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Auswirkungen des Brexit Bye, Bye London – Hello Berliner Startups

Autor / Redakteur: Dr. Gesine Herzberger / Florian Karlstetter

Die Berliner freuen sich – mit dem Brexit verlieren Londoner Startups wichtige Wettbewerbsvorteile und schauen sich laut Befragungen immer mehr nach Jobs in Berlin um. Das bringt den Berliner Startups einen enormen Vorsprung im Kampf um die „Startup-Krone“.

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Einige britischen Startups packen nach dem Brexit ihre Taschen und drehen London den Rücken zu. Der Weg führt sie in die deutsche Hauptstadt – Berlin.
Einige britischen Startups packen nach dem Brexit ihre Taschen und drehen London den Rücken zu. Der Weg führt sie in die deutsche Hauptstadt – Berlin.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Metajobsuchmaschine Joblift wagte einen Blick in die Glaskugel und untersuchte die Auswirkungen des britischen EU-Austritts auf den Arbeitsmarkt der Startupbranche in der deutschen Hauptstadt. So könnte dieser bereits im kommenden Jahr einen Anstieg von zirka 1.000 Stellen verzeichnen. Auch die Nachfrage nach Arbeit könnte stark ansteigen: Seit dem Brexit ist das britische Suchinteresse an einem Job in Berlin um 185 Prozent gestiegen.

Der Brexit mischt also die Karten im Kampf um die „Startup-Krone“ neu.

London verliert Wettbewerbsvorteile

Die Berliner Startupbranche könnte besonders stark vom Brexit profitieren. London gilt bislang als bedeutendes europäisches Gründerzentrum, vor allem im Finanzdienstleistungsbereich (FinTech). Aktuell profitieren Londoner FinTech-Startups vom sogenannten Passporting, welches mittels einer in Großbritannien erworbenen Lizenz das Anbieten von Dienstleistungen in der gesamten EU ermöglicht. Daneben stellt die EU-weite Arbeitnehmerfreizügigkeit einen wesentlichen Erfolgsfaktor für oftmals international agierende Startups dar. Nach dem EUReferendum wird die britische Gründerszene diese wertvollen Privilegien zu großen Teilen einbüßen. Aufkommende Zölle werden die schnelle Expansion ins europäische Ausland zusätzlich erschweren. Hinzu kommt, dass der European Investment Fund an vielen europäischen Venture Capital Firmen beteiligt ist. Dieser sieht vor, nur rund ein Drittel der Investitionen in Nicht-EU-Mitgliedsstaaten zu tätigen. Die bekanntesten europäischen Fonds könnten somit kaum mehr in Großbritannien investieren und würden ihre Fördermittel verstärkt auf die ebenso sehr bedeutende Gründermetropole Berlin richten.

Weniger Gründungen – mehr Umzüge

Berlin gewinnt als deutsches Gründerzentrum damit international stark an Bedeutung, was sich im Wesentlichen auf die Entwicklung des Arbeitsmarkts auswirken wird. Aktuell sind bereits 43 Prozent aller auf Joblift ausgeschriebenen deutschen Startupjobs in Berlin angesiedelt, im FinTech-Bereich sind es sogar 71 Prozent. Geht man davon aus, dass 5 Prozent der Startups zukünftig in Berlin statt in London gegründet werden, wären das bereits rund 9.807 Firmen pro Jahr – die Zahl der Startup-Gründungen in der englischen Hauptstadt betrug laut der staatlichen Kampagne StartupBritain 196.146 im Jahr 2015. Sollten wiederum ein Prozent der etablierten Startups nach Berlin umsiedeln, so kämen noch einmal rund 43 Startups hinzu – der 2015 Global Startup Ecosystem Ranking von Compass schätzte die Anzahl der Startups in London auf 3.200 bis 5.400. Laut der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner haben unmittelbar nach dem Brexit fünf Londoner Startups die Verlagerung Ihres Standorts nach Berlin beantragt. Die Startupbranche der deutschen Hauptstadt hat im vergangenen Jahr insgesamt 22.623 Stellen auf Joblift ausgeschrieben, jedes Jungunternehmen dabei durchschnittlich 0,1 Stellen. Überträgt man diese Quote auf die durch den Brexit womöglich neu hinzukommenden Startups, könnten diese allein im nächsten Jahr 985 neue Stellen in der deutschen Hauptstadt schaffen.

Ergänzendes zum Thema
Über Joblift:

Joblift ist eine Metasuchmaschine für aktuell mehr als 1.000.000 Jobs aus über 100 Partnerjobbörsen. Eine klarer User-Fokus sowie eine ausgereifte Technologie stehen im Zentrum der Produktentwicklung. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Lukas Erlebach und Malte Widenka. An den beiden Standorten Hamburg und Berlin beschäftigt Joblift zurzeit ein Team von rund 20 Mitarbeitern.

Suchinteresse nach Jobs in Berlin steigt

Der Brexit könnte jedoch nicht nur Auswirkungen auf das Angebot von Stellen in Berlin haben, sondern auch einen Umzug vieler in Großbritannien lebender Europäer/-innen nach Berlin begünstigen. Das durchschnittliche Suchvolumen auf Google nach Jobs in Berlin ist in Großbritannien im Juni um 115 Prozent im Vergleich zu den fünf Vormonaten gestiegen – in den Tagen vor und nach dem Referendum sogar um 185 Prozent.

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Über den Autor

Dr. Gesine Herzberger

Dr. Gesine Herzberger

Leitende Redakteurin & Head of Happiness, marconomy