Für wen sich die All-in-One-Analyseplattform eignet Das Multitalent Microsoft Fabric

Ein Gastbeitrag von Alexander Mauch* 6 min Lesedauer

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Noch immer stellen sich für viele Unternehmen zahlreiche Herausforderungen rund um den wertschöpfenden Einsatz datengetriebener Lösungen wie künstliche Intelligenz und Advanced Analytics. Abhilfe verspricht Microsoft Fabric. Was zeichnet die „All-in-One-Analyseplattform“ aus?

Die Analyseplattform Microsoft Fabric kann Arbeitsweisen in Unternehmen nachhaltig verändern, da sie vielfältige Vorteile für unterschiedliche Nutzergruppen bietet.(Bild:  QuasarCR - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Analyseplattform Microsoft Fabric kann Arbeitsweisen in Unternehmen nachhaltig verändern, da sie vielfältige Vorteile für unterschiedliche Nutzergruppen bietet.
(Bild: QuasarCR - stock.adobe.com / KI-generiert)

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte sehen viele Unternehmen etwa bei der Implementierung von generativer KI Herausforderungen wie die Einhaltung regulatorischer Anforderungen (35 %), die Identifizierung geeigneter Use-Cases (25 %) sowie die Entwicklung und Umsetzung von Strategien zur Einführung der Technologie (31 %).

Ein ähnliches Bild zeigen auch unsere Erfahrungen in der Beratung und Umsetzung entsprechender Unternehmensprojekte. Demnach sind für Unternehmen die Heterogenität und Komplexität einer verstreuten Software- und Datenlandschaft nach wie vor ein Dauerthema. Die rasanten Fortschritte in den Bereichen KI und Analytics sorgen – was die Anzahl eingesetzter Softwarelösungen angeht – sogar für noch mehr „Wildwuchs“. Das führt oftmals zu einem eingeschränkten Datenfluss, einer unzureichenden Vernetzung der Teams, hohem Integrations- und Verwaltungsaufwand sowie Problemen bei der Datenverwaltung. Zusätzlich erschwert wird die Situation durch die komplexe Kostensteuerung infolge der Cloud-Migration und den wachsenden Bedarf an KI-Integration.

Microsoft Fabric setzt auf niederschwelligen Ansatz

Als webbasierte SaaS-Lösung reduziert Microsoft Fabric vor allem den Aufwand für Implementierung, Updates, Infrastruktur und Rechenleistung. Die Anbindung zusätzlicher Softwarelösungen gestaltet sich ebenfalls einfach. Innerhalb der Plattform können alle Mitarbeitenden durch geteilte Ressourcen und Arbeitsbereiche effizient zusammenarbeiten. Dank der Integration in Office 365 und der niedrigen Einstiegshürden ist hierbei nur wenig IT-Know-how erforderlich. Viele Prozesse lassen sich zudem per Low-Code oder No-Code intuitiv umsetzen, was die Abläufe beschleunigt und die IT-Abteilungen entlastet.

Das Grundproblem eines unternehmensweit einheitlichen Datenzugangs löst Fabric durch den sogenannten OneLake, der alle Daten ohne Replikation und stets aktuell für alle Mitarbeitenden verfügbar macht. Im Bereich Data Governance stellt Fabric mit Funktionen wie einer rollenbasierten Zugriffskontrolle und der Unterstützung von Private Link eine sichere Umgebung für den Datenzugriff sicher. Zudem sorgt die Bereitstellung universeller Rechenleistung für verschiedene Aufgaben für eine transparente Kostenstruktur. Hier geht das Tool also sehr spezifisch auf zahlreiche der eingangs genannten grundsätzlichen Pain-Points vieler Unternehmen ein. Doch welche konkreten Funktionen bietet Fabric eigentlich, um die Versprechen zu halten?

Das All-in-One-Tool

Die Schlüsselkomponenten von Microsoft Fabric.(Bild:  Microsoft)
Die Schlüsselkomponenten von Microsoft Fabric.
(Bild: Microsoft)

Microsoft Fabric überzeugt vor allem durch das nahtlose Zusammenspiel seiner einzelnen Komponenten. Es integriert größtenteils bestehende Microsoft-Lösungen in optimierter Form in die SaaS-Plattform und macht sie für die Endnutzer zugänglicher. Während hierbei Tools wie Power BI bereits auch bei weniger IT-Versierten etabliert sind, waren andere Funktionen bisher eher IT-Experten vorbehalten. Alle Features haben jedoch eines gemeinsam: Sie helfen den Unternehmen, ihre Daten effizienter zu verwalten, zu analysieren und zu nutzen.

Da viele Komponenten bereits vor Fabric als Einzellösungen existierten, fragen sich unserer Erfahrung nach viele Unternehmen, worin denn nun die eigentlichen Innovationen von Fabric bestehen.

Kleine und große Game-Changer

Eine zentrale Neuerung bei Fabric ist die Lizenzierung. Statt wie üblich pro Azure-Dienst zu lizenzieren, basiert das Modell auf Rechenkapazitäten, die sich flexibel für verschiedene Dienste innerhalb der Microsoft-Lösung nutzen lassen. Darüber hinaus bietet Fabric mit OneLake eine intelligente Lösung für den Zugriff auf alle Datenquellen nach einem ähnlich einfachen Prinzip wie OneDrive für Dateien – ohne Datenverschiebung oder Duplikation, und das sowohl für strukturierte als auch für unstrukturierte Daten.

Zusätzlich sind alle Komponenten in aktualisierter und optimierter Form integriert und unter einer gemeinsamen Plattform vereint. Dieses „gemeinsame Dach“ bietet durch die mit Fabric einhergehenden veränderten Nutzerrollen gleich eine ganze Reihe an Vorteilen.

Intuitives Arbeiten für Business Analysten und Geschäftsanwender

Durch die benutzerfreundliche Oberfläche und die Integration von Power BI und Office lassen sich auch Geschäftsanwender stärker in Daten- und Analyseprozesse einbinden. Domänen erleichtern dabei den umfassenden Zugriff auf relevante Daten, indem sie alle Organisationsdaten logisch nach Bereichen oder Themenfeldern (z. B. Finanzen) gruppieren. Vor allem mit der Teams-Integration können zudem auch nicht-technische Nutzer schnell und einfach auf Daten zugreifen, sie im OneLake Data Hub erkunden sowie analysieren und eigenständig Reports erstellen.

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Eine echte Neuerung stellt der Data Activator dar, mit dem Geschäftsanwender automatisch Prozesse auf Basis von Datenmustern oder Schwellenwerten auslösen können. Fabric informiert die Nutzer per Alert oder startet gezielt Power-Automate-Workflows. Ein Beispiel hierfür wäre etwa die kombinierte Auswertung von Daten unterschiedlicher Produktionsstandorte, um frühzeitig mit Alerts auf mögliche Lieferketten-Engpässe hinzuweisen.

Administratoren entlasten

Wichtige Routineaufgaben wie Software-Updates oder die Erweiterung von Rechen- und Speicherkapazitäten lassen sich in Fabric als SaaS-Lösung größtenteils automatisch und ohne zusätzlichen administrativen Aufwand durchführen. Zudem bietet Fabric durchgängige Sicherheitsfunktionen, darunter Data Lineage zur Nachverfolgung der Datenherkunft, unternehmensweite Vertraulichkeitseinstellungen und ein zentrales Admin-Portal. Durch die logische Gruppierung der Daten nach Domänen können Abteilungen ihre Daten entsprechend ihren spezifischen Vorschriften und Anforderungen verwalten.

Kurz gesagt: Fabric ermöglicht es Administratoren, die Systemzuverlässigkeit und Compliance zentral sicherzustellen, ohne sich – wie sonst üblich – gesondert ins Azure-Portal einloggen zu müssen. Auch die Anbindung spezifischer Datenquellen lässt nun per Self-Service von nicht-administrativen Nutzern eigenverantwortlich durchführen.

Data Scientists und Data Engineers profitieren von cleveren Workflows

Copilot ermöglicht die Zusammenfassung eines Power BI Reports (rechter Bildrand).(Bild:  Microsoft)
Copilot ermöglicht die Zusammenfassung eines Power BI Reports (rechter Bildrand).
(Bild: Microsoft)

Fabric unterstützt datentechnische Vorgänge optimal. So können Data Engineers und Data Scientists mit sogenannten „Notebooks“ ihre Daten in ihrer bevorzugten Programmiersprache transformieren oder bereinigen. Sie profitieren zudem von integrierten Visualisierungen und erklärenden Markdown-Texten, die auch für weniger IT-erfahrene Teammitglieder den Code verständlich machen. Außerdem ermöglichen die Data-Science-Funktionen in Fabric den einfachen Aufbau, die Bereitstellung und Operationalisierung von Machine-Learning-Modellen.

Darüber hinaus können Nutzer die Daten in Fabric nicht nur analysieren, sondern auch direkt visualisieren und über SharePoint oder Teams teilen, was eine teamübergreifende Zusammenarbeit zwischen IT- und Fachabteilungen erleichtert. Auch die Durchführung von Echtzeit-Analysen ist in Fabric besonders gut realisiert. Das gilt vor allem dort, wo herkömmliche Lösungen aufgrund der Datenmenge oder Struktur oft an ihre Grenzen stoßen.

Der Nutzen von Fabric für CIOs

Auch für CIOs geht der Einsatz von Fabric mit Vorteilen einher. So können sie beispielsweise flexibel das bedarfsgerechte Hinzufügen oder Entfernen von Ressourcen veranlassen und so äußerst schnell und wirtschaftlich auf veränderte Datenanforderungen reagieren. Hinzu kommt, dass integrierte Sicherheits- und Compliance-Funktionen die Risiken im Verantwortungsbereich von CIOs reduzieren, während OneLake Datensilos verhindert.

Auch fördert die Integration von Office und Power BI eine organisationsweite Datenkultur. Zudem können sie mit Fabric für einen sinnvollen Einsatz von KI bei bestimmten Workflows sorgen, etwa durch die Integration von Copilot zur intelligenten Codevervollständigung, Automatisierung von Routineaufgaben oder prompt-basierten Power-BI-Berichten.

Systematisch abwägen

Microsoft Fabric ist zwar noch ein relativ junges Produkt, hat jedoch das Potenzial, die Arbeitsweisen in Unternehmen nachhaltig zu verändern und sich breit zu etablieren. Dafür sorgen nicht nur die Integration in das Microsoft-Ökosystem, sondern auch die vielfältigen Vorteile für unterschiedliche Nutzergruppen: Von der vereinfachten Administration und verbesserten Data Governance über intuitive Daten-, Programmier- und Analyseprozesse bis hin zur Beseitigung von Datensilos und der Reduzierung von Software-Wildwuchs. Dieses Spektrum deckt sich übrigens auch mit den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage von BARC, wonach in den Unternehmen vor allem Themen wie Datenkompetenz, die Etablierung einer datengetriebenen Kultur und Data Governance als besonders wichtig eingeschätzt werden.


* Der Autor Alexander Mauch ist Teamlead für Modern BI bei der pmOne Group. Als studierter Wirtschaftsingenieur bringt er fundierte Expertise in der Prozessautomatisierung und IT-Beratung sowohl für Konzerne als auch für kleine und mittelständische Unternehmen mit.

Bildquelle: pmOne

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