Gartner Research über den Wandel von BPM hin zu Process Excellence

Trends und Strategien für Business Process Management bis 2014

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Prozesse strukturieren

Unternehmen, die ihre Geschäftsabläufe verstehen, werden diese ihrer Bedeutung gemäß in wettbewerbsrelevante und in weniger wichtige “Commodity”-Prozesse unterteilen. Natürlich stehen die wettbewerbsrelevanten Abläufe im Vordergrund, doch bis 2015 werden laut Gartner auch bis zu einem Viertel der Commodity-Abläufe mithilfe von Context-aware Prinzipien „aufgemöbelt“ werden.

Zum einen lassen sich starre, unflexible Prozesse neu designen, sodass sie sich selbst über kontextuell aufgesetzte Trigger an Änderungen anpassen. Beispielsweise könnte sich ein Prozess an ein neues Risikoprofil anpassen, falls die Software in einer bestimmten Region verstärkt betrügerische Aktionen feststellt.

Zum anderen ließen sich viele strukturierte Abläufe, wie etwa die Adressenänderung, so aufsetzen, dass sie zusätzliche kontextuelle Daten sammeln, um sie strategischen Prozessen zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise könnten dies Vorlieben von Kunden oder historische Musteranalysen sein, die sich etwa in Cross-Selling-Möglichkeiten umsetzen lassen. Doch auch hier gilt Dixon zufolge: Ohne Regelmanagement, BI, BAM und die Anwendungsintegration gibt es kein Context-aware Computing.

Vermehrte Nachfrage nach Prozess-Templates

Auch werden die Anwender laut Gartner in den nächsten Jahren häufiger auf so genannte Prozess-Templates zurückgreifen. Diese Templates bestehen aus vordefinierten Abläufen für allgemeine Prozesse wie etwa das Ausgabenmanagement. „Der Grund dafür, dass Anwender ihren Fokus von monolithischen Anwendungen auf diese Art von Komponenten verlagern, ist darin zu finden, dass diese Process Templates flexibler sind, bessere Sichtbarkeit auf Grenzen übergreifende Prozesse liefern können und auch wissensbasierte sowie unstrukturierte Abläufe automatisieren“, erläutert Dixon.

Diese Komponenten kommen häufig nicht von den traditionellen Applikationsanbietern sondern von BPM-Herstellern, Beratungs- sowie Systemhäusern und Cloud Service Providern. Die unter Bezeichnungen wie Solution Template oder Kit, Frameworks oder Starter Kit sowie Process Accelerator und Process Pod angepriesene Software soll Dixon zufolge der schnelleren Entwicklung, Integration und Optimierung von Prozessen dienen.

Die Templates sind üblicherweise grafisch ausgerichtet, liefern einen regelbasierten Ablauf und sind für eine serviceorientierte Architektur (SOA) gut geeignet. Manche liefern lediglich visuelle Prozessmodelle, andere wiederum vorgefertigte detaillierte Ablaufmodelle, technische Referenzmodelle, Service-Definitionen, Dienstebibliotheken, oder auch Verbesserungsmethodologie. Die großen Softwareanbieter haben neben ihren BPM-Produkten häufig solche Template-Bibliotheken im Portfolio und bedienen damit verschiedene Branchen.

Im Zuge der Komponentisierung der Unternehmensanwendungen steigt auch die Bedeutung einer serviceorientierten Architektur als Infrastruktur und Grundlage für eine End-to-End-Sicht auf die Prozesse im Unternehmen, denn BPM wird immer mehr als Schicht genutzt, um verschiedene ERP-Systeme in einer Supply Chain besser miteinander zu verbinden und kommunizieren zu lassen.

Als Beispiele für Neueinsteiger in den Anwendungsmarkt über Templates nennt Gartner IBM mit branchenspezifischen Templates, Accenture mit einer „Business Reference Model“-Lösung oder Pegasystems mit CRM-Process Templates.

Schließlich haben die Analysten mit noch zu entwickelnden BPM-Zertifizierungen einen weiteren, wenn auch noch nicht sehr ausgeprägten Trend ausgemacht. Doch noch ist die Vielfalt der BPM-Tools und Methoden zu hoch, um sich auf einheitliche Zertifikate festlegen zu können, so der Gartner-Analyst. Daher sollten sich Anwenderunternehmen auf ihre derzeitigen individuellen Bedürfnisse konzentrieren, wenn sie ihre Rollen in diesem Bereich ausschreiben.

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