Virtualisierung auf dem Weg zur Meisterschaft

Alles virtuell, oder?

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Virtualisieren lässt sich somit heute fast alles wenn es vorteilhaft erscheint, vom Server über Client Desktops bis zu einzelnen Anwendungen. Aber damit nicht genug. Virtualisierung ist in verschiedenen Ausprägungen eine Grundvoraussetzung für dynamische Rechenzentren und Cloud-Systeme. Mit Virtualisierung lassen sich also unterschiedliche Zwecke verfolgen. Dies sollte auch immer der Ausgangspunkt für die Überlegungen hinsichtlich des Nutzens, der TCO und des ROI sowie der Art des Virtualisierungssystems sein.

Ein wenig anders betrachtet lassen sich verschiedene Virtualisierungsmethoden nach ihrem Zweck wie folgt gliedern:

  • Server-Virtualisierung dient der Konsolidierung der Rechenzentrumsinfrastruktur. Die häufig auf Spitzenlasten ausgelegten Infrastrukturen langweilen sich im Normalbetrieb und sind somit häufig ineffizient und teuer. Die Virtualisierung mittels Hyper-V oder ESX verbessert TCO und ROI enorm und reduziert den Energieverbrauch. Die Einführung rechnet sich häufig nach kürzester Zeit.
  • Virtuelle Desktopumgebungen (VDI) können Desktops für Office Mitarbeiter per „Streaming“ bereitstellen. Dabei werden die Systeme im Rechenzentrum installiert und der Nutzer kann auch mit älterer Hardware aktuelle Software nutzen. Bereits abgeschriebene PCs können noch etwas länger betrieben werden, sofern Technik und Support mitspielen. Mobile Mitarbeiter oder externe Kräfte können über Gateways ebenfalls am VDI teil haben. Dabei ist aber der Einsatz von Roaming-User-Profilen und zwischengespeicherten Inhalten fast zwingend wegen geringerer Bandbreiten notwendig. VMware View oder Microsoft Remote Desktop Services ermöglichen die komplette Desktop-Nutzung (fast) überall.
  • Applikationsvirtualisierung mit Microsoft App-V oder VMware Thin App kann einzelne Anwendungen zum Anwender „streamen“. Somit lassen sich auch ältere Anwendungen wie beispielsweise Emulationen für Mainframe-Rechner weiter nutzen, oder komplexe Installationen vermeiden, wenn temporär ein Mitarbeiter auf SAP-Systeme zugreifen muss. Dass ein Anwender mit einer so bereitgestellten Software arbeitet, ist für ihn inzwischen häufig nicht einmal mehr ohne weiteres feststellbar.
  • Testumgebungen oder „Sandboxen“ lassen sich schnell und häufig auch kostenfrei lokal mit Typ-2-Hypervisoren installieren, um neue oder alternative Software auszuprobieren. Dies entlastet auch den IT Support, welcher nicht ständig Alternativen installieren oder entfernen muss.

Allen Vorteilen zum Trotz, dürfen die höheren Anforderungen an zusätzliche Management-Prozesse im Rechenzentrum nicht außer Acht gelassen werden. Um die notwendigen Abläufe zu etablieren, muss zur Bereitstellung und Überwachung Software wie etwa VMware Operations Management Suite oder Microsoft System Center Suite 2012 eingeführt werden. Eine manuelle Steuerung ist bei hohen Anwenderzahlen und wachsenden Sicherheitsanforderungen wie SAX 3 nicht mehr möglich.

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