„Die deutschen Kunden wollen Zugang zum Sonntagsbraten mit allen Beilagen“, summierte Werner Vogels die Kundenwünsche. Durch die Anzahl und Vielfalt an Funktionen will sich AWS gegenüber anderen IaaS-Anbietern profilieren. „Wir haben im Jahr 2014 516 neue Dienste und Funktionen gestartet, während es 2013 nur 280 waren“, so der CTO.
Zu den Neuerungen zählt Vogels den Zugriff auf ein Shared File System (à la NetApp, denn AWS biete nun das Amazon Elastic File System als Managed Service an. „Es ist mit EC2 integrierbar, basiert auf schnellen SSDs und weist daher eine geringe Latenzzeit auf. Wie immer zahlt der Kunde nur für Storage-Kosten.“ Eine Preview gibt es hier. Jeff Barr von AWS erwartet, dass EFS für Content Repositories, Entwicklungsumgebungen, Web Server Farmen, Verzeichnisse und Big Data Anwendungen genutzt wird.
Im E-Commerce und anderen Branchen erfordern Empfehlungen und Vorhersagen Machine-Learning. Das ist nach den Worten Vogels' „eine Form von Künstlicher Intelligenz, die immer wichtiger wird“. Deshalb stellte er in Berlin den neuen Machine-Learning (ML) Dienst Machine Learning Service vor. ML eigne sich für Erstellung prädiktiver Modelle, sei leicht bedienbar, echtzeitfähig und unterstütze breite Palette von Datenquellen. Interessant ist die Möglichkeit einzustellen, wie hoch die Toleranz des ML Service gegenüber False Positives sein darf.
Weil Entwicklungsarbeit künftig mit kleineren Blöcken und Containern (à la Docker) erfolge, so Vogels, unterstützt AWS diese Entwicklung nun mit dem bereits verfügbaren EC2 Container Service, der sich mit dem PaaS Application Management AWS Beanstalk integrieren lässt. Ein neuer Scheduler Service soll künftig für Lastausgleich sorgen.
Datensicherheit in der Cloud
Deutsche Mittelständler machen sich häufig Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten in der Cloud. Zu den AWS-Tools, die Datensicherheit bieten, gehört, wie Bettina Bernhardt von Audi schon erwähnt hat, die Virtual Private Cloud (VPC). Stephen Schmidt, der Chief Information Security Officer (CISO) von AWS, erklärt: „Die Amazon Virtual Private Cloud ermöglicht die Bereitstellung eines logisch isolierten Bereichs der Amazon Web Services (AWS)-Cloud, in dem Sie AWS-Ressourcen in einem von Ihnen definierten virtuellen Netzwerk ausführen können. So können Sie beispielsweise Ihre Datenbank in Ihrem eigenen virtuellen Netzwerk isolieren und Ihre lokale IT-Infrastruktur mit den Branchenstandards entsprechenden verschlüsselten IPSec VPNs verbinden.“
Der Nutzer habe die vollständige Kontrolle über seine virtuelle Netzwerkumgebung, so etwa bei der Auswahl seines eigenen IP-Adressbereichs, dem Erstellen von Subnetzen und der Konfiguration von Routing-Tabellen und Netzwerk-Gateways. *Sie können mehrere Sicherheitsebenen einrichten, darunter Sicherheitsgruppen und Netzwerk-Zugriffskontrolllisten (ACLs), die den Zugriff auf Amazon EC2-Instances in den einzelnen Subnetzen steuern“, erläutert Schmidt. „Darüber hinaus können Sie eine sichere Hardware-VPN-Verbindung zwischen Ihrem Unternehmensrechenzentrum und Ihrem VPC einrichten und die AWS-Cloud als Erweiterung Ihres Unternehmensrechenzentrums einsetzen.“
Damit werde beispielsweise auch das Hybrid-Modell der Cloud-Nutzung unterstützt. „Die Migration in die Cloud erfordert keine Entweder-oder-Entscheidung“, erklärte Vogels. „Auch das hybride IT-Modell funktioniert, etwa mit AWS DirectConnect und VMware Image Moving: Hybrid IT ist Teil der Reise, nicht die Endstation.“
Identity and Access Management
Ein weiterer wichtiger Service für die Datensicherheit und v.a. den Datenschutz ist laut Schmidt das AWS Identity and Access Management (IAM). „IAM ermöglicht es, sicher den Zugriff auf AWS-Services und -Ressourcen für die Benutzer zu steuern.“ Mithilfe von IAM könne der Kunde AWS-Benutzer und -Gruppen anlegen und verwalten und mittels Berechtigungen deren Zugriff auf AWS-Ressourcen zulassen oder verweigern.
Auf die Frage, ob mit weiteren Ausfällen von Amazon zu rechnen sei, antwortete Schmidt, dass Amazon jetzt seinen Lastenausgleich im Griff habe. Und was den Zugriff der geheimen US-Behörde FISC auf Kundendaten anbelange, so verweist er darauf, dass Amazon die Daten seiner Kunden nur verwalte, nicht aber besitze.
Stand: 08.12.2025
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