Ein Unternehmen wird als „intelligent“ bezeichnet, wenn es zukunftsfähige Technologien in allen Bereichen integriert. Die Nutzung von Echtzeitdaten, Erfahrungswerten und Netzwerken ermöglicht es, Prozesse effizienter zu gestalten, vorausschauend zu planen und Abhängigkeiten optimal einzusetzen.
Der Übergang zu einem intelligenten, digitalen Unternehmen ist eine grundlegende Entscheidung, die vielen Organisationen schwerfällt; Cloud-Lösungen können Starthilfe geben.
(Bild: Woraphon - stock.adobe.com)
Aktuelle Entwicklungen und Funktionen in den Bereichen IoT (Internet of Things) oder künstlicher Intelligenz erschaffen zahlreiche neue Möglichkeiten. Von der erstmaligen Kundenansprache bis zur abschließenden Datenerhebung kann die Durchlaufzeit, Genauigkeit und Planbarkeit deutlich verbessert werden. Wenngleich sie kein Allheilmittel ist, so kann es für Unternehmen erhebliche Vorteile haben, die gesamte Prozesskette in der Cloud abzubilden.
Die Märkte verändern sich immer schneller, und Disruption ist aufgrund der steigenden Zahl von Unternehmen und neuen Technologien eher die Regel als die Ausnahme. Unternehmen stehen zunehmend unter Druck, die sich ständig erhöhenden Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen. Intelligente Unternehmen, mittlerweile oftmals auch „Intelligent Enterprises“ genannt, können mit ihren technologischen Werkzeugen flexibler auf Marktveränderungen, gesetzliche Anpassungen oder neue Kundenanforderungen reagieren.
Der Übergang zu einem intelligenten, digitalen Unternehmen ist eine grundlegende Entscheidung, die vielen Organisationen schwerfällt. Daher empfehlen wir oft Cloud-Lösungen für unsere Kunden, da diese schnell verfügbar sind, nahe am Standard arbeiten und eine Provider- und Hosting-Auswahl überflüssig machen. Echtzeitdaten in der Cloud ermöglichen es Unternehmen, ein völlig neues Arbeits- und Geschäftserlebnis zu bieten, angefangen beim ersten Kundenkontakt und der Angebotserstellung bis hin zur Planung der Produktion, dem Einkauf der Rohstoffe, der Produktion selbst und der anschließenden Datenanalyse.
Automatisierung passiert nicht über Nacht
Es gibt keine vordefinierte Methode dafür, ein Unternehmen intelligent zu machen, da viele Faktoren den Stand der Digitalisierung beeinflussen. Wenn jedoch die Ausgangslage und Ziele festgelegt sind, können cloud-basierte Technologien wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz, IoT oder Robotics Process Automation den Weg in die richtige Richtung weisen.
Solche Technologien können jedoch nicht einfach über Nacht eingeführt werden, da die Infrastruktur für eine umfassende Automatisierung erst aufgebaut werden muss und viele verschiedene Abteilungen, Teams und Sichtweisen betroffen sind. Mitarbeiter müssen auf die Veränderungen vorbereitet werden, wo sich umfassende Schulungen empfehlen. Daher kommt kein Unternehmen, das seine Rentabilität und Resilienz durch selbstlernende Prozesse in der Cloud verbessern möchte, um einen grundlegenden Unternehmenswandel herum. Dies kann bedeuten, dass neue Fähigkeiten und Kompetenzen benötigt werden, um die Technologie auch effektiv nutzen zu können. Oftmals unterstützen dabei externe Digitalisierungsexperten den Prozess, die durch ihre gesammelte Erfahrung den Ablauf beschleunigen können.
Wo die Cloud wirklich Sinn macht
Generell können cloud-basierte Prozesse in jeder Branche und jedem Unternehmen implementiert werden. Neben dem produzierenden Gewerbe arbeiten speziell auch Dienstleistungsunternehmen oder der Handel sehr erfolgreich damit. Viele unserer Kunden haben ihre Prozesse bereits digitalisiert und durch die Verwendung von Echtzeitdaten integrativ verbunden, also intelligent gemacht. Dies reicht von der Angebotslegung für Endkunden, dem Einkauf von Waren und Materialien bis hin zur Produktion in der Manufacturing Cloud und der Datenanalyse in der SAC (SAP Analytics Cloud).
Positive Folgen dessen sind gesteigerte Kundenzufriedenheit und das verbesserte Einkaufserlebnis. Wenn man zum Einkauf in ein Kundenportal geht, dort bereits das eigene Profil hinterlegt ist und damit alle vergangenen Transaktionen mit dem Lieferanten zur Verfügung stehen, wird das Einkaufserlebnis einfach besser. Aus Unternehmersicht hat SAP CX (Customer Experience) den Vorteil, dass der Kunde alles selbst abwickeln und das Unternehmen den gesamten Verkaufsprozess von der „Opportunity“ bis hin zur Beauftragung integriert handhaben kann.
Bei der anschließenden Einbindung in die Manufacturing Cloud erfolgt die Übergabe des Kundenbedarfs an die Produktionsplanung. Bedarf es dabei beispielsweise externer Rohstoffe oder Komponenten, werden diese in diesem Schritt beschafft, bevor mit der Produktion gestartet wird. Mit SAP Ariba im Einkauf kommt ein weiteres Cloud-Produkt zum Einsatz. Anschließend können alle Prozesse in der SAP Analytics Cloud kontrolliert und bewertet werden.
Stand: 08.12.2025
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Nicht aller Probleme Lösung
Trotz der vielen Vorteile ist die Cloud nicht die Lösung für alles. Der Übergang in die Cloud setzt eine sorgfältige Planung und Umsetzung voraus, um sicherzustellen, dass die Lösungen den Geschäftsanforderungen entsprechen, die Geschäftsprozesse reibungslos funktionieren und die Enduser die Änderungen und die Nutzung beherrschen. Darüber hinaus spielen Kosten und Sicherheit eine große Rolle.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist nahtlose Integration mit anderen Cloud-Anwendungen. Selbst wenn der ERP (Enterprise-Resource-Planning) Core in der Cloud implementiert wird, können die Schnittstellen zu anderen Cloud-Produkten nicht vernachlässigt werden. Wenn man jedoch bestimmte Standards und historisch bedingte sowie individuell entwickelte Prozesse entwirren und vereinfachen möchte, zwingt einen der Schritt in die Cloud quasi dazu. Gleichzeitig ist man so immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit.
Lange Zeit konnten Unternehmen Upgrades und Updates vermeiden und sie selbstständig planen, was oft zu ihrem Nachteil war. Mit der Cloud kann man nicht nur immer auf dem neuesten Stand der Entwicklungen und Funktionen bleiben, sondern auch mit der Konkurrenz mithalten. Zudem bietet sie Unternehmen die Möglichkeit, ihre Infrastruktur flexibel zu skalieren und Ressourcen je nach Bedarf bereitzustellen. So können auch Innovationen schneller umgesetzt werden.
* Über die Autorin Die 1982 geborene Österreicherin Maria Truong studierte Betriebswirtschaft und Informationsmanagement an der FH Salzburg und startete ihre SAP-Karriere als Inhouse-Logistik Beraterin in Salzburg. Nach 11 Jahren in internationalen Projekten in den SAP-Bereichen Logistik und Datenmanagement übernahm sie 2018 die Standortleitung der CNT Management Consulting in Mainz.