Aufbau digitaler souveräner Infrastruktur Suse und Exoscale bieten souveräne Cloud-Lösung in Europa

Von Sylvia Lösel 3 min Lesedauer

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Open Source ist auf dem Weg zu digitaler Souveränität ein wichtiger Baustein. Kombiniert mit der Cloud wird der Hebel noch größer. Open-Source-Spezialist Suse macht nun gemeinsame Sache mit dem Cloud-Anbieter Exoscale.

Digitale Souveränität umfasst zahlreiche Assets der IT-Landschaft. Open-Source-Lösungen sind ein wichtiger Baustein.(Bild: ©  Cre-AI-Tor  - stock.adobe.com / KI-generiert)
Digitale Souveränität umfasst zahlreiche Assets der IT-Landschaft. Open-Source-Lösungen sind ein wichtiger Baustein.
(Bild: © Cre-AI-Tor - stock.adobe.com / KI-generiert)

Aus der Nische ins Rampenlicht. Hierhin rücken zunehmend Open-Source-Lösungen im Zuge der Diskussion um digitale Souveränität, Resilienz und der Vermeidung von Vendor Lock-ins. Im Schatten der Big Player haben sich die Angebote in den vergangenen Jahren entwickelt und in vielen Unternehmen auch in Teilbereichen etabliert. Und wenn heute immer mehr die Rede von digitaler Souveränität ist, dann spielt Open Source zweifelsohne eine wichtige Rolle. Doch ohne entsprechende Infrastruktur, Bereitstellungs- und Service-Modelle bleibt das Konzept nur ein kleiner Baustein in einer komplexen IT-Welt.

Genau hier tut sich gerade einiges. Zusammenarbeit scheint das Gebot der Stunde, um möglichst schnell, möglichst viel „Unabhängigkeit“ von Hyperscalern, Software-Giganten und außereuropäischen Playern zu erlangen.

Wer ist Suse?

Die Suse S.A. ist ein international tätiges Softwareunternehmen mit Hauptsitz in Luxemburg, dessen Hauptprodukte die gleichnamige Linux-Distribution und der dazugehörige Kundendienst sind. Im September 1992 als „Gesellschaft für Software und Systementwicklung mbH“ in Fürth gegründet, stand der Name S.u.S.E. dabei als Akronym für Software- und System-Entwicklung. Als erstes eigenes Linux-Produkt wurde eine Erweiterung der Linux-Distribution Slackware vertrieben.

Es folgte die internationale Expansion mit Niederlassungen in den USA, Großbritannien, Italien und Tschechien. 2003 kaufte Novell Suse zum Preis von 210 Millionen US-Dollar.

2018 wurde Suse dann an die schwedische Investitionsgruppe EQT Partners AB für 2,5 Milliarden US-Dollar weiterverkauft.

Suse ist heute ein multinationales Softwareunternehmen, das Open-Source-Lösungen auf Linux-Basis für Unternehmen anbietet, darunter das Serverbetriebssystem Suse Linux Enterprise Server (SLES) und die Kubernetes-Management-Plattform Suse Rancher.

Obwohl das Unternehmen ursprünglich in Deutschland gegründet wurde, befindet sich der Hauptsitz heute in Luxemburg.

SLES auf Exoscale verfügbar

So haben nun Suse, der größte europäische Anbieter von Open-Source-Lösungen für Unternehmen, und Exoscale, ein Anbieter von Cloud-Diensten in Europa, ihre Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist es, Unternehmen eine Lösung zu bieten, mit der ihre Daten unter europäischer Gerichtsbarkeit verbleiben.

Der Linux Enterprise Server von Suse (SLES) ist so ab sofort als Virtual Machine Template auf Exoscale verfügbar und soll Kunden Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung sicherer Linux-Umgebungen ermöglichen. Dazu passend gibt es ein Pay-As-You-Go-Modell, das es Unternehmen ermöglicht, SLES stundenweise zu nutzen und so Kosten zu optimieren.

Wer ist Exoscale?

Exoscale ist ein europäischer Anbieter von Cloud-Infrastrukturen und hat datensouveräne Cloud-Lösungen im Portfolio, die ausschließlich in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Kroatien und Bulgarien betrieben werden. Exoscale wurde 2011 gegründet und gehört zur A1 Group. Das Unternehmen arbeitet unter anderem mit Lenovo zusammen, um Cloud-Services anzubieten.

Exoscale ist Mitglied der 2017 gegründeten A1 Digital International GmbH & Co KG, die sich auf End-to-End-IoT-Lösungen, cloudbasierte Lösungen, Cybersicherheit und Network as a Service konzentriert. Mit seinen Produkten zielt A1 Digital auf die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Auch Dienstleister profitieren

Die Templates wurden vom Dienstleister Adfinis, Exoscale und Suse entwickelt und sollen eine nahtlose Integration in das Exoscale-Cloud-Ökosystem gewährleisten – inklusive Bereitstellung, automatisierter Kontextualisierung und Zugriff auf die neuesten SLES-Pakete und Sicherheitsupdates, aber ohne Verwaltung von Repositories oder Abonnements.

„Europäische IT-Verantwortliche suchen nach Flexibilität in ihren Betriebsabläufen, beim Datenstandort und bei Technologieanbietern“, sagt Ton Musters, General Manager EMEA bei Suse. „Kunden wünschen sich mehr lokale Optionen, die mit ihren rechtlichen Rahmenbedingungen übereinstimmen.“ Mathias Nöbauer, CEO von Exoscale, ergänzt: „Digitale Souveränität ist längst kein Nischenthema mehr – sie ist eine geschäftskritische Notwendigkeit für europäische Unternehmen.“

Dass auch Dienstleister in diesem Umfeld wichtig sind und hier neue Geschäftschancen entstehen, zeigt die Kooperation mit Adfinis. Deren CEO Nicolas Christener unterstreicht: „Wir konnten gemeinsam eine Lösung entwickeln, die Organisationen die Sicherheit gibt, strenge europäische Compliance-Vorgaben zu erfüllen – mit der Gewissheit, dass ihre Infrastruktur professionell betreut und rund um die Uhr von unseren Expertenteams unterstützt wird.“

Souveräner Support

Suse hat kürzlich auch den Sovereign Premium Support vorgestellt, einen souveränen Support-Service für Kunden und Partner, die eine vollständig EU-konforme Unterstützung entlang der gesamten Service-Kette suchen.

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