Datenmanagement in Multi-Clouds Transparenz gegen blinde Flecken und Fallstricke

Ein Gastbeitrag von Ralf Baumann, Veritas Technologies* 4 min Lesedauer

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Unternehmen setzen zunehmend auf Multi-Cloud-Umgebungen und nutzen durchschnittlich drei verschiedene CSP (Cloud Service Provider). Dadurch erreichen sie bessere Flexibilität, Effizienz und Skalierbarkeit. Außerdem lassen sich mit einem solchen Ansatz die Ausfallzeiten für kritische Dienste reduzieren.

Transparenz und Visibilität sind die Kernpunkte einer soliden Strategie zum Datenmanagement in der Cloud.(Bild:  Vallepugraphics - stock.adobe.com)
Transparenz und Visibilität sind die Kernpunkte einer soliden Strategie zum Datenmanagement in der Cloud.
(Bild: Vallepugraphics - stock.adobe.com)

Und das führt bei der richtigen Strategie zu mehr Konsistenz und einer höheren Geschwindigkeit der Dienste. Zusätzlich können Unternehmen dank Multi-Cloud die Gesamtkosten senken und nach Bedarf hoch- oder herunterskalieren. Außerdem bieten solche Cloud-Umgebungen in Verbindung mit Container-Lösungen wie Kubernetes weitere Vorteile. In Bezug auf Transparenz und Sicherheit von Daten können sich komplexe hybride Infrastrukturen allerdings auch von einem Vorteil zu einem Nachteil entwickeln. Ohne einen guten Überblick fallen oft unerwartete Kosten an.

Daten gehören zu den wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens. Deswegen sind die volle Transparenz und Kontrolle über Daten essenziell. Es stellt sich allerdings die Frage, wie Unternehmen die Verantwortung für ihre cloud-basierten Daten übernehmen können, wenn sie weder Speicherort noch Inhalt kennen. Ein Single-View-Ansatz kann helfen, um Rentabilität von Cloud-Strategien zu gewährleisten.

Isolierte Sichtbarkeit oder Gesamtbild

Transparenz und Visibilität sind die Kernpunkte einer soliden Strategie zum Datenmanagement. Denn nicht einsehbare Daten lassen sich weder kontrollieren noch schützen. Um die Vorteile der Cloud zu nutzen, müssen Unternehmen die betriebliche Komplexität und die mit der Verwaltung von Multi-Cloud-Umgebungen verbundenen Kosten reduzieren. Gleichzeitig sollten sie sicherstellen, dass sie die volle Kontrolle über ihre Daten behalten – unabhängig ihres Speicherorts. Nur dann lässt sich der Wert ihrer Daten ausschöpfen. Unnötige Kosten entstehen beispielsweise durch redundante Backups, die zudem die Einhaltung von Compliance-Vorschriften erschweren. Und nicht nur das: Fehlende Transparenz von Daten in der Cloud bietet Schwachstellen in Bezug auf die Cyber-Sicherheit.

Wie eine aktuelle Studie von Veritas Technologies zeigt, räumen knapp vier von zehn Unternehmen ein, dass sie keinen vollständigen Überblick über ihre Daten in Cloud-Umgebungen haben. 94 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Überwachung aller Daten verbessern müssen. Unternehmen können die Vorteile von Multi-Clouds mit einer umfänglichen Datenmanagement-Plattform nutzen, über die alle Daten eingesehen und gesteuert werden können – vom Edge über den Core bis hin zur Cloud. Auf diese Weise behalten sie weiterhin die Kontrolle und Souveränität über ihre Daten.

Stolperstein Cloud-native Standard-Zusatzdienste

Meist wenden sich Unternehmen an CSP, um von vermeintlichen Vorteilen zu profitieren – Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz. Ebenso versprechen sie sich Sorgenfreiheit bei zentralen Anforderungen wie Sicherheit, Backup und Wiederherstellung. Während die öffentliche Cloud in der Tat viele Vorzüge hat, besteht aber die Gefahr, dass Unternehmen weniger erhalten als erwartet.

Beispielsweise führt die Komplexität von Multi-Cloud-Umgebungen dazu, dass sich viele Unternehmen in hohem Maße auf die von den CSPs angebotenen Standard-Zusatzdienste für Datensicherheit, Backup und Wiederherstellung verlassen. Diese Basistools können ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln, da sie keine Cloud-übergreifende Transparenz und Kontrolle über alle Daten und Anwendungen sowie keinen kontinuierlichen Datenschutz bieten. Hinzu kommt, dass die Zahl der Ransomware-Angriffe stetig steigt und CSP-Tools nicht das notwendige Maß an Resistenz, Immutable Storage und zuverlässiger Disaster Recovery bieten.

Die gute Nachricht: Viele Unternehmen haben dieses Risiko erkannt und können daher Gegenmaßnahmen ergreifen. Über die Hälfte der Unternehmen in der Studie (60 %) ist sich der Lücken in der Cybersicherheit außerhalb ihrer Cloud-Security bewusst. Und knapp die Hälfte (49 %) gab an, dass ihr Unternehmen von Ransomware bedroht wird, weil es sich auf ein natives Cloud-Sicherheits-Backup verlässt. Trotzdem nutzen knapp fünf von zehn Unternehmen weiterhin die Standardeinstellungen, anstatt die nativen Tools individuell zu konfigurieren. In den meisten Fällen bieten diese Grund-Einstellungen aber keinen ausreichenden Schutz, sondern vergrößern sogar die Sicherheitslücke.

Cloud-native Tools mögen als Zusatzdienst einfach zu implementieren sein und zunächst kostengünstig erscheinen, langfristig sind sie aber ein gefährlicher und potenziell kostspieliger Risikofaktor. Solange Unternehmen nicht ihre Abhängigkeit von mehreren, nicht miteinander kompatiblen CSP-Tools überdenken, werden sie weiterhin nur einen begrenzten Einblick in ihre Geschäftsabläufe haben. Und ihre Anfälligkeit für Ransomware-Angriffe, potenzielle Daten- und Finanzverluste, Ausfallzeiten und Compliance-Probleme wird wahrscheinlich zunehmen.

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Transformative Infrastruktur herbeiführen

Mit dem Aufkommen der Multi-Cloud entsteht eine transformative Infrastruktur für Unternehmen. Die von CSPs angebotenen Tools bieten zwar grundlegende Funktionen, aber geschäftskritische Anwendungen erfordern übergreifende Funktionen auf Unternehmensebene sowie Datenmobilität und -transparenz über mehrere Clouds hinweg.

Eine einzige Lösung (Single-View) optimiert die Datentransparenz und den Datenschutz. So lassen sich Kosten und Komplexität reduzieren und gleichzeitig bietet dieser Ansatz eine verbesserte Sicherheit für Cloud-Daten und Anwendungen. Mit dieser besseren Kontrolle durch eine umfassende Plattform zum Datenmanagement können Unternehmen Kosten reduzieren und Wiederherstellungen beschleunigen. Zudem sind dadurch sogar Analysen sowie Einblicke in die eigene Cyber-Resilienz möglich, sodass sich Schwachstellen frühzeitig erkennen lassen.

* Über den Autor
Ralf Baumann ist Country Manager Germany bei Veritas Technologies. Baumann verfügt über langjährige Erfahrungen im Technologie-Sektor. Er startete seine Karriere 1999 als Vertriebsingenieur bei Hewlett-Packard in Böblingen. Ab 2011 leitete er bei EMC das Großkunden- und SAP-Geschäft in Baden-Württemberg, war anschließend bei EMC VCE für den Bereich Converged Platforms zuständig. 2017 wechselte er zu Citrix Systems – zunächst als Director Cloud Networking für Zentral- & Osteuropa, dann als Leiter des Corporate- und Enterprise-Geschäfts in Bayern und Baden-Württemberg.

Bildquelle: Veritas Technologies

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