Experten von Dell Boomi geben Prognosen für 2020 ab

Hybride IT-Umgebungen und Datenmanagement sind die Trend-Themen

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die digitale Transformation sollte wohlüberlegt angegangen werden.
Die digitale Transformation sollte wohlüberlegt angegangen werden. (Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay)

Ed Macosky, SVP Product & Solutions, und Steve Wood, Chief Product Officer, beide bei Dell Boomi, geben einen Ausblick, welche Trends 2020 den IT-Markt bewegen werden.

Laut Ed Macosky, SVP Product & Solutions, Boomi sollten Unternehmen im kommenden Jahr vernünftiger agieren und nicht auf die neuesten Tech-Trends setzen, ohne vorher den Return on Investment (ROI) zu analysieren. In den letzten Jahren hätten sich Unternehmen gegenseitig überboten, bei den neuesten Technologietrends aufzuspringen und bei ihren überstürzten Modernisierungsversuchen auf ROI-Bewertungen verzichtet. 1,3 Billionen US-Dollar gaben Unternehmen im vergangenen Jahr für die digitale Transformation aus. Schätzungsweise wurden 70 Prozent dieser Investments jedoch verschwendet.

Ed Macosky, SVP Product & Solutions, Dell Boomi.
Ed Macosky, SVP Product & Solutions, Dell Boomi. (Bild: Dell Boomi)

Jede Anwendung und jeden Datensatz in die Cloud zu migrieren oder Serverless Computing auf sämtliche Workloads anzuwenden, sei also nicht immer der sinnvollste Schritt! Macosky ist überzeugt, dass die Unternehmen von ihrer übereifrigen Herangehensweise gelernt haben und ihre Erfahrungen im Jahr 2020 entsprechend umsetzen.

Hybride IT-Umgebungen kommen zurück

Letztendlich sei es finanziell nicht vertretbar, jedem neuesten Tech-Trend hinterherzujagen. „Keiner dieser Trends ist ein Wundermittel für die digitale Transformation. Unternehmen sollten sich strategischer aufstellen, indem sie ihre Pläne an die jeweiligen Unternehmensziele und die Unternehmenskultur anpassen. Sie sollten den Schwerpunkt auf eine verkürzte Zeitspanne bis zur Wertschöpfung legen, anstatt auf langfristige Ideen“, fordert Macosky.

Digitale Transformationsstrategien für die Cloud führen jetzt zurück zur hybriden IT-Umgebung. Unternehmen, die all ihre Geschäftsprozesse schnell in die Cloud verlagerten, stehen nun horrenden Preisen gegenüber oder finden die Arbeit umständlicher als erwartet. Im Laufe des nächsten Jahres, so Macosky, „werden wir sehen, dass viele Unternehmen zum Hybridmodell zurückkehren werden. Trotz der jüngsten Entwicklungen des Cloud Computing kann es immer noch nicht mit einer On-Prem-Lösung mithalten. Dadurch kommt es zu Prozess-Brüchen“.

Gehört iPaaS der Vergangenheit an?

Steve Wood, Chief Product Officer, Dell Boomi.
Steve Wood, Chief Product Officer, Dell Boomi. (Bild: Dell Boomi)

Steve Wood, Chief Product Officer, bei Dell Boomi, beschäftigt die Zukunft der Datenintegration im Jahr 2020 und darüber hinaus. Der Begriff iPaaS (Integration Platform-as-a-Service) sei erstmals bei der Ankündigung von AtomSphere im Jahr 2008 entstanden. „Jetzt, kurz vor 2020, werden wir eine Trendwende in diesem Bereich erleben, der Markt konsolidiert und wird weiter kommerzialisiert“, erklärt Wood und beruft sich auf Gartner-Zahlen: Bis 2023 sollen bis zu zwei Drittel der bestehenden iPaaS-Anbieter fusionieren, übernommen werden oder den Markt verlassen, prognostizieren die Analysten. Innerhalb des nächsten Jahres werde sich ein neuer Begriff etablieren, „der die Vereinheitlichung von Anwendungen, Personen, Prozessen, Systemen und Geräten definiert“, sagt Wood: Die Data Unification Platform werde sich als Nachfolger von iPaaS etablieren.

Der Umgang mit Daten in Unternehmen werde 2020 nicht besser werden, glaubt Wood und fordert deshalb neue Integrationsstrategien: „Weltweite Vorschriften im Umgang mit Daten und Datensilos (GDPR) werden Unternehmen 2020 dazu veranlassen, ihr Datenmanagement zu überdenken und sich auf die Integration von Applikationen und Daten zu konzentrieren, um schritthalten zu können.“ Fortschrittliche Unternehmen wenden sich diesem Thema nun zu, um durch fundierte Erkenntnisse Abläufe zu optimieren und so die Geschäftsergebnisse positiv zu beeinflussen! Diese neue Strategie reduziere den Zeit- und Ressourcenaufwand für den Übergang von Daten von Applikation zu Applikation. „Da Unternehmen auch im nächsten Jahr viel Geld und Ressourcen in den Bereich Edge Computing und IoT investieren werden, ist eine entsprechend angepasste Datenstrategie entscheidend“, ist Wood überzeugt.

Metadaten für mehr Erkenntnisgewinn

Übereifrige Datenanalysen führten dazu, dass Verbraucher und der Gesetzgeber viele Unternehmen mit Datenschutzklagen überzogen haben, was wiederum zu noch strengeren Data Governance-Gesetzen führte. Unternehmen, die verständlicherweise besorgt sind, solche Fehler zu begehen, werden sich ab 2020 nicht mehr nur auf die Analyse von Daten, sondern auf die Kontrolle von Metadaten konzentrieren. Unternehmen, die Attribute der Daten erfassen – das heißt deren Bewegung, das Volumen, die Namenskonventionen und andere Eigenschaften – könnten den Zugriff auf PII und andere sensible Informationen vorhersehen und gegebenenfalls Einfluss nehmen. „Metadaten eignen sich ideal für den Datenschutz und können mit dem entsprechenden Modell für maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz dem Management immer noch wichtige Informationen liefern, wie zum Beispiel Änderungen bei der Lead-Generierung, Datenzugriff von Drittanbietern, mögliche Verletzungen und mehr“, erklärt Wood.

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