Prozentpunkte weniger. In S/4HANA On-Premises wollen 42 Prozent (2024: 51 %) und in die Business Suite 23 Prozent (2024: 22 %) investieren.
Vielleicht stellen diese Zahlen aber eine Verzerrung der Realität dar: „Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschiebung hin zu Cloud-Lösungen“, so Hungerhausen. „Viele größere Unternehmen haben eine konzernweite Cloud-Strategie oder Vorgaben, IT-Prozesse zu modernisieren. Gleichzeitig ist hier zumeist eine größere Investitionsstärke vorhanden.“
Die On-Premises-User sollten aber das Wartungsende für ECC und Business Suite 2027 berücksichtigen, das jedoch gegen Aufpreis bis 2030, bei S/4HANA bis 2040 hinausgezögert werden kann. Mit dem Rückgang von 79 bei der Befragung 2023 auf aktuell 51 Prozent ist ein Anfang gemacht.
Hinsichtlich der S/4HANA-Cloud-Strategie ist der Anteil der Ja-Sager stark auf 38 Prozent angestiegen, der der Nein-Sager auf 26 Prozent gefallen, der Rest verhält sich neutral oder hat keine Meinung. „Während beim vergangenen Investitionsreport nur 13 Prozent der Befragten ein positives Urteil zur S/4HANA-Cloud-Strategie gefällt haben, so sind es in diesem Jahr 38 Prozent. Das SAP-Programm scheint Früchte zu tragen“, schlussfolgert Hungershausen. Der Grund: „Die Incentivierung, die Ende 2024 ausgelaufen ist, hat viele zu ‚Rise‘ (von 16 auf 48 %) und ‚Grow‘ (von 3 auf 17 %) gebracht.“
Stand: 08.12.2025
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Auch für 2025 soll es eine Fortsetzung der Incentivierung geben, eine offizielle Ankündigung wird in den kommenden Wochen erwartet. „Genaueres weiß ich nicht“, antwortet der Vorstandsvorsitzende auf Nachfrage. „Aus Sicht der DSAG muss es sich dabei dann aber um ein Dauerangebot handeln, welches für Bestandskunden auch zukünftig einen Mehrwert darstellt.“
KMU kritisieren Geschwindigkeit, die SAP vorgibt
Die Entwicklungen rund um „Rise with SAP“ und das Programm „Rise with SAP Migration and Modernization“ sind aus DSAG-Sicht eindeutige Zeichen dafür, dass die Forderung der Anwendervertretung, die On-Premises-Kunden nicht im Regen stehen zu lassen, notwendig und richtig ist. „Das Programm rechnet einerseits bereits geleistete Investitionen an. Zusätzlich stellt SAP Best-Practice-Leitfäden, Tools und Services bereit, um den Übergang in die Cloud zu erleichtern. Diese Maßnahmen unterstützen Unternehmen dabei, ihre bestehenden Investitionen zu schützen und gleichzeitig von den Vorteilen der Cloud zu profitieren“, sagt Hungershausen.
Jens Hungershausen ist DSAG-Vorstandsvorsitzender.
(Bild: DSAG)
KMUs haben das Tempo, das SAP diesbezüglich vorlegt, offenbar kritisiert. „Für KMUs ist der Druck, den SAP bei der Umsetzung seiner Cloud-Strategie ausübt, zu hoch“, berichtet Hungerhausen. SAP dürfe seine Kunden nicht zum Wohle des eigenen Aktienkurses zu schnellen Entscheidungen drängen. Stattdessen müsse SAP sicherstellen, dass Unternehmen eine realistische, wirtschaftlich tragfähige und strategisch sinnvolle Migrationsperspektive haben. „Es braucht weiterhin Wahlfreiheit, langfristige Planungssicherheit und faire Konditionen für On-Premises-Kunden.“ Außerdem sei die Umwandlung zu bzw. Anrechnung von herkömmlichen Lizenzen in bzw. auf Cloud-Lizenzen kompliziert.
Für 40 Prozent der Befragten sind Investitionen in die SAP Business Technology Platform (BTP) von mittlerer bis hoher Priorität, dann folgt bereits die Personalverwaltung SuccessFactors. Weit abgeschlagen sind SAP Signavio, Industry Cloud und Integrated Business Planning.
„Unternehmen scheinen die Vorteile der BTP zunehmend zu erkennen und nutzen zu wollen, um ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Hungerhausen. „Die Investitionsbereitschaft für Anwendungsentwicklung und Automatisierung auf der BTP spricht für den Bedarf an individuell zugeschnittenen Lösungen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen Unternehmen sich nicht allein auf Standard-SAP-Software verlassen, sondern gezielt eigene Anwendungen entwickeln.“
BTP + BDC = mehr Wachstum?
Spannend werde es aus DSAG-Sicht zu beobachten sein, wie sich die Zahlen rund um die BTP vor dem Hintergrund der neuesten Ankündigungen zur SAP Business Data Cloud (BDC) entwickeln. SAP positioniert BDC als ein Angebot zur systemübergreifenden Harmonisierung der SAP-Datenhaltung. Diese neue Lösung greift wiederum auf verschiedene Teillösungen zu, wie SAP Analytics Cloud, SAP Datasphere, SAP Business Warehouse bzw. SAP BW/4HANA in der S/4HANA Private Cloud Edition. Die in der BDC verfügbaren Daten – auch Non-SAP-Daten – wiederum sollen dann mit KI von SAP („Joule“) oder von Third-Party-Anbietern genutzt werden können.
Hungerhausen beurteilt sowohl die BTP als auch die BDC positiv, öffnen sie doch die Plattformen für die Integration von Drittlösungen mit Non-SAP-Daten. „Die wachsende Investitionsbereitschaft in BTP-Analyse- und -Integrationslösungen deutet darauf hin, dass Unternehmen bereits heute Wert auf eine nahtlose Datenverarbeitung legen. Ob und wie SAP mit BDC einen zusätzlichen Mehrwert schaffen kann, wird entscheidend sein. Gerade mit Blick auf die zunehmende Bedeutung von KI und datengetriebenen Geschäftsmodellen stellt sich die Frage, wie gut SAP die Integration von Daten aus verschiedenen Systemen – auch über die SAP-Welt hinaus – sicherstellen kann.“
SAPs KI-Strateigie – verhaltene Zustimmung bis Ablehnung
Nur 55 Prozent der Befragten sagen, dass KI für sie hohe Relevanz besitzt, alle andere verneinen dies oder erklären sich neutral und warten ab. Zudem geben 48 Prozent der Befragten an, einen sehr hohen/hohen potenzielle Nutzen in KI-Lösungen zu sehen. Die KI-Strategie von SAP bewerten dieses Jahr 29 Prozent mit sehr gut/gut, während 2024 niemand der Strategie ein sehr gut ausstellte und 10 Prozent sie als gut bewerteten. Keine Angaben machten dieses Mal 30 Prozent (2024: 47 %).
Da ist noch viel Luft nach oben, was das Interesse und die Bewertung der KI-Strategie der SAP anbelangt. 52 Prozent sind immerhin schon „zufrieden“, aber 18 Prozent lehnen sie ab. Auffallend hoch ist die Zahl der „Stimmenthaltungen“: Fast jeder dritte Befragte kann mit dem Thema nichts anfangen. Dabei hat SAP allen KI-Modellen den Charakter von „Spielzeug“ genommen und verfolgt den Ansatz, KI-Funktionen in die Geschäftsprozesse einzubetten, so wie es etwa der Mitbewerber Salesforce vormacht. „KI muss Mehrwert liefern!“, fordert Hungerhausen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass KI für Unternehmen im DACH-Raum zu einem entscheidenden Zukunftsthema wird. Dass SAPs KI-Strategie besser bewertet wird als im Vorjahr, ist ein positives Signal“, so Hungershausen. Allerdings bleibe für viele Unternehmen unklar, wie sie KI zum jetzigen Zeitpunkt gewinnbringend in ihre bestehende SAP-Landschaft integrieren könnten. Das Business AI Hub sei ein positiver Ansatz, ebenso die einsatzbereiten KI-Agenten. „Hier braucht es transparente Roadmaps wie den SAP AI Roadmap Explorer und praxisnahe Unterstützung seitens SAP. Auch als DSAG sehen wir uns hier in der Verantwortung, unsere Mitgliedsunternehmen möglichst praxisnah zu begleiten“, sagte Hungershausen.
Die kürzlich in einer Studie von Horváth Partners festgestellte Verzögerung von S/4-Projekten mochte der Vorstandsvorsitzende nicht kommentieren, doch er bestätigte einen anhaltenden Mangel an Beratern.