Clouds sind komplex. Und meistens kommen immer mehr Bausteine wie Ressourcen, APIs und Nutzer hinzu. Für Unternehmen wird es damit immer anspruchsvoller, einen umfassenden Überblick zu behalten. Hier schafft Cloud-Mapping-Software Abhilfe: Sie analysiert die Cloud-Struktur automatisch und bereitet sie grafisch auf.
Cloud-Mapping ermöglicht die detaillierte Visualisierung und Analyse der gesamten IT-Infrastruktur für eine verbesserte Ressourcenverwaltung und Sicherheitsüberwachung.
(Bild: Onchira - stock.adobe.com)
Cloud-Mapping verdeutlicht einerseits schnell mögliche Probleme und erleichtert andererseits die Kommunikation mit Personen, die nicht tief im Thema stecken. Wenn viele Elemente einer Cloud ineinandergreifen, lassen sich Fehlerquellen oft nur mit aufwändigen Analysen und Fachwissen finden. Und die Anzahl der beteiligten Elemente sinkt nicht. Schon heute bestehen Cloud-Anwendungen teilweise aus mehreren Tausend Endpunkten, in denen sich meist nur die Cloud-Architekten zurechtfinden.
Anderen Stakeholdern fehlt häufig das Verständnis für sowie der Einblick in wichtige Strukturen. Bereits die Planung und Überwachung einer Cloudstruktur sind aufwändig und komplex. Es ist zeitaufwändig und mühsam, Kostenberechnungen, Ressourcenmanagement oder die verständliche Aufbereitung für Management und Finanzentscheidern, Security- oder Compliance-Teams und nicht zuletzt Nutzer oder Kunden zu erstellen. Hier kommt Cloud-Mapping ins Spiel.
Cloud-Karte statt Landkarte
Eine Cloud-Mapping-Software analysiert die Struktur einer ausgewählten Cloud-Anwendung in Echtzeit und bereitet diese grafisch auf. So entsteht eine Karte, auf der alle Bestandteile sowie deren Beziehungen zueinander auf einem Raster verortet sind, zum Beispiel Ressourcen und APIs. Die Cloud-Map ähnelt einer Landkarte: Die einzelnen Endpunkte stellen die Städte dar, die Straßen verbinden sie miteinander. Auf den Straßen werden die Art der Verbindung, bestimmte Einschränkungen oder die Fahrtrichtung vermerkt.
Einige Cloud-Mapping-Tools bieten auch die Möglichkeit, eine Cloud-Struktur im Voraus zu planen und – sobald die einzelnen Endpunkte verfügbar sind – die Karte in eine funktionierende Cloud umzuwandeln. Auch gibt es je nach Tool die Möglichkeit, die benötigte Rechenleistung vorherzusagen oder Kostenprognosen für integrierte Services anzustellen.
Eine für alle statt alle für einen
Insbesondere die grafische Darstellung erleichtert die Planung und das Verständnis der Cloud-Struktur. Sie erlaubt es, Fehlerquellen, unnötig komplizierte Strukturen, Engstellen und Zusammenhänge auf der Cloud-Map schneller zu identifizieren und zu beheben. Die visuelle Aufbereitung erleichtert zudem die Kommunikation zwischen Entscheidungsträgern, IT-Architekten und Kunden.
Da die Karte auch ohne tiefes Cloud-Know-How verständlich ist, können alle Beteiligten den Aufbau der Cloud nachvollziehen. Alle benutzen die gleiche Cloud-Map, die individualisierte Aufbereitung für verschiedene Beteiligte wird überflüssig. Selbst wenn man nicht weiß, was eine API ist, kann man auf einer solchen Karte erkennen, wo sie sich in der Cloud befindet, aus welchen Quellen Daten einfließen und an welches Element sie diese wie und mit welchem Zweck überträgt.
Schneller zum Ziel finden
Die automatische Analyse beschleunigt die Kommunikation, weil die manuelle Aufbereitung der Daten entfällt. Entscheidungen über neue Integrationen können oft direkt im Tool modelliert werden und Entscheider können die Folgen besser abschätzen. So muss ein Finanzentscheider bloß einen Blick über die Schulter des Cloud-Architekten werfen, um am Bildschirm die möglichen Kosten abzulesen. Der Cloud-Architekt spart es sich, jede Menge Daten zusammenzutragen, auszuwerten und seine Ergebnisse und Erklärungen zu den Kosten aufwendig zu präsentieren. Ähnliches gilt für Käufer einer Cloud: Sie können das gekaufte Produkt sehen und damit einfacher verstehen, statt sich auf mündliche oder schriftliche Beschreibungen des Anbieters zu beschränken.
Auch für Security-Teams erleichtern Cloud-Mapper die Arbeit. Etwaige Sicherheitslücken oder die Verbindungen eines kompromittierten Services können sie direkt von der Karte ablesen. Damit können sie die Auswirkungen auf den Rest des Netzwerks schneller abschätzen. Anhand datenbasierter Maßstäbe können Security-Teams Prioritäten setzen und Risiken mit großem Effekt eher angehen als solche, die weniger schwerwiegende Folgen haben.
Was es zu beachten gibt
Bei Cloud-Mapping-Tools gibt es einige Unterschiede. Nicht jedes bietet dieselben Funktionen oder kann auf dieselben Services zugreifen. Ein reines AWS-Tool tut sich etwa schwer mit einer Azure-Cloud. Die meisten Tools bieten allerdings zumindest eine Analyse für diese beiden größten Anbieter gleichzeitig. Daher ist es wichtig, dass sich Unternehmen mit den Zielen auseinandersetzen, die sie mit Cloud-Mapping verfolgen wollen.
Stand: 08.12.2025
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Auf jeden Fall müssen die zuständigen Entscheidungsträger darauf achten, dass ein Cloud-Mapper kompatibel zu den im Unternehmen vorhandenen Anwendungen ist. Auch die Frage, wem das Tool primär zugutekommen soll, ist wichtig. Internen oder externen Stakeholdern? Cloud-Architekten, Entscheidern oder Anwendern? Die Antwort entscheidet darüber, ob das Cloud-Mapping-Tool den Fokus auf Modellierung und Deployment legt, Ressourcenanalyse oder Kostenprognosen in den Vordergrund stellt oder einen Darstellungs-Schwerpunkt hat.
Gewappnet für die Zukunft
Zwar setzen die verschiedenen Cloud-Mapping-Tools unterschiedliche Schwerpunkte. Eines haben sie aber gemein: Bei der Verwaltung einer Cloud beschleunigen sie Planung, Entwicklung, Umsetzung und Kommunikation. Dem Software Development Life Cycle (SCDL) geben sie damit insgesamt einen ordentlichen Schwung.
Bereits heute müssen viele Ebenen eines Tech-Unternehmens sowie Kunden eine Cloud verstehen, um Entscheidungen zu treffen. Eine leicht lesbare Karte der Cloud hilft, dieses Verständnis schneller zu erlangen und zu verbreiten. Die einfache Kommunikation und die Verbindung zum SDCL sparen Aufwand und Zeit – und letztendlich auch Kosten. Im Cloud-Zeitalter sind Unternehmen, die ihren Mitarbeitern und Kunden diesen Vorteil bieten können, auch für die Zukunft gewappnet.
* Der Autor Stefan Marx ist Director Platform Strategy beim Cloud-Monitoring-Anbieter Datadog. Marx ist seit über 20 Jahren in der IT-Entwicklung und -Beratung tätig. In den vergangenen Jahren arbeitete er mit verschiedenen Architekturen und Techniken wie Java Enterprise Systemen und spezialisierten Webanwendungen. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Planung, dem Aufbau und dem Betrieb der Anwendungen mit Blick auf die Anforderungen und Problemstellungen hinter den konkreten IT-Projekten.