Softselect-Studie: Die ERP-Pakete wachsen – nur nicht in eine Richtung

ERP-Angebote für die Cloud stagnieren

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Softselect benennt auch gleich die Gründe für die Zurückhaltung der Anwender gegenüber Cloud-Angeboten: „Da in ERP-Systemen die Kernprozesse der Unternehmens-IT abgebildet werden, ist die Skepsis gegenüber dem Auslagern der kritischen Prozesse und sensiblen Daten in externe Rechenzentren doch sehr hoch.“

Warum hier Open-Source-ERP als eigenes Vertriebs-/Bezugsmodell auftaucht ist rätselhaft, aber die Zahl ist überraschend.(Grafik:  Softselect)
Warum hier Open-Source-ERP als eigenes Vertriebs-/Bezugsmodell auftaucht ist rätselhaft, aber die Zahl ist überraschend.
(Grafik: Softselect)

Lieber im Hause als in Abhängigkeit

Eigene Befragungen von Anwendern haben laut Softselect ergeben, dass vor allem „mangelnde Datensicherheit und eine mögliche Abhängigkeit von Rechenzentrumsbetreibern“ als Argumente gegen die Cloud genannt werden. Außerdem seien die Angebote, angesichts der individuellen und zum Teil komplexen Anforderungen der Anwenderunternehmen „zu standardisiert und unflexibel“.

Statt Cloud sind nach Ausführungen von Softselect andere Themen im Trend und als Erweiterungsmodule angesagt oder zu erwarten. Vor allem gehe es um die Digitalisierung der Fertigungstechnik (Industrie 4.0), benutzerfreundlichere und leichter zu bedienende Umgebungen sowie mobile Anwendungen. Ein wichtiger Trend sei, die ERP-Systeme agiler zu machen, um sie flexibler in die sich wandelnden Soft- und Hardware-Landschaften einpassen zu können. ITIL lässt also grüßen.

Open-Source-ERP überrascht

Einen vielleicht überraschenden Befund bietet die Softselect-Studie – merkwürdigerweise im Kontext dieser Vertriebsmodelle – am Rande: Sieben Prozent der in der Studie ausgemachten ERP-Systeme, also zwölf, sind Open Source. Vor nicht arg langer Zeit galt das noch als undenkbar, denn ERP-Systeme, so das Argument, müssen ohne Verzögerung und punktgenau an gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst werden. Das kann nicht Sache einer Community sein, wird aber von organisierten Anbietern erfüllt.

Die ERP-Studie von Softselect untersucht 176 Lösungen anhand eines mehr als 1.000 Aspekte umfassenden Kriterienkatalogs. Zu den analysierten Fachbereichen gehören unter anderem Waren-, Material- und Lagerwirtschaft, Auftragsbearbeitung, Produktionsplanung und -steuerung, Faktura, Bestellwesen, Inventur sowie Prozessfertigung. Die über 700 Seiten starke Studie ist im April 2015 erschienen. Sie lässt sich für 150 Euro plus Mehrwertsteuer und fünf Euro Bereitstellungspauschale als PDF bei Softselect beziehen. Eine kostenfreie Management Summary steht bei Softselect im Internet zur Verfügung.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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