Process Mining ist die systematische und datengestützte Analyse von Geschäftsvorgängen einer bestimmten Organisation. Neben Unternehmen kommt das System beispielsweise auch in Bildungseinrichtungen zum Einsatz. Drei Varianten werden dabei unterschieden.
Mithilfe von Process Mining ist es möglich, Geschäftsprozesse zu modellieren, zu analysieren und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse zu optimieren.
Die Grundidee hinter Process Mining ist denkbar einfach: Ganz oder teilweise digitalisierte Prozesse hinterlassen Spuren. Gelingt es, diese sichtbar zu machen, erhalten die Verantwortlichen einen objektiven Einblick in die Vorgänge, die in der eigenen Organisation ablaufen. Metaphorisch gesprochen geht es um das Nachvollziehen von Spuren im Schnee. Sie wissen, dass Personen Wege in der Region genommen haben, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Sie haben entsprechende Anweisungen mit Wegvorgaben ausgehändigt. Ihnen ist jedoch nicht bekannt, wer konkret wo entlanggelaufen ist. Spuren im Schnee geben Ihnen diesbezüglich wichtige Anhaltspunkte.
Zugleich bietet diese Metapher schon eine Erklärung dafür, weshalb drei Process-Mining-Varianten unterschieden werden:
Discovery Mining: Die Spuren im Schnee müssen erst einmal gefunden werden.
Conformance Mining: Die Spuren werden zugeordnet. Sie können dabei überprüfen, ob die Wege gegangen worden sind, die Sie vorgegeben haben.
Enhancement Mining: Sie erhalten die nötigen Daten, um die Wege zu verbessern. Sie ermitteln beispielsweise, dass eine Person deutlich schneller ihre Aufgaben bewältigen kann, wenn sie einen leicht anderen Weg nimmt.
Wie Process Mining funktioniert
Process Mining benötigt die digitalen Ereignisprotokolle der jeweiligen Organisation. Diese sogenannten "Event Logs" zeigen alle digitalen Aktionen mit Uhrzeit und Klienten an. Die Vorfälle lassen sich spezifischen Vorgängen zuordnen. Zugriffe auf das Online Banking können beispielsweise der Bezahlung von Rechnungen zugeordnet werden. Die Logs zeichnen also ein vollständiges Bild davon, was im digitalen Raum der Organisation passiert. Die aufgezeichneten Ereignisse sind allerdings nicht den Prozessen zugeordnet. Dies ist das eigentliche Mining. Die zugehörigen Ergebnisse werden häufig grafisch visualisiert, um eine leicht verständliche Veranschaulichung zu gewährleisten.
Discovery Mining: Prozesse „entdecken“
Ziel des Discovery Minings ist die Erstellung eines Prozessmodells. Darunter ist eine Darstellung aller in der Organisation ablaufenden Vorgänge zu verstehen. Diese Variante beginnt stets bei null. Dies bedeutet, vorherige Mining-Resultate oder Modelle werden ausgeblendet. Sie könnten die objektive Ermittlung des Ist-Zustandes verzerren.
Conformance Mining ist ein Abgleich der ermittelten Ist-Zustände mit den vorgegebenen Soll-Zuständen. Es steht also die Frage im Mittelpunkt, ob alle Vorgänge wie vorgegeben ablaufen. Ist dies nicht der Fall, sollen die Abweichungsorte identifizierbar werden. Idealerweise lässt sich auf diese Weise auch erklären, weshalb es zu non-konformen Prozessdurchführungen gekommen ist.
Enhancement Mining: Prozesse erweitern und verbessern
Die Ermittlung der Ist-Zustände und ihr Abgleich mit den Soll-Zuständen gibt erste Aufschlüsse über Optimierungsmöglichkeiten. Ihr Potenzial reicht aber weiter: Es können beispielsweise neue Soll-Zustände definiert werden, weil die aktuelle Bestandsaufnahme zeigt, dass laufende Prozesse mit einigen Änderungen ein deutlich größeres Potenzial besitzen. Das Enhancement Mining verdankt dieser Idee seinen Namen: Es geht darum, Vorgänge zu Optimierungszwecken auszudehnen bzw. zu erweitern.
Ein weiterer Faktor, der zu diesem Komplex zählt, sind gefundene Ereignisse, die sich nicht kategorisieren lassen. Nicht alle Events in den Logs lassen sich zwangsweise einem Prozess zuordnen. Dies kann beispielsweise daran liegen, dass sie mit manuellen Vorgängen verknüpft sind. Isolierte, nicht regelmäßige Druckvorgänge seien exemplarisch genannt. Das Enhancement Mining beschäftigt sich mit der Frage, ob die isolierten Ereignisse verzichtbar sind. Sollte dies nicht der Fall sein, geht es darum, ob sich diese in einen größeren Prozess einbinden lassen. Interessant ist dieser Punkt insbesondere für solche Organisationen, die eine Digitalisierung ihrer Vorgänge durchführen möchten.
Vorteile des Process Minings
faktenbasierte Einsichten in die eigenen Geschäftsvorgänge,
schneller und günstiger als Process Mapping-Workshops,
über die Bestands-IT umsetzbar,
Möglichkeit, Prozesskennzahlen zu erheben, zu visualisieren und zu untersuchen.
Mögliche Schattenseiten
Gefahr der Überinterpretation bestimmter Daten (Datenqualität ist nicht identisch hoch),
eventuell Probleme durch Prozess- oder Konzeptänderungen (Daten ergeben möglicherweise keinen Sinn oder sind nur schwer erklärbar),
Unsichtbarkeit manueller Tätigkeiten,
Event-Logs zwingend erforderlich,
hoher Aufwand für die Einführung.
Unterscheidung: Process Mining vs. Data Mining
Viele der bisherigen Erläuterungen klingen möglicherweise vertraut. Schließlich sehen Beschreibungen für das Data Mining ähnlich aus. Zwangsläufig stellt sich die Frage: Wo liegt der Unterschied? Das Process Mining zählt tatsächlich zum Data Mining. Es ist eine der zugehörigen Methoden. Es ist deshalb weniger umfangreich als das, was weitläufig als Data Mining bekannt ist. Da Process Mining abgesehen vom relativ hohen Einführungsaufwand jedoch vergleichbar einfach umzusetzen ist, interessieren sich viele Organisationen für die entsprechende Option. Dies hat dazu geführt, dass diese Technik im allgemeinen Bewusstsein nicht mehr automatisch dem Data Mining zugeordnet wird.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Microservices, Cloud Native, REST API , Kubernetes & Co.: Cloud Computing Wiki
Von AWS bis XaaS: Alle relevanten Schlagworte aus dem Bereich Cloud Computing finden Sie verständlich erklärt in unseren Definitionen. Ganz im Sinne eines kleinen, aber feinen Glossars lesen Sie hier neutral verfasste und leicht verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen. Als Service für Sie haben wir die hier erklärten Begriffe in unseren Beiträgen auch direkt mit den zugehörigen Lexikoneinträgen verlinkt. So können Sie die wichtigsten Erläuterungen direkt dort nachschlagen.