Wann und wie ist es sinnvoll, sich IT als Service dazu zu mieten?

Bei T-Systems läuft Cloud Computing unter dem Motto „Zero-Outage“

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Nach den Snowden-Veröffentlichungen eröffnet nun doch der eine oder andere globale Cloud-Anbieter Rechenzentren in Deutschland oder wegen der geringeren Strompreise auch in den Niederlanden, Irland oder im Norden Europas. Zudem schreibt sich heute jeder Sicherheit ganz groß auf die Fahnen... Also gleichen sich bald ein Cloud-Service wie ein Ei dem anderen und das alleinige Unterscheidungsmerkmal ist der Preis?

Ferri Abolhassan: Nein, definitiv nicht. Die Tatsache allein, dass ein Rechenzentrum in Deutschland steht, macht noch lange keinen sicheren Cloud-Service aus. Hierzu bedarf es deutlich mehr. Erst wenn die Sicherheit der Rechenzentren stimmt und zudem noch Technik, Verfahren, Prozesse, Organisation, Verträge sowie der Betrieb bestimmten Sicherheitsansprüchen genügen, kann von sicheren Cloud-Services gesprochen werden. Hinzu kommt das Thema Ausfallsicherheit.

Denn was nützt es einem Unternehmen, wenn seine IT entsprechend abgesichert ist, aber ständig ausfällt? Ein Beispiel für hochverfügbare Cloud-Technologie sind Twin-Core-Rechenzentren, bei denen sämtliche Lösungen und Anwendungen redundant ausgelegt sind. Um Kunden Hochverfügbarkeit und höchste Sicherheit zu gewährleisten, braucht es zudem global einheitliche Prozesse, ein proaktives Risiko-Management und eine durchgängige Ende-zu-Ende-Betrachtung. „Null Fehler“ auf allen Ebenen lautet hier die Prämisse. Ein Ansatz, den T-Systems beispielsweise in seinem unternehmensübergreifenden Zero-Outage-Programm verfolgt.

An welcher Stelle tauchen Kosten im Mieten von IT-Services auf, die ein Anwenderunternehmen am Anfang gerne einmal übersieht? Zum Beispiel eine Gebühr für die Bereitstellung der Infrastruktur oder Beratungskosten?

Ferri Abolhassan: Es ist die Pflicht des Dienstleisters, dem Kunden transparent aufzuzeigen, welche Aufwendungen durch einen bestimmten Service entstehen. Hin und wieder kommt es vor, dass es sozusagen versteckte, nicht dokumentierte IT-Services im Unternehmen gibt, die nach dem Weg in die Cloud nicht mehr von der unternehmenseigenen IT abgedeckt werden können.

Um dem bereits im Vorfeld vorzubeugen, ist die intensive Beratung vorab und die kontinuierliche enge Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Kunde notwendig. Hierbei gilt es auch, nicht nur die IT, sondern sämtliche Fachabteilungen im Unternehmen einzubeziehen. Erfahrungen aus früheren Projekten und Blueprints helfen zudem, ungeplanten Aufwand zu vermeiden.

Apropos Beratung: Ein Trend scheint zu sein, dass sich (Cloud)-Service-Provider mit Beratungshäusern zusammentun. Welchen Anteil darf oder sollte „Beratung“ an einem Projekt haben, wo es um den Einbau und den Betrieb hybrider Infrastrukturen geht?

Ferri Abolhassan: Welchen Anteil die Beratung an einem Projekt haben sollte, hängt sehr stark davon ab, wo die IT eines Unternehmens zu dem Zeitpunkt steht und welches Ziel verfolgt wird. Der einfache Austausch eines einzelnen IT-Services in einer bereits bestehenden Infrastruktur ist weniger beratungsintensiv als die Einführung einer voll in das Management-System integrierten hybriden Infrastruktur.

Wichtig ist in jedem Fall, dass es einen nahtlosen Übergang zwischen der Beratung und der Umsetzung gibt. Hier müssen die Schnittstellen und Verantwortlichkeiten klar definiert sein. Das gelingt umso besser, wenn die Beratung und die nachfolgende Umsetzung aus einer Hand kommen.

Was können Leiter von Unternehmensrechenzentren aus Best Practices von Cloud-Datacenter-Betreibern lernen?

Ferri Abolhassan: Unternehmensrechenzentren sind heute darauf ausgelegt, unterschiedliche, meist individualisierte IT-Services für das Unternehmen zu produzieren. In einem Cloud-Rechenzentrum hingegen steht der Betrieb einer leistungsstarken und hochgradig standardisierten sowie automatisierten Plattform im Fokus. Diese dient dann als Basis für die ebenfalls standardisierten Cloud-Services.

Demnach ist vor allem die Ausrichtung unterschiedlich: speziell zugeschnitten auf die Business-Anforderung vs. standardisiert für alle. Beide Herangehensweisen verfolgen jedoch das Ziel, den Anteil an Standardisierung, Virtualisierung und Automatisierung so groß wie möglich zu machen. Die damit verbundenen Best Practices sind sicherlich auch für Unternehmen wertvoll. Auf der anderen Seite können Betreiber von Cloud-Rechenzentren vom dedizierten Business-Know-how der Unternehmen profitieren.

T-Systems hat sich kürzlich umstrukturiert und mit drei Sparten – TC, IT und Digital – neu geordnet. Sie verantworten die IT-Division. Welches Ziel hatte diese Neuordnung und inwiefern ist es zukunftsorientiert, sich mit einer Sparte auf das Thema IT zu konzentrieren?

Ferri Abolhassan: Die Umstrukturierung verfolgt eine klare Fokussierung auf die jeweiligen Wachstumsfelder, um den Kundenanforderungen noch besser gerecht zu werden. Das beinhaltet auch eine Stärkung der unternehmerischen Verantwortlichkeit in den jeweiligen Produktsparten – von der Produktentwicklung über den Vertrieb bis zur Umsetzung. So können wir der ganzheitlichen Betreuung unserer Kunden Ende-zu-Ende – vom ersten Beratungsgespräch bis zur Implementierung einer Technologie und darüber hinaus – optimal Rechnung tragen, da Vertrieb und Produktion Hand in Hand agieren.

Die IT-Division ist der Bereich, der sich auf klassische IT-Dienstleistungen, Systemintegration und Outsourcing fokussiert. Die Cloud nimmt hier natürlich eine bedeutende Rolle ein. Schließlich hat sie sich längst zum Business Enabler für Unternehmen und zum Schlüssel zur Digitalisierung entwickelt. T-Systems war der erste Anbieter am Markt mit einem konkreten Cloud-Angebot für Business Applications. Unsere jahrelange Erfahrung mit IT-Transformationen kommt den Kunden demnach zugute.

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Dies resultiert – ebenso wie unsere hohen Sicherheits- und Qualitätsmaßstäbe – in zahlreichen erfolgreichen Projekten und Ergebnissen. So erhalten wir auch von unseren Kunden Bestnoten.

Zum zweiten Mal in Folge haben wir 84 TRI*M Indexpunkte in der Kundenzufriedenheitsbefragung erzielt. Um das zu erreichen, muss die IT-Basis stimmen. Sich hier mit einer spezialisierten Division im Sinne der Kunden noch stärker zu fokussieren, ist die zukunftsorientierte Konsequenz.

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