Virtualisierung auf dem Weg zur Meisterschaft

Alles virtuell, oder?

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Evolutionär betrachtet kann ein Rechenzentrum in mehrere Phasen eingeteilt werden. Basis-Rechenzentren sind reine Ansammlungen von IT-Systemen, bei denen unterschiedlichste Software ohne Ordnung von Hand konfiguriert wird. Eine Virtualisierung ist nur punktuell möglich. Teilweise Automatisierung und die Einführung von Standardsystemen führen zu verbesserten Abläufen. In standardisierten Rechenzentren kann gruppenweise virtualisiert werden. Werden jetzt noch Kosten optimiert und dazu das Sicherheitssystem vorausschauend eingesetzt, kann man von einem rationalisierten Rechenzentrum sprechen. Hier lassen sich effiziente Virtualisierungsmethoden finden.

Der letzte Schritt führt zum dynamischen Rechenzentrum. Alle, nicht nur die virtualisierten, Services sind messbar, nachprüfbar und vollautomatisiert. Die hochausfallsicheren Services richten sich nach strategischen Geschäftsbedürfnissen. Die virtualisierten Systeme können per Workflow bereitgestellt oder entfernt werden und Endanwender sind in der Lage sich selbständig über Service-Portale Software zu installieren oder Rechnerressourcen zu beschaffen.

Um dies zu realisieren und die vorab beschriebenen Themenbereiche abzudecken und miteinander zu verknüpfen, wird sozusagen der gesamte IT-Betrieb virtualisiert, nicht mehr nur eine einzelne Komponente. Alle Bereiche des Rechenzentrums werden um eine logische Schicht erweitert und zusammengefasst, um eine möglichst einheitliche Verwaltung zu ermöglichen.

Dies ermöglicht dann auch die momentan letzte Form der Virtualisierung. Die flexible Anbindung externer Ressourcen, also die Bereitstellung von Hybrid-Cloud-Lösungen zum Hosten von Applikationen und Servern im eigenen und gleichzeitig in entfernten, gekoppelten Rechenzentren oder in der Public Cloud. Beispiele hierfür sind wieder die VMware vCloud Suite und das Microsoft-System Center Suite 2012. Je nach Bedarf lassen sich so virtuelle Testgeräte ad-hoc in Microsoft Azure bereitstellen oder zusätzlicher Speicherplatz von Google oder Amazon für den Endbenutzer transparent anbinden. Die Grenzen der Technik werden hierbei fließend, die rechtlichen und prozessualen sind es nicht immer. Aber selbst das lässt sich einbeziehen.

Jochen Puls, adesso AG.
Jochen Puls, adesso AG.
(Bild: Adesso)
* Jochen Puls ist als Consultant bei der adesso AG tätig und hat in unterschiedlichen Kundenprojekten die Rolle als IT-Architekt, Projektmanager und Leiter technische Implementierung wahrgenommen.

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