„Quantensprung“ für KI-gestützte Unternehmensanalysen SAP stellt Business Data Cloud vor

Von Elke Witmer-Goßner 6 min Lesedauer

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SAP führt mit der SAP Business Data Cloud eine neue Plattform ein, die Unternehmensdaten aus SAP- und Drittanbieterquellen vereint. Sie soll eine zentrale Grundlage für datengetriebene Geschäftsentscheidungen schaffen. Zur neuen Lösung gehört auch eine strategische Partnerschaft mit Databricks.

SAP will mit der Business Data Cloud und der Partnerschaft mit Databricks die nächste Generation von Geschäftsanalysen, KI und Automatisierung vorantreiben.(Bild:  ximich_natali - stock.adobe.com)
SAP will mit der Business Data Cloud und der Partnerschaft mit Databricks die nächste Generation von Geschäftsanalysen, KI und Automatisierung vorantreiben.
(Bild: ximich_natali - stock.adobe.com)

Die SAP Business Data Cloud (BDC) integriert die Databricks-Technologien für Datenverarbeitung, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI) direkt in das SAP-Ökosystem. Damit will SAP Unternehmen unterstützen, ihr Datenpotenzial effektiver zu nutzen und tiefere Einblicke für bessere Geschäftsentscheidungen zu erhalten.

SAP-CEO Christian Klein betonte die Bedeutung der Kooperation mit Databricks als Meilenstein für Unternehmensdatenmanagement und KI-gestützte Innovationen. Die Kombination aus SAPs Expertise in geschäftskritischen Anwendungen und den führenden Datenanalyse-Technologien von Databricks soll Unternehmen eine bisher unerreichte Möglichkeit bieten, ihre Daten zu analysieren und für intelligente Geschäftsprozesse zu nutzen.

Jan Gilg, President and Chief Product Officer Cloud ERP und neues Mitglied im erweiterten SAP-Vorstand, betonte, dass es sich bei der BDC nicht „nur“ um eine von vielen Produktankündigungen handele. Die Kombination aus den drei wichtigen Elementen Prozesse, Daten und KI – dazu sei nur SAP in der Lage. Gilg bewertet die BDC als „Quantensprung für die Effizienzverbesserung“ und als wichtiges Element von SAPs Strategie, Unternehmen bei effizienterem Arbeiten und weiterem Wachstum zu unterstützen. Künftig sollen alle Daten entlang der SAP-Prozesskette durch KI verfügbar sein.

Die bestehenden Unternehmenslösungen werden künftig unter dem Namen SAP Business Suite gebündelt. Die ist allerdings nicht neu, sondern existiert als Sammlung der Geschäftssoftware wie SAPs ERP, CRM oder SCM seit den frühen 2000er Jahren. Später wurde sie auf die In-Memory-Datenbank SAP HANA migriert. Mit der Einführung von SAP S/4HANA im Jahr 2015 begann SAP, die klassische Business Suite durch eine neue, vereinfachte Architektur abzulösen, die ausschließlich auf SAP HANA läuft.

Die „neue“ SAP Business Suite stehe, erklärt Gilg weiter, für SAPs Strategie, sämtliche Geschäftsanwendungen, KI-Funktionen und die Technologieplattform von SAP in einem kohärenten System zu vereinen – „ein Resultat der Investments, die wir in den letzten Jahren in der Cloud gemacht haben, um unsere unterschiedlichen Technologiestacks und Cloud Services zusammenzubringen und im Endeffekt diese End-to-End-Prozessketten komplett in der Cloud abbilden zu können“. Die neue Markenstrategie unterstreiche das Bestreben, sämtliche Geschäftsanwendungen, KI-Funktionen und die Technologieplattform von SAP in einem kohärenten System zu vereinen. Dazu gehöre, so Gilg weiter, aber auch „die zweite Zutat des Rezepts – eben Daten“.

Potenzial aus allen Daten schöpfen

Mit der Einführung der SAP Business Data Cloud will SAP einen bedeutenden Schritt in Richtung einer vollständig integrierten und KI-gesteuerten Unternehmensplattform setzen. Die neue Lösung bietet Unternehmen nicht nur eine einheitliche Datenbasis für präzisere Analysen, sondern verbessert auch die Effizienz datengetriebener Prozesse.

Die Business Data Cloud integriert SAP-Geschäftsdaten nahtlos mit semantisch angereicherten Informationen aus Unternehmensanwendungen von Drittanbietern, was eine neue Dimension der datenbasierten Entscheidungsfindung ermögliche, sagt Dr. Michael Ameling, EVP, Chief Product Officer of SAP Business Technology Platform. Schon heute gäben Unternehmen bis zu 50 Prozent ihres IT-Budgets für Daten, Analysen, Pflege der Datenquellen und für die Harmonisierung des Ganzen aus, um schließlich eine einheitliche Datenschicht aufzubauen. Die SAP BDC, veranschaulicht Ameling, übersetze die verschiedenen Sprachen (= Daten aus aus SAP-Systemen und Drittanbieteranwendungen) so, dass auch der semantische Kontext erhalten bliebe.

Highlights der Ankündigung

• SAP Business Data Cloud als zentrale Datenplattform für Unternehmen.
• Integration von Databricks für leistungsstarke Datenverarbeitung und KI.
• Echtzeit-Analysen und KI-basierte Planung mit neuen Insight Apps.
• Optimierte Nutzung von Unternehmensdaten für bessere Entscheidungen.
• Neue Joule-KI-Agenten zur Automatisierung von Workflows in Vertrieb, Kundenservice & Claims-Management.
• Unterstützung der „Data Product Economy“ durch nahtlose Verknüpfung von SAP-Daten aus verschiedenen Geschäftsbereichen.

SAP setzt auf strategische Partner – Databricks geht voran

BDC ist ein reines SaaS-Produkt, also ein komplett von SAP verwalteter Cloud-Service, und deshalb vor allem auch als Angebot für SAPs Cloud-Kunden gedacht. Es sei klar, erklärt Ameling, dass die Benefits der Datenanalyse nur in der Cloud liegen können, um strukturierte und unstrukturierte Daten aus den unterschiedlichsten Quellen in ein harmonisiertes Datenmodell zusammenführen zu können. Mit der SAP Business Data Cloud bringt SAP die Datenverarbeitungstechnologien von Databricks direkt in seine Plattform ein. Das soll Unternehmen ermöglichen, ihre Daten schneller zu analysieren, KI-Modelle effizienter zu trainieren und komplexe Geschäftsprozesse durch maschinelles Lernen zu optimieren.

Mit Bedacht hat SAP sich als ersten Technologiepartner der SAP Business Data Cloud Databricks und dessen Expertise zur Seite geholt, um Daten aus dem SAP-Kontext mit fremden Datenquellen „zu verheiraten“. Viele SAP-Kunden hätten bereits in Databricks-Lösungen investiert, erklärt Gilg, weshalb die komplementäre Datenverarbeitung gut umsetzbar sei. Das biete hohe Flexibilität bei Data Engineering und Data Science.

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Die Business Data Cloud will durch die nahtlose Integration mit SAPs KI-Technologien und der engen Zusammenarbeit mit Databricks neue Möglichkeiten der Innovationsbeschleunigung eröffnen und dabei unterstützen, dass Unternehmen datengetriebene Geschäftsmodelle realisieren können. Das kann besonders für Unternehmen mit komplexen Datenstrukturen in den Bereichen Finanzen, Supply Chain und HR von Vorteil sein.

Turbo für künstliche Intelligenz

Ein weiteres zentrales Element der neuen Datenstrategie ist die erweiterte Integration von Joule, SAPs generativem KI-Copiloten. Die Business Data Cloud soll es Joule ermöglichen, über noch größere Datenmengen hinweg KI-gestützte Entscheidungsprozesse zu orchestrieren. SAP hat zudem vier neue KI-Agenten vorgestellt, die in den Bereichen Schadensmanagement, Vertrieb und Kundenservice eingesetzt werden können. Mit der neuen Funktion Agent Builder erhalten Kunden außerdem die Möglichkeit, eigene KI-Agenten zu entwickeln und in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.

Neue KI-Agenten für automatisierte Prozesse

• Claims Management: Automatisierte Schadensbearbeitung.
• Sales: KI-gestützte Vertriebsoptimierung.
• Customer Service: Smarte Kundeninteraktionen.
• Agent Builder: Unternehmen können eigene KI-Agenten entwickeln.

Datenanalysen im Geschäftskontext

SAP treibt mit der Business Data Cloud die Idee einer „Data Product Economy“ voran. Unternehmen können strukturierte Datenprodukte nutzen, die direkt aus SAP-Anwendungen generiert werden – ohne aufwändige Datenextraktionen und damit auch kostengünstiger. SAP stellt strukturierte und verwaltete Datenprodukte bereit, die sich über sämtliche Geschäftsbereiche erstrecken. Unternehmen erhalten damit Zugriff auf vorkonfigurierte Datensätze aus Bereichen wie Finanzen, Lieferkettenmanagement oder Personalwesen, die sie direkt in ihrem Geschäftskontext nutzen können. Die Echtzeit-Einblicke, ist SAP überzeugt, führen somit zu besseren Geschäftsentscheidungen.

So kann beispielsweise ein CFO mit der SAP Business Data Cloud externe Wirtschaftsdaten wie den Verbraucherpreisindex mit internen Finanzdaten (z. B. Hauptbuchkonten, Kostenstellen, Umsatzsteuer-Typen) verknüpfen. Dadurch entsteht eine umfassende Finanzdatenanalyse mit Inflationseffekten in Echtzeit.

Das internationale Unternehmen Henkel zählt zu den ersten Anwendern der neuen Plattform. Markus Hartmann, Corporate Vice President und Leiter für Business Technology, sieht in der Business Data Cloud eine Möglichkeit, das volle Potenzial der Unternehmensdaten zu nutzen. Er ist überzeugt, dass die Kombination aus hochwertigen, semantisch angereicherten Daten und der tiefen Integration mit Databricks Henkel sicher dabei helfen werde, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen und eine nachhaltige Datenstrategie zu etablieren.

Fazit

SAP definiert Datenmanagement & KI-gestützte Geschäftsprozesse neu

Die Einführung der SAP Business Data Cloud und die Partnerschaft mit Databricks unterstreicht SAPs Vision von einer vollständig integrierten, intelligenten Unternehmensplattform.

Die wichtigsten Vorteile:
• Schnellere Datenverarbeitung & tiefere Analysen durch Databricks.
• Echtzeit-Entscheidungen durch intelligente Datenverknüpfung,
• stärkere Automatisierung mit Joule-KI-Agenten,
• effizientere Nutzung von Unternehmensdaten ohne Datenextraktion.

SAP will mit der BDC neue Maßstäbe für Unternehmen setzen, die Daten effizienter nutzen und KI-gestützte Innovationen vorantreiben wollen.

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