Eine Proprietary Cloud basiert im Gegensatz zu einer Open Cloud auf jeweils herstellerspezifischen Komponenten und Inhalten. Dies bringt sowohl Vorteile und Nachteile sowohl für Anbieter als auch für Anwender. Proprietäre Clouds gelten als professionellere Lösung.
Proprietary Cloud bildet das Gegenstück zu einer Open Cloud: Kunden binden sich an herstellerspezifische Komponenten - mit allen Vor-, aber auch möglichen Nachteilen.
Cloud-Provider haben die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Arbeitsweisen bzw. -methoden. Zur Auswahl steht zum einen die Open Source Variante, die über einen öffentlich zugänglichen Code verfügt. Zum anderen setzen die Anbieter alternativ auf selbst entwickelte, proprietäre Werkzeuge.
Welche Option sich dabei jeweils besser eignet, lässt sich nicht pauschalisieren. Vielmehr hängt die Entscheidung für oder gegen eine Proprietary Cloud immer von den Gegebenheiten, den individuellen Anforderungen sowie den Zielsetzungen der Nutzer ab. Vom Grundsatz her verfolgen sowohl die Open-Cloud-Dienste als auch Proprietary-Cloud-Dienste das Ziel, dem Endnutzer Software oder andere bedarfsgerechte Tools zur Verfügung zu stellen.
Was genau bedeutet proprietär im Zusammenhang mit der Cloud?
Im Hinblick auf die Cloud werden die herstellerspezifischen Technologien als proprietär bezeichnet, deren Nutzung durch die Nichtverfügbarkeit des Quellcodes oder aufgrund von rechtlichen Bestimmungen eingeschränkt ist. Der Begriff selbst bezieht sich dabei auf das so bezeichnete Eigentumsrecht. Demnach kann proprietär von der Bedeutung her als „im Eigentum befindlich“ umschrieben werden.
In der Informations- und Kommunikationstechnik (kurz: IKT) findet der Begriff Proprietärität vor allem Anwendung bei Hardware- und Software-Produkten, Programmierschnittstellen (APIs), Dateiformaten oder auch Protokollen, die nicht frei verfügbar sind und auf herstellerspezifischen Entwicklungen basieren. Auch Technologien, die im Rahmen bestehender Patente und Lizenzbestimmungen nutzbar sind, zählen zu dieser Kategorie.
Schnittmengen zwischen Proprietary Clouds und Open-Source-Lösungen
Die Verwendung des Begriffs stellt sich dabei durchaus fließend dar und lässt sich nicht eindeutig von Open-Source-Inhalten abgrenzen. So können zum Beispiel Protokolle oder Dateiformate mit patentrechtlichen Einschränkungen belegt sein, obwohl es sich im Grunde genommen um allgemeine Standards handelt.
Ein gutes Beispiel hierfür stellt das Kompressionsformat AAC dar. Im umgekehrten Fall verhält es sich ähnlich. Es gibt mittlerweile zahlreiche freie Formate, die quelloffen entwickelt wurden, sich aber nicht als herstellerunabhängiger Standard durchsetzen konnte. Dies trifft zum Beispiel auf Ogg Vorbis (freies bzw. offenes Audioformat für verlustbehaftete Audiodatenreduktion).
In welcher Form unterscheidet sich eine Proprietary Cloud von einer Open Cloud?
Eine Proprietary Cloud weist besondere Merkmale auf. Um diese richtig einordnen zu können, hilft ein direkter Vergleich mit der frei verfügbaren und herstellerunabhängigen Open Cloud. Dies sind die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der beiden Cloud-Varianten:
1. Nutzungs- und Lizenzgebühren sowie andere Kostenfaktoren Open Source Modelle sind in der Regel kostenlos. Es entfallen also keine Nutzungs- oder Lizenzgebühren an. Eine Proprietary Cloud ist demgegenüber nie kostenlos. Zwar starten in seltenen Fällen auch einige proprietäre Cloud-Modelle mit einem kostenlosen Paket, aber hierbei handelt es sich in der Regel lediglich um einige Standard- bzw. Grundfunktionen. Um die Cloud und die bereitgestellten Dienste effektiv und in vollumfänglicher nutzen zu können, werden zusätzlich bezahl- bzw. kostenpflichtige Inhalte benötigt.
2. Integration von Upgrades und Updates Ähnlich verhält es sich im Hinblick auf Updates und Upgrades. Im Rahmen einer Proprietary Cloud sind in einigen Fällen kleinere Updates zwar kostenlos, aber für größere Updates und Upgrades müssen die Nutzer einer proprietären Cloud in der Regel bezahlen. Wer dagegen bei der Cloud auf Open Source setzt, erhält Updates und Upgrades dank des kollaborativen Charakters kostenlos. Updates und Upgrades sind dadurch für jeden User zu jeder Zeit frei zugänglich.
3. Bindung an einen Hersteller und dessen Spezikationen Proprietäre Clouds sind immer an die für die Entwicklung verantwortlichen Hersteller gebunden. Das schränkt die Flexibilität der Nutzer unter Umständen stark ein, da sämtliche genutzte Komponenten und Tools vom gleichen Hersteller stammen müssen. Zudem gibt es keinen Wissens- und Informationstransfer zwischen den konkurrierenden Herstellern. Dadurch können Entwicklungsfortschritte zum einen verlangsamt werden und zum anderen zu einseitig ausfallen. Wird eine Open Cloud genutzt, gibt es keine Beschränkungen auf nur einen Hersteller bzw. Anbieter. Open Source sorgt hier für die entsprechende Kompatibilität.
4. Zugriff auf Quellcode ist bei einer Proprietary Cloud nicht möglich Änderungen am Quellcode einer Proprietary Cloud kann im Bedarfsfall ausschließlich der jeweilige Product Owner vornehmen. Das schmälert einerseits zwar die Möglichkeiten für herstellerneutrale Optimierungen, bietet dafür aber einen ohne ständige Änderungen stabil gehaltenen Service. Bei Open-Source-Cloud-Produkten sind demgegenüber Änderungen am Quellcode erlaubt. Das führt zu einer sehr hohen Flexibilität und einer stets zeitnahen Umsetzung von Veränderungen und Optimierungen durch das herstellerunabhängige Entwicklerteam.
Stand: 08.12.2025
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5. Die Sicherheit und der Schutz der Daten im Fokus In der Regel gelten Proprietary Clouds als vergleichsweise sicher. Das ergibt auch Sinn, da jeder Hersteller die jeweils bestmögliche Sicherheit gewährleisten möchte. Werden Sicherheitsprobleme bekannt, schadet dies der eigenen Reputation und damit auch dem Umsatz durch die vom Unternehmen angebotenen Cloud-Features. Allerdings bewertet die Mehrzahl der IT- und Cloud Computing Experten die Sicherheit einer Open-Cloud-Variante als noch besser. Grund hierfür ist die kollektive Zusammenarbeit einer ganzen Community von Spezialisten und Branchenexperten, was zu einer mehrdimensionalen Perspektivvielfalt bei der Suche nach Lösungen führt. Allerdings können bei beiden Cloud-Varianten zum Beispiel Datenschutzverletzungen auftreten. Aufgrund der offenen (Open Cloud) und der geschlossenen (Proprietary Cloud) Struktur kommen dabei zwei unterschiedliche Methodiken bzw. Herangehensweisen zum Einsatz.
6. Professioneller Support als Charakteristikum Anwender, die sich für eine Proprietary Cloud entscheiden, erhalten vom jeweiligen Hersteller mehrwertige Unterstützung in allen Belangen. Der professionelle Support stellt einen wesentlichen Vorteil eines geschlossenen Cloud-Systems dar. Taucht dagegen bei einer Open Cloud ein Problem auf, kommt der Support in diesem Fall ganz alleine über die Crowd. Chats, Foren, integrierte Q&A Systeme oder zum Beispiel Bug Tracking Systeme fungieren als Anlaufstelle für Probleme mit der Cloud oder den zugehörigen Komponenten. Der Support bei einer Proprietary Cloud funktioniert hier in vielen Fällen ziel- und ergebnisorientierter.
7. Höherer Reifegrad bei proprietären Clouds Eine Proprietary Cloud und die integrierten Tools sowie Dienste besitzen in der Regel einen höheren Reifegrad als Open-Source-Cloud-Varianten. Die Entwicklungsschritte werden immer erst dann umgesetzt, wenn die Funktionalität und Stabilität der gesamten Cloud-Umgebung auch bei Neuerungen gewährleistet ist. Bei einem Open-Source-basierten Cloud-Ökosystem werden Entwicklungen oder zum Beispiel neue Funktionen dagegen sehr schnell integriert. Dadurch kann es zu Funktionsstörungen oder Kompatibilitätsproblemen kommen.
Public, Private, Hybrid & Co.: Definitionen rund um Cloud Computing
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