Digitale Souveränität und Cloud-Strategien Geopolitik treibt CIOs in die Arme lokaler Cloud-Anbieter

Von Elke Witmer-Goßner 2 min Lesedauer

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Eine neue Gartner-Umfrage zeigt: CIOs und IT-Verantwortliche in Westeuropa wollen sich aufgrund geopolitischer Risiken stärker auf lokale oder regionale Cloud-Provider verlassen. Bis 2030 werden laut Analyse über drei Viertel aller Unternehmen außerhalb der USA eine eigene Digital-Sovereignty-Strategie etablieren.

Wegen geopolitischer Risiken entscheiden sich westeuropäische CIOs verstärkt für lokale Cloud-Anbieter. Bis 2030 werden über 75 Prozent der Unternehmen außerhalb der USA eine Strategie für digitale Souveränität verfolgen.(Bild: ©  John - stock.adobe.com)
Wegen geopolitischer Risiken entscheiden sich westeuropäische CIOs verstärkt für lokale Cloud-Anbieter. Bis 2030 werden über 75 Prozent der Unternehmen außerhalb der USA eine Strategie für digitale Souveränität verfolgen.
(Bild: © John - stock.adobe.com)

Die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten führen in Westeuropa zu einer spürbaren Neubewertung internationaler Technologieabhängigkeiten. Laut einer aktuellen Gartner-Befragung unter 241 CIOs und IT-Führungskräften planen 61 Prozent der Unternehmen, ihre Nutzung lokaler oder regionaler Cloud-Dienste auszubauen. Der Grund: Sorge um digitale Souveränität und die Kontrolle über eigene Daten, Prozesse und Infrastrukturen, wenn diese von außereuropäischen Hyperscalern betrieben werden.

Gartner prognostiziert, dass dieser Trend deutlich an Fahrt gewinnt. Bis 2030 sollen mehr als drei Viertel aller Unternehmen außerhalb der USA eine formalisierte Strategie für digitale Souveränität besitzen, die eng mit souveränen Cloud-Konzepten verknüpft ist.

Regulatorische Anforderungen und kritische Infrastruktur als Treiber

René Büst, Senior Director Analyst bei Gartner, erklärt, dass viele Organisationen in Westeuropa ihre wesentlichen Workloads nicht in nicht-europäischen Cloud-Umgebungen betreiben können. Gründe sind regulatorische Vorgaben, Kundenanforderungen und die Einstufung als kritische Infrastruktur.

Parallel dazu gaben im Durchschnitt 53 Prozent der Befragten an, geopolitische Faktoren würden künftig ihre Nutzung globaler Cloud-Anbieter einschränken.

Geopatriation und Open Source als mögliche Alternativen

Einige Unternehmen prüfen bereits den Schritt der „Geopatriation“: Workloads von globalen Hyperscalern zu nationalen oder regionalen Anbietern zurückzuführen. Büst weist jedoch darauf hin, dass volle digitale Unabhängigkeit nur mit langjährigen Investitionen lokaler Provider realisierbar sei.

Auch Open Source gewinnt an Bedeutung. Laut Umfrage sehen 55 Prozent der CIOs und IT-Führungskräfte offene Technologien künftig als wichtigen Bestandteil ihrer Cloud-Strategien. Sie bieten Flexibilität und Anpassbarkeit, bringen jedoch operative Herausforderungen mit sich, da viele Projekte komplex sind und übergreifende Koordination erfordern.

Vorteil für Spätstarter: Legacy-Strukturen eröffnen Auswahlspielräume

Unternehmen, die bisher nur langsam in die Cloud gewechselt sind, könnten sich nun strategische Vorteile sichern. Mit überwiegend bestehenden Legacy-Systemen haben sie laut Büst die Möglichkeit, gezielt auszuwählen, welche Cloud-Plattform oder Architektur für einzelne Geschäftsbereiche am geeignetsten ist. Die digitale Souveränität lasse sich dadurch bewusster gestalten.

CIOs müssen Verantwortung übernehmen

Gartner-Analyst Büst formuliert einen deutlichen Appell: Die Verantwortung für digitale Souveränität liege eindeutig bei den Unternehmen selbst. Weder Cloud-Provider noch externe Dienstleister würden diese Aufgabe übernehmen. Führungskräfte müssten ihre digitale Unabhängigkeit daher aktiv definieren, gestalten und schützen.

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