Digitale Souveränität über Landesgrenzen hinweg Datenbotschaften als Schutzschild für das digitale Zeitalter
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In einer zunehmend vernetzten Welt stehen Nationalstaaten und global agierende Unternehmen vor der gleichen Herausforderung: Wie lassen sich kritische Daten vor dem Zugriff Unbefugter schützen? Die Antwort könnten Datenbotschaften sein, die die klassische staatliche Souveränität ins digitale Zeitalter übersetzen.
Unternehmen versuchen aktuell mit großem Engagement, ihre wertvollen Daten souverän abzulegen – also geschützt nicht nur vor gemeinen Dieben, sondern auch vor den Zudringlichkeiten fremder Staaten. Eine vergleichbare Entwicklung erleben wir gerade auf Ebene der Nationalstaaten. Dort sollen Datenbotschaften (englisch Data Embassies) für eine sichere und souveräne Aufbewahrung von Daten sorgen, die für die Infrastruktur eines Landes notwendig sind. Wie genau sehen solche Datenbotschaften aus?
Estland entwickelt das Konzept der Data Embassy
Nun, das Konzept der Datenbotschaft ist eng mit der jüngeren Geschichte Estlands verknüpft. Der baltische Staat gilt als Vorreiter der Digitalisierung und hat nahezu alle Behördengänge sowie staatlichen Register in den virtuellen Raum verlagert. Diese hohe Abhängigkeit von digitalen Systemen offenbarte sich im Frühjahr 2007 als verletzlich, als das Land nach politischen Spannungen Ziel wochenlanger, koordinierter Cyberangriffe wurde. Die Attacken legten temporär die Websites von Banken, Medien und Regierungsbehörden lahm und führten in Tallinn zu einem sicherheitspolitischen Umdenken.
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