Sicherheit von Kundendaten

Datenzentrierung braucht besondere Schutzvorkehrungen

| Autor / Redakteur: Dirk Häußermann* / Elke Witmer-Goßner

Tut sich nur eine Lücke auf, gerät das Kundenvertrauen gewaltig ins Wanken.
Tut sich nur eine Lücke auf, gerät das Kundenvertrauen gewaltig ins Wanken. (Bild: Jakub Jirsák, Fotolia)

In einem ständig schneller werdenden Informationszeitalter ist Big Data das Lebenselixier der Wirtschaft. Richtig eingesetzt bietet es Organisationen neue Erkenntnisse und hilft dabei vorausschauende Strategien zu entwickeln und Prozesse zu rationalisieren. Daher stellt jede Gefahr für den Zufluss von Daten auch eine Bedrohung für den Geschäftsverlauf da.

Beunruhigend ist, dass die neuste Flut von Datenschutzverletzungen genau dies beweist – sie stellen eine Bedrohung dar, nicht nur für bestehende Daten, sondern auch für das Vertrauen der Verbraucher, die in erster Linie die Daten teilen. Da die Daten zunehmend in die Cloud gespeichert werden und das Internet der Dinge Daten weit über die Unternehmensgrenzen hinaus bewegt, haben Unternehmen mehr Grund als je zuvor, sich über den Zustand der gemeinsamen Nutzung von Daten zu sorgen. Von größeren Vorfällen wie das Ashley-Madison-Leck zu kleineren, aber ebenso schädlichen Angriffen wie Moonpigs jüngste Sicherheitsfehler, sehen wir Reputation und Einkünfte durch Datensicherheitsausfälle schwer angegriffen.

Da Verbraucher mehr und mehr von ihren persönlichen Leben und Aktivitäten in die Cloud verlagern, ist die Datensicherheit untrennbar mit der Kundenzufriedenheit verknüpft. Sicherheitsvorfälle schaffen Panik unter den Verbrauchern und als Ergebnis sinkt das Vertrauen. In der Tat zeigen die neuesten Ergebnisse des „State of the Data Nation Reports“, dass Sicherheitsbedenken die Hälfte der britischen Verbraucher stoppen, ihre persönlichen Daten zu teilen. Mehr als die Hälfte sogar, wollen den Zugang zurück und planen, weniger Daten in den nächsten drei Jahre zu teilen. Ein Drittel gibt sogar an, dass sie unter keinen Umständen Daten teilen wollen.

Da die Unternehmen versuchen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, gibt es eine weitere entscheidende Partei bei Laune zu halten – nämlich die Aufsichtsbehörden. Die Kundennachfrage nach effektiveren Datenschutz war ein wesentlicher Grund für die neuesten EU-Daten-Regeln. Da die Menge an personenbezogenen Daten, die von Organisationen auf der ganzen Welt verarbeitet werden, steigt, nimmt auch die Menge der Regelungen zu, mit denen Unternehmen sich auseinandersetzen müssen. Beunruhigend ist, dass Organisationen, die sensible Informationen nicht richtig verwalten und schützen, eine saftige Geldstrafe von bis zu vier Prozent der weltweiten Umsätze für die Nichteinhaltung bekommen können – eine Summe, die sich stark auf die Überlebensfähigkeit der Unternehmen auswirken kann.

Vermögen, das geschützt werden muss

Datensicherheit ist für Unternehmen das ausschlaggebende Merkmal der Kundenbindung, daher rücken nun bestehende Sicherheitsmaßnahmen in den Vordergrund. Es ist allzu offensichtlich geworden, dass die für den Datenschutz traditionell eingesetzten Firewalls und Cloud-Security-Maßnahmen nicht in der Lage sind, den modernen und mächtigen Bedrohungen Stand zu halten. Stattdessen müssen Unternehmen, unabhängig von ihrer Branche, sicherstellen, dass sie ein datenzentriertes Sicherheitsprogramm anwenden, um ihre sensiblen Daten vor Hacker-Angriffen zu schützen.

Im Gegensatz zu einer pauschalen Verteidigungsstrategie mit einem datenzentrierten System, werden Unternehmen in der Lage sein, die Verbreitung von Daten in der Cloud sowie on-Premise zu verfolgen. Sie können zudem sehen, wie es erstellt wurde, ob es sicher ist und wo in der Cloud es sich befindet. Letztendliche können Unternehmen sicherstellen, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen wurden, um persönliche Daten effektiv zu schützen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Sicherheitsbedenken zu verringern.

Kommunikation ist der Schlüssel

Allerdings ist das Stärken von Sicherheitsmaßnahmen nur die halbe Miete. Die Kunden zu beruhigen und sicherzustellen, dass sie ihre Daten auch weiterhin teilen, hängt davon ab, dass aktiv Vertrauen aufgebaut wird. Unternehmen sollten das Vertrauen der Verbraucher in ihre Produkte, Dienstleistungen und Sicherheitsmaßnahmen stärken, indem sie auf Kundenwünsche hören und entsprechend reagieren. Social Media ist ein großartiges Beispiel für diesen Ansatz. Die Verbraucher fordern immer vehementer, die Kontrolle darüber zu behalten, wie ihre Daten über soziale Netzwerke gespeichert, archiviert oder gelöscht werden. Auf die gleiche Weise können Unternehmen Vertrauen wieder herstellen, indem sie ihren Kunden ein besseres Gefühl der Autonomie geben und sie effektiv darüber informieren, was mit ihren Daten geschieht, wenn diese sich in den Cloud-Systemen des Unternehmens befinden. Als zusätzlichen Anreiz, können Unternehmen auch eine Art „Vertrauensausgleich“ anbieten. So sind zum Beispiel einige Kunden eher bereit, persönliche Daten zu teilen, wenn sie etwas im Gegenzug erhalten, wie zum Beispiel Rabatte oder kostenlose Services wie Wi-Fi.

Die Zukunft des Data-Sharings

Dirk Häußermann, Informatica.
Dirk Häußermann, Informatica. (Bild: Informatica)

Letztlich konkurrieren Unternehmen über den Kundendienst, statt über den Preis. Daraus resultierend werden Kaufentscheidungen stärker darüber beeinflusst, wie vertrauenswürdig eine Organisation ist, über Investitionen, die in die Datensicherheit geflossen sind, und wie das Unternehmen sich im Falle einer Datenpanne verhält. Während Datenschutzverletzungen weiterhin die Schlagzeilen bestimmen und die Regulierungsbehörden darauf mit verschärften Gesetzen reagieren, werden Organisationen, die in der Lage sind, Datenschutz zu managen und die robust gegen Datenpannen sind, die Wende hin zu mehr Kundenvertrauen einleiten und damit eine gesunde Beziehung zu ihren Kunden pflegen – sowie zu deren Daten.

* Dirk Häußermann ist Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica.

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