World Backup Day: Warum Backups der Sicherheitsanker der Cloud sind Cloud-Sicherheit braucht Backups – und zwar echte!

Von Elke Witmer-Goßner 6 min Lesedauer

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Zum World Backup Day am 31. März sollte ein oft unterschätztes Instrument für mehr Sicherheit ins Rampenlicht rücken: regelmäßige, zuverlässige Backups. Denn auch in der Cloud schützen sie vor Ransomware, Datenverlust und Problemen mit Anbietern. Warum Backups kein „Nice to have“ und Luxus, sondern ein Muss für jede Cloud-Strategie sind.

Backups sind alles andere als nebensächlich. Strategisch eingesetzt gewährleisten sie die Wiederherstellung von Daten und Dokumenten im Ernstfall.(Bild:  mh.desing - stock.adobe.com)
Backups sind alles andere als nebensächlich. Strategisch eingesetzt gewährleisten sie die Wiederherstellung von Daten und Dokumenten im Ernstfall.
(Bild: mh.desing - stock.adobe.com)

Cloud-Infrastrukturen gelten als hochverfügbar, redundant und sicher – aber sie ersetzen keine echten Backups. Wer sich auf Synchronisation, Snapshots oder Versionierung allein verlässt, läuft Gefahr, im Ernstfall ohne brauchbare Datenkopie dazustehen.

Backups sind ein wichtiger Schutz vor versehentlichem Löschen von Daten, vor Softwarefehlern oder korrupten, beschädigten Dateien, die sich an nicht wiederfinden oder öffnen lassen. Unternehmen sichern sich mit Backups aber auch vor böswilligen Handlungen von Mitarbeitenden ab. Insofern minimieren sie mit konsequent umgesetzten Backup-Strategien Ausfallzeiten und den Verlust von Daten bei Sicherheitsvorfällen. Der Betrieb lässt sich nach Störungen schnell wiederaufnehmen, gelöschte oder manipulierte Daten lassen sich wiederherstellen.

Cloud ist gleich Backup – ein gefährlicher Irrtum

Sollten aber Cloud-Dienste ausfallen (man erinnere sich nur an den Crowdstrike-Vorfall) oder kompromittiert werden, dann sorgen Backups dafür, dass Unternehmen nicht ohne Daten dastehen und den Betrieb am Laufen halten können. Viele Unternehmen setzen bei SaaS-, PaaS- oder IaaS-Lösungen auf die Hochverfügbarkeit der Plattformen – und vergessen dabei oft: Cloud-Dienste sind nicht ausfallsicher.

Aus diesen Gründen sind Cloud-Backups wichtig.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Aus diesen Gründen sind Cloud-Backups wichtig.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Und was noch viel gravierender ist: Die Verantwortung für die Datensicherung liegt häufig beim Kunden. Das sogenannte Shared Responsibility Model verschiebt die Zuständigkeit für Backups meist vollständig auf den Nutzer.

Datenverlust kann auch in der Cloud jederzeit passieren, sei es durch einen gezielten Cyberangriff, durch Ransomware-Verschlüsselung oder einen simplen Benutzerfehler. Wenn alle anderen Sicherheitsmaßnahmen versagen, sind Backups die letzte Bastion. Besonders effektiv sind sogenannte Immutable Backups, die nachträglich nicht verändert oder gelöscht werden können – auch nicht von Angreifern mit Admin-Rechten.

Warum herkömmliche Backups für die Cloud-Sicherheitsstrategie nicht mehr ausreichen

Markus Grau von Pure Storage kommentiert:

„Backups sind ein zentraler Bestandteil jeder Cloud-Sicherheitsstrategie. Im Fall von Cyberangriffen, etwa durch Ransomware, ermöglichen sie die Wiederherstellung kritischer Daten, ohne auf die Forderungen von Angreifern eingehen zu müssen. Auch bei technischen Defekten oder anderen Schadenereignissen sichern sie die Geschäftskontinuität.

Markus Grau, Principal Systems Engineering, Pure Storage.
(Bildquelle: Pure Storage)


Allerdings reichen herkömmliche Backups aus Sicht der Cybersicherheit nicht mehr aus, da Angreifer zunehmend auch Sicherungskopien manipulieren oder löschen. Daher sind unveränderliche und nicht löschbare Backups essenziell – sie lassen sich selbst bei kompromittierten Admin-Zugangsdaten weder verändern noch verschlüsseln oder löschen. Diese Art von Backups ist deutlich widerstandsfähiger und zuverlässiger.

Moderne Datenschutzfunktionen helfen Unternehmen, sich besser auf Cyberbedrohungen vorzubereiten und im Ernstfall schnell zu erholen. Neben der regelmäßigen Erstellung unveränderlicher Kopien braucht es dafür auch eine leistungsfähige Infrastruktur, die schnelle Wiederherstellungen großer Datenmengen ermöglicht. Klassische Lösungen sichern zwar Daten, sind jedoch nicht auf schnelle Recovery ausgelegt.

Der entscheidende Erfolgsfaktor für eine Disaster-Recovery-Strategie ist heute die „Time to Data“ – also die Dauer, bis Daten wieder verfügbar sind. Diese lässt sich durch Technologien wie Flash-Speicher deutlich verkürzen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch Datenreduzierung (etwa durch Komprimierung und Deduplizierung) sowie die Möglichkeit, Daten bei Bedarf in die Cloud hochzuladen. Besonders geeignet sind Lösungen, die schnelle Wiederherstellungen mit niedrigen RTO- und RPO-Werten, Compliance-Monitoring und langfristige Cloud-Aufbewahrung kombinieren.“

Ohne Backup keine Rechtssicherheit

Was viele Unternehmen auch bedenken müssen: Zahlreiche Regulierungen wie DSGVO, ISO 27001 oder andere branchenspezifische Standards verlangen die nachvollziehbare, revisionssichere Sicherung kritischer Daten. Insofern sind Backups nicht nur eine technische Option, sondern regulatorische Voraussetzung. Im Ernstfall riskieren Unternehmen ohne stimmiges Backup-Konzept hohe Bußgelder. Vom Verlust der geschäftlichen Integrität ganz abgesehen.

Backups sind aber mehr als nur eine Versicherung gegen Datenverlust – sie eröffnen auch strategische Spielräume, indem sie beispielsweise die Migration zwischen Cloud-Anbietern erleichtern können und Lock-in-Effekte vermeiden helfen. Unternehmen bewahren sich so ihre Flexibilität, indem sie Kopien ihrer Daten selbst vorhalten. Bei Anbieterproblemen oder auch geopolitischen Risiken (USA!) bleibt die Business Continuity also erhalten. Oder anders gesagt: Wer seine Daten unabhängig sichert, ist weiter handlungsfähig – damit sind Backups auch ein zentraler Baustein digitaler Souveränität.

Warum sind Backups wichtiger Teil einer Cloud-Security-Strategie?

Angela Heindl-Schober von HYCU erklärt:

„In einer zunehmend cloudbasierten Welt ist Datenverlust keine Frage des Ob, sondern des Wann. Ob durch Ransomware, Bedienfehler, fehlerhafte Konfigurationen oder Ausfälle bei SaaS-Anbietern – die Verantwortung für die Datensicherheit liegt letztlich beim Unternehmen selbst, nicht beim Cloud-Anbieter.

Backups sind deshalb ein zentraler Baustein jeder Cloud-Sicherheitsstrategie. Sie ermöglichen nicht nur die Wiederherstellung im Notfall, sondern stellen auch sicher, dass Unternehmen im Einklang mit gesetzlichen Anforderungen wie DSGVO, NIS2 oder DORA handeln.

Angela Heindl-Schober ist Senior Vice President Global Marketing bei HYCU.
(Bildquelle: HYCU)


Gerade bei SaaS-Anwendungen wie Microsoft 365, Salesforce oder Atlassian sind Daten oft nicht standardmäßig langfristig geschützt. Ohne ein unabhängiges Backup riskieren Unternehmen Geschäftsausfälle durch Datenverlust, Strafen bei Verstößen gegen gesetzliche Vorgaben sowie Imageschäden im Falle eines Angriffs oder internen Fehlers.

Moderne Backup-Lösungen bieten heute weit mehr als einfache Kopien. Sie liefern schnelle Wiederherstellung, Schutz vor Ransomware, und vor allem die Flexibilität, Daten dort zu speichern, wo es regulatorisch und wirtschaftlich sinnvoll ist – in der Cloud, on-premises oder in einer eigenen Infrastruktur. Ohne Backup ist keine Cloud-Strategie vollständig. Datensicherheit beginnt mit Datenverfügbarkeit – und damit mit Backup.“

Fazit: Backups gehören in jede Cloud-Sicherheitsarchitektur

Backups sind keine lästige Pflicht, sondern ein kritischer Bestandteil ganzheitlicher Cloud-Security. Deshalb sollten sie auf jeden Fall regelmäßig, am besten automatisiert, verschlüsselt und möglichst in einer von der Unternehmensumgebung unabhängigen Infrastruktur erstellt werden – etwa in einer separaten Cloud-Region oder bei einem anderen Anbieter. Und nicht zu vergessen: Auch die Wiederherstellbarkeit muss regelmäßig getestet werden.

Der World Backup Day ist der ideale Anlass, bestehende Backup-Strategien zu prüfen und Cloud-Sicherheit neu zu denken. Denn in der Cloud gilt mehr denn je: Wer keine Backup-Strategie hat, bestraft sich selbst.

5 Tipps für die Auswahl der optimalen Backup-Lösung

Die Experten von DataManagement Professionals (DMP) haben fünf wichtige Tipps für Sie, die bei der Auswahl der optimalen Backup-Lösung helfen können:

1. Eine einzige Backup-Lösung einsetzen: Mehrere Backup-Paket können sich negativ auf die Qualität auswirken. Die Managementkapazitäten reichen oft nicht für die ordnungsgemäße Wartung. Außerdem wird zusätzlicher Speicherplatz benötigt und der kostet.

2. Sicherstellen, dass das Backup vollständig ist: Häufig vergessen IT-Teams neue Server in das Backup aufzunehmen - wegen Arbeitsüberlastung bei einem Projekt oder mangelnder Kapazität. Ein vollständiges Backup ist jedoch unerlässlich, um Datenverluste zu vermeiden. Das Backup muss zu einem festen Bestandteil von Projekten und Implementierungen werden.

3. Eine Backup-Richtlinie erstellen: Eigentlich eine Selbstverständlichkeit und doch oft vernachlässigt. Hier müssen grundlegende Fragen wie die Häufigkeit und Aufbewahrung von Backups und die Ergebnisse festgehalten werden. Ebenso müssen die Anforderungen und Wünsche jährlich mit dem Setup übereinstimmen.

4. Neueste Technologie für die Backup-Lösung einsetzen: Infrastruktur, Virtualisierung, Container, Microservices, Cloud und Serverless – Daten in allen Umgebungen müssen gesichert werden. Deshalb muss die Backup-Lösung dafür eingerichtet sein. Frühzeitig sollte daher in einem Projekt oder Prozess, bei dem neue Technologien eingeführt werden, das Thema Backup aktiv angesprochen werden. Zu berücksichtigen sind auch Aspekte wie Deduplizierung, Live-Wiederherstellung und Speicherintegration, um das Backup gut und effizient zu machen.

5. Und zu guter Letzt: Testen, testen, testen: Mindestens zweimal im Jahr gilt es, eine Reihe von Szenarien zu testen. Ob eine Wiederherstellung funktioniert oder wie lange sie dauert, wenn man sie wirklich braucht. Wenn möglich, ist es vorteilhaft, diese Tests zu automatisieren und sich Berichte erstellen zu lassen.

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