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Wie Salesforce die Channel-Basis erweitern will

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ITB: Auch Heroku spielt eine zentrale Rolle im Salesforce.com-Universum. Was ist der Sinn und Zweck hinter diesem Java-Tool für Cloud Computing?

Schreiner: Heroku haben wir vor etwa einem Jahr übernommen. Auch hierbei handelt es sich um eine Entwickler-Plattform, ganz ähnlich wie bei Force.com. Hier geht es aber eher um die Programmierung von Web-Apps für private User. Programmiert wird mittels Ruby on Rails, einem quelloffenen Web-Application-Framework mit den Schwerpunkten Darstellung, Gaming, Landing-Pages et cetera. Auch bei Heroku dient Database.com als Datenbank-Fundament.

ITB: Außerdem gibt es nun eine Social-Enterprise-Plattform, ein Werkzeugkasten, der Unternehmen für den Boom in Sachen Social Media wappnen soll. Welche Möglichkeiten verbergen sich in diesem Toolset?

Schreiner: Letzten Endes geht es um das Social Enterprise beziehungsweise um die Frage, wie Unternehmen gezieltes Marketing im Social-Media-Bereich gestalten können, aber auch um die Frage, wie die Mitarbeiter besser kommunizieren und kooperieren können. Eine aktuelle Umfrage von Salesforce.com zum Thema „Sharing“ unter 23.000 Menschen zeigt, dass drei Viertel der Befragten dem Teilen von Informationen und Wissen im Berufsleben sehr offen gegenüber stehen. Laut den Umfrageergebnissen teilen deutsche Arbeitnehmer auch gerne Informationen, weil sie sich als Experte für ein Thema etablieren wollen. Dieses Themengebiet ist sehr vielschichtig. Was die Mitarbeiter-Kommunikation angeht, spielt hier Salesforce Chatter eine Rolle. Chatter, das es auch in einer mobilen Version für Smartphones gibt, bedient sich bei den Ansätzen von Facebook, Google und Twitter und verfügt über Social-Media-Funktionalitäten wie Profil-Information, Status-Updates und Echtzeit-Feeds. Mitarbeiter können so entscheiden, welchen Unternehmens-Infos sie folgen möchten. Außerdem können sie auf CRM-Daten von Kunden aus der Cloud zugreifen. Auf der Kundenseite muss ein Social-Enterprise außerdem erfassen können, wo im Netz über das eigene Unternehmen geschrieben wird, um gegebenenfalls zu reagieren. In diesem Zusammenhang haben wir vor kurzem Radion6 übernommen …

ITB: … einen Spezialisten für Social Monitoring.

Schreiner: Genau. Hier werden APIs und offene Kanäle von Plattformen wie Twitter, Blogs oder Facebook genutzt, um über Keywords Content zu finden, der sich um das eigene Unternehmen dreht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Recht auf informationelle Selbstbestimmung in Hinblick auf Web-Monitoring und dem Streit zwischen Oracle-Chef Larry Ellison und Salesforce-Gründer Marc Benioff.

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