Qualitätssicherung in der produktzentrierten Anwendungsentwicklung bei ImmobilienScout24

Automation von Softwaretests mit HP QuickTest Professional und HP Quality Center

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Wichtige Grundlage für die Verkürzung der Release-Zyklen für das Unternehmen ist die Entwicklung nach der agilen Methodik Scrum, nach der die Softwareentwickler seit gut einem Jahr arbeiten. Das heißt, ein Projekt wird während seines Verlaufs ständig neu ausgerichtet und feinjustiert.

Die Softwareentwicklungsteams sind so organisiert, dass sie produktiver arbeiten und gleichzeitig Software von höherer Qualität sowie höherem Geschäftsnutzen liefern. Dazu arbeiten die Entwickler in so genannten Sprints innerhalb von vier Wochen klar definierte Aufgabenpakete wie etwa eine Funktionsänderung ab. Auf Lastenhefte, wie in der traditionellen Softwareentwicklung üblich, verzichtet das Unternehmen dabei. Die Entwickler orientieren sich an Layout-Vorlagen. Jähn: „Das Erstellen von Lastenheften würde einfach zu lange dauern, in der Zeit haben wir fast schon ein neues Produktrelease fertig gestellt.“ Durch Scrum hat das Unternehmen den Durchsatz in der Softwareentwicklung nochmals wesentlich erhöht. Für die mittlerweile 23 Mitarbeiter der QA-Abteilung bedeutet dies aber auch: mehr Arbeit und erhöhte Anforderungen an die Qualitätssicherung.

Automatische Tests sollen vor der Softwareentwicklung erstellt werden

Eine weitere Beschleunigung ist bereits in Planung: Die automatischen Tests sollen – typisch für Scrum – noch vor der Softwareentwicklung erstellt werden. Die Folge: Entwicklung und Tests von Änderungen und Basisfunktionalitäten können dann parallel laufen und ein neues Softwarerelease nur wenige Tage nach der Entwicklung live geschaltet werden kann, wenn Lasttests und Probe-Deployment keine Probleme verursacht haben. Die Vision der IT Verantwortlichen ist das Continuous Deployment: Die IT implementiert ständig neue Funktionalitäten und Produkte. „Ohne den hohen Automatisierungsgrad und die hohe Testfallabdeckung wäre dies nicht leistbar“, so Jähn.

Sowohl die Softwareentwickler als auch die Fachbereiche werden durch die Kombination aus neuer Methodik und Tool-Einsatz deutlich entlastet: Die Fachbereiche sind nun nur noch bei ganz großen Änderungen in die Tests involviert. Ansonsten nehmen sie nach dem Ende des Sprints die Änderungen lediglich noch fachlich ab. Die Softwareentwickler werden von den im Scrum-Team sitzenden Testingenieuren schon vor der fachlichen Abnahme auf Bugs aufmerksam gemacht. „Das ist deutlich effektiver als früher, als sie sich in die Fehler eindenken mussten, nachdem die Entwicklung längst abgeschlossen war und sie bereits am nächsten Release arbeiteten“, so Jähn.

Dass die Geschwindigkeit bei Immobilienscout24 mit steigender Qualität einher geht, ist mit harten Fakten belegt: Während die Zahl der Features pro Release zwischen Version 16 und 50 der Plattform immobilienscout24.de von vier auf 14 gestiegen ist, hat sich die Zahl der Bugs glatt halbiert (siehe Grafik).

Nicht zuletzt profitiert das Produktmanagement heute von der neuen Art der Anwendungsentwicklung: Aussagen der Softwareentwicklung wie „geht nicht“ oder „dauert lange“ hört es nun nicht mehr. Die Produktmanager selbst konzentrieren sich wieder voll und ganz auf neue Ideen. Wie etwa die iPhone-App ImmoScout24 oder den Quick-Check, eine Art Schwacke-Liste für Immobilien. Jähn ist überzeugt: „Letztlich haben wir nicht zuletzt wegen des schnellen Umsetzens von Ideen in Produkte in den vergangenen Jahren kontinuierlich unseren Umsatz, die Zahl der Immobilienangebote und die Zugriffszahlen gesteigert. Unsere Positionierung als Innovationsführer ist damit gesichert.“

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