Kognitive Technologien machen nicht nur Kunden glücklicher

Wie man eine intelligente Wirtschaft fördert

| Autor / Redakteur: Pat McCarthy* / Elke Witmer-Goßner

Grenzüberschreitender Handel, Logistik und Finanzen funktionieren heute oft über digitale Netzwerke, mit einer intelligenten Wirtschaft als Folge.
Grenzüberschreitender Handel, Logistik und Finanzen funktionieren heute oft über digitale Netzwerke, mit einer intelligenten Wirtschaft als Folge. (Bild: © kwanchaift - stock.adobe.com)

Wir sind alle Teilnehmer an einer globalen Wirtschaft, die nicht nur immer vernetzter, sondern auch zunehmend intelligenter wird. Grenzüberschreitender Handel, Logistik und Finanzen – diskrete und sensible Funktionen – erfolgen heute oft über nahtlose digitale Netzwerke.

Ihre Konvergenz hat zu einer intelligenten Wirtschaft geführt, in der cloud-basierte kognitive Technologien Möglichkeiten aufzeigen, einen immensen Mehrwert zu erschließen, der noch vor wenigen Jahren nie möglich, geschweige denn denkbar gewesen wären. Vielleicht haben Sie 2005 Thomas Friedmans „The World is Flat“ gelesen – und wenn man jetzt darüber nachdenkt, präsentiert es eine bemerkenswert genaue Prognose, wie sich Technologie und kommerzielle Unternehmen entwickeln würden. Friedmans Erkenntnisse über Plattformen, die auf digitalisierten Informationen basieren, um Kommunikation und Handel zu vereinfachen, geben einen Ausblick darauf, was sich heute viele Unternehmen zum Ziel gesetzt haben: Intelligenz.

Jeder, so scheint es, – vom Lehrer und Musiker bis hin zum Mikrobiologen und sogar Beamten – setzt auf Predictive Analytics, um seine Fähigkeiten zu erweitern. Die Industrie bildet dabei natürlich keine Ausnahme. Um Erkenntnisse aus den riesigen Datenmengen zu gewinnen, greifen Unternehmen auf künstliche Intelligenz und andere cloud-basierte Technologien zurück und entfalten dabei einen enormen Mehrwert. Während die intelligente Wirtschaft um uns Gestalt annimmt, hat sich das intelligente Unternehmen zu ihrem Motor entwickelt, der das Wachstum, die Zusammenarbeit und Innovationen fördert.

Das Internet ist ein perfektes Beispiel: Auch nach zwanzig Jahren im Softwaregeschäft wundere ich mich immer noch, wenn ein Webbrowser meine Gedanken vervollständigt, bevor ich es tue. Oder wenn eine Streaming-Plattform neue Musik oder Filme vorschlägt und sie mir am Ende gefallen. Indem sie sich an frühere Aktivitäten erinnern – Suchanfragen, die zum Kauf oder eben Nicht-Kauf führten –, schneidern diese Webseiten Algorithmen so zu, dass sie vorwegnehmen können, was wir wollen. Es passiert, bevor wir es merken. Als Gegenleistung für diese Bequemlichkeit belohnen wir sie mit dem Kauf und Loyalität.

Vorteile globaler Geschäftsvernetzung nutzen

Was wäre, wenn Business-to-Business-Commerce genauso bequem wäre? Seit Jahren hinken B2B-Plattformen in ihrer Benutzerfreundlichkeit und Prognosefähigkeit hinter ihren B2C-Pendants hinterher. Aber mit dem Aufkommen cloud-basierter Technologien ändert sich das enorm. Ausgestattet mit kognitiven Technologien, entstehen aus digitalen Netzwerken intelligente Unternehmen, in denen datengesteuerte Erkenntnisse es ermöglichen, nicht nur die Wünsche der Kunden vorherzusagen, sondern auch, wie und wann sie diese erfüllen sollen.

Digitale Netzwerke können beispielsweise im Einkauf Engpässe in der Lieferkette antizipieren und diese umgehen, lange bevor sie Schaden anrichten können. Diese Netzwerke bieten einen neuartigen Einblick in Daten, die zuvor isoliert wurden und geben Aufschluss über bisher unsichtbare Muster. Darüber hinaus ermöglichen sie es Handelspartnern, unabhängig davon, ob sie sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite oder Küste eines Ozeans befinden, in Echtzeit an der Produktgestaltung, der operativen Ausrichtung oder an gemeinsamen Marketingmaßnahmen mitzuwirken. Durch die Transparenz der Abläufe von Millionen von Käufern und Lieferanten, können digitale Netzwerke Handelspartner mit den gleichen Wertevorstellungen vorschlagen und empfehlen. Verfügt ein potenzieller Lieferant über die notwendigen Governance-Strukturen, um Zwangsarbeit in seiner Lieferkette zu eliminieren? Geht er verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen um? Digitale Netzwerke fokussieren diese und Hunderte andere Compliance- und wertorientierte Kriterien. Wenn Unternehmen sich das zu Nutze machen, können sie nicht nur ihren eigenen Betrieb, sondern auch die ganze Welt positiv beeinflussen.

Transformative Wirkungen

Pat McCarthy, SAP Ariba.
Pat McCarthy, SAP Ariba. (Bild: SAP Ariba)

Ist die Wandlung zu einem intelligenten Unternehmen vollzogen, gehen die Vorteile deutlich über effiziente und ethische Entscheidungen hinaus. Unternehmen profitieren auch von der transformativen Wirkung auf Mitarbeiter. Wir alle wissen, dass Mitarbeiter den Erfolg vorantreiben. Der Einzug intelligenter Technologien befähigt Mitarbeiter, auf höchstem Niveau zu arbeiten, denn sie werden von alltäglichen, taktischen Aufgaben befreit. So übernehmen digitale Netzwerke im Einkauf zunehmend viele der bisher manuellen Tätigkeiten wie Beschaffung, Vertragswesen und den Zahlungsverkehr. Infolgedessen können sich mehr Fachleute auf strategische Prioritäten konzentrieren, wie zum Beispiel die Stärkung der Beziehungen zu Lieferanten, das Vorantreiben von Innovationen und das Risikomanagement.

Geschäfte werden mittlerweile mit einer hohen Geschwindigkeit abgewickelt und unsere Weltwirtschaft wird zunehmend dynamischer, vielfältiger. Einem intelligenten Unternehmen bietet sich somit ein einfacher und klügerer Weg zu Wachstum und Erfolg. Die intelligentesten Unternehmen verlassen sich auf vernetzte Partner und Lieferketten. Dank digitaler Netzwerke und cloud-basierter Anwendungen, schaffen sich führende Unternehmen immense Möglichkeiten und Wettbewerbsvorteile.

* Der Autor Pat McCarthy ist Senior Vice President und General Manager bei SAP Ariba.

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