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Supercomputer, Echtzeitanalysen und Responsible Maschine Learning Azure soll Versprechen von HTAP erfüllen

Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Elke Witmer-Goßner

Auf der Build 2020 hat Microsoft weitere Anwendungen und Einsatzszenarien für sein Azure-Portfolios präsentiert, darunter: Einen Supercomputer aus der Cloud, mit operativen Datenbanken integrierte Echtzeitanalysen sowie Open-Source-Tools für Maschine Learning mit korrigierbaren Vorurteilen.

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Azure Synapse Link verbindet zunächst Azure Cosmos DB mit Azure Synapse Analytics.
Azure Synapse Link verbindet zunächst Azure Cosmos DB mit Azure Synapse Analytics.
(Bild: Microsoft)

Mit Azure Synapse Link hat Microsoft auf der diesmal virtuell abgehaltenen Entwicklerkonferenz Build 2020 unter anderem eine Cloud-Lösung vorgestellt, dank der die Verheißungen von HTAP vollständig wahr werden sollen. HTAP steht für Hybrid Transactional Analytics Processing. Damit sollen Unternehmen Informationen ihrer Transaktionsdaten in Echtzeit auswerten.

Die bislang als Preview verfügbare Lösung unterstützt zunächst Azure Cosmos DB und verbindet das Datenbankmanagementsystem mit Azure Synapse Analytics. Auf diesem Wege sollen Unternehmen die aktuellen Daten ihrer operativen Systeme jederzeit auswerten können.

Damit eliminiere die Lösung einerseits die Verzögerungen im Zusammenhang mit Batchprozessen von ETL-Lösungen (Extract, Transform, Load). Andererseits könnten die Analysen auch kostengünstiger durchgeführt werden als mit speicherhungrigen Produkten, die Analytics und Transaktionen in einem System vereinen.

Künftig soll Synapse Link neben Azure Cosmos DB auch weitere Datenbankmanagementsysteme unterstützen, darunter Azure SQL, Azure Database for PostgrSQL und Azure Database for MySQL.

KI-Supercomputer: Lernen mit und für Azure

Bereits jetzt hat Microsoft einen KI-Supercomputer präsentiert, der vollständig in der Azure-Cloud betrieben wird. Das gemeinsam mit und ausschließlich für den kalifornischen Anbieter OpenAI entwickelte System vereint 285.000 CPU-Kerne und 10.000 GPUs; jeder GPU-Server sei mit 400 Gbit/s angebunden. Damit würde es das System in die Top 5 der auf Top500.org gelisteten Supercomputer schaffen – sagt Microsoft.

Mit dem Rechner will OpenAI die eigenen KI-Modelle trainieren. Die beim Aufbau der Lösung gemachten Erfahrungen sollen derweil der Allgemeinheit zugute kommen. Microsoft wird die Erkenntnisse beim weiteren Wachsen der eigenen Cloud-Plattform nutzen.

Open-Source-Tools für nachvollziehbares ML

Ebenfalls vorgestellt: Neue „Responsible ML“-Tools, die Microsoft als Open Source verfügbar macht. Nutzer sollen die Modelle für maschinelles Lernen damit während des gesamten Lebenszyklus besser verstehen, schützen und gestalten. Beispielsweise sollen Algorithmen so auch eventuelle Voreingenommenheiten abgewöhnt werden, die auf verzerrten Trainingsdaten beruhen.

Health, 365 und Fluid Framework

Schließlich hat der Anbieter auf der Build 2020 Erweiterungen für die Büro- und Collaborationwerkzeuge von Microsoft 365 vorgestellt. So ließen sich neue Teams etwa über anpassbare Vorlagen rasch erstellen; eine neue „Bookings App in Teams“ helfe bei Planung und Verwaltung virtueller Termine. Künftig könnten Kunden zudem per Power Virtual Agents eigene, virtuelle Agenten in Microsoft Teams kreieren.

Das bereits zur Ignite 2019 vorgestellte Fluid Framework solle es künftig noch einfacher machen, über unterschiedliche Anwendungen hinweg zu arbeiten – sei es Teams, OneNote, SharePoint oder Outlook.

Unter der Bezeichnung Cloud for Healthcare hat Microsoft zudem seine erste branchenspezifische Cloud-Lösung präsentiert. Die baut auf Funktionen und Diensten von Azure auf, die an Szenarien im Gesundheitswesen angepasst sind. Angebote für weitere Branchen sollen folgen.

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