Migration ohne Bruchlandung - Netzwerkspezialisten als „missing link“

Die Marktreife von Unified Communications aus der Cloud

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Zweitens: Vor- und Nachteile hybrider Modelle ausloten

Und schließlich lässt sich bei Cisco die Virtual Private Cloud im Partner-Rechenzentrum auch mit nicht transferierbaren UC-Lizenzen hosten. „Allen Modellen ist gemeinsam, dass sie gut beherrschbar, skalierbar und sehr zuverlässig sind. Der beste Mix für die passenden Cloud-Modelle orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Kunden“, bilanziert Thomas Nicolaus. Die Devise lautet dabei vor allem, zumindest den groben Überblick angesichts der sich rasch wandelnden Angebotspalette zu behalten.

Tom Perry, Marketing Director EMEA beim IP-Telefoniespezialisten ShoreTel.
Tom Perry, Marketing Director EMEA beim IP-Telefoniespezialisten ShoreTel.
Weiteres Beispiel: Dem hybriden Vorgehensmodell zwischen einer Cloud-basierten Lösung und einer lokalen festen Installation versuchen mittlerweile eine ganze Reihe von Anbietern Rechnung zu tragen. Das bestätigt jedenfalls Tom Perry, Marketing Director EMEA beim IP-Telefoniespezialisten ShoreTel, der kürzlich den Hosted Unified Communications Spezialisten M5 Networks übernommen hat. Mit dem Erwerb der M5 Networks möchte ShoreTel jetzt mit seinen Lösungen den Radius auf eine viel breitere Gruppe von Unternehmen ausdehnen.

Beim hybriden Modell von ShoreTel etwa sind die High Quality-Server direkt in einem Datencenter untergebracht, während die ShoreGear Switches sowie Endgeräte sich auch weiterhin direkt beim Kunden befinden. Durch die Akquise von M5 tritt zudem eine vollumfänglich gehostete Lösung hinzu, bei der nur noch die Endgeräte beim Kunden stehen. „Durch die ShoreTel Vertriebspartner soll eine etwaige Konfusion durch die Vielzahl der Lösungsansätze vermieden werden“, lässt der Experte durchblicken.

Drittens: Mobile Anbindung in Gesamtkonzept integrieren

Ein neuer Bereich, in dem der Anbieter M5 sich neuerdings aktiv positioniert hat, liegt im Bereich der Integration von Telefonie-Funktionen mit vielen der großen Cloud-Anwendungen, die Unternehmen verwenden, um ihren Geschäfte frischen Schwung zu verleihen. Aktuelle Beispiele hierfür sind die Integration mit SalesForce.com, Sage CRM und weiteren Anwendungen für das Customer Management sowie ERP-Typ-Funktionen.

Marktanalyst Andreas Stiehler von PAC sortiert derweil das unübersichtliche Geschehen an der Anbieterfront. Bislang dominiere noch der Trend, einzelne Funktionen wie Telefonie, Web- und Videokonferenzdienste sowie Tools zur Zusammenarbeit separat aus der Cloud zu schnüren. Der Nachteil: Die Einzeldarsteller lassen sich später kaum mehr mit intern bereits installierten Anwendungen verknüpfen. Zudem sei die mobile Unterstützung nicht in jedem Fall gesichert, was die Anwendungsszenarien bislang deutlich einschränke, kritisiert der Experte.

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Kaum zu übersehen ist nach Einschätzung der Marktforscher, dass gerade die mobilen UC-Anwendungen in der Wolke nicht mehr allein von den Cloud-Pionieren geprägt sind. Im Klartext: Immer mehr etablierte Player, darunter Carrier und ISPs, UCC-Technologie- und Outsourcing-Anbieter steigen dynamisch in den Markt ein. Auch reinrassige Internetanbieter wie Google nutzen den Trend, um sich neben etablierten Playern wie Microsoft und IBM zu positionieren. „Wer am Ende die Nase vorn hat, ist noch nicht entschieden“, sagt Andreas Stiehler.

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