2027 ist das Wartungsende der Middleware-Plattform SAP Process Integration (PI) und SAP Process Orchestration (PO) erreicht. SAP PI/PO stellt häufig das Rückgrat für unternehmenskritische Prozesse dar; ein Systemausfall kann fatale Folgen haben. Doch wie könnte ein Umstieg auf eine Alternativlösung reibungslos gelingen?
Ein gründlicher Migrationscheck erspart viel Aufwand und Geld, das sonst für die Nachbearbeitung aufgewendet werden müsste.
(Bild: rawintanpin - stock.adobe.com)
Insbesondere die Fragestellungen nach einem geeigneten Nachfolgesystem, aber auch nach erforderlichen Ressourcen und möglichen Herausforderungen während des Migrationsprozesses bedürfen einer frühzeitigen Erörterung.
Der von der SAP vorgesehene Migrationspfad ist klar definiert und führt zur SAP Integration Suite, einem Cloud-Service innerhalb der SAP Business Technology Platform. Jedoch handelt es sich beim Wechsel auf eine Cloud-Architektur nicht um einen einfachen Systemwechsel, sondern vielmehr um eine Neuausrichtung im Systemdesign, bei der es einiges zu beachten gibt. Erschwerend hinzu kommen die Vielschichtigkeit und auch vorhandene funktionalen Lücken der Nachfolgelösung, die für zusätzliche Komplexität sorgen.
Daher kann es ratsam sein, im Rahmen eines Migrationschecks zunächst eine tiefgehende System- und Risikoanalyse durchzuführen, die auch individuellen Spielraum für die Betrachtung möglicher Alternativen wie beispielsweise eines Wechsels des Betriebsmodells zulässt.
Mit dem Umstieg auf die neue Integrationsumgebung können aber durchaus zahlreiche positive Aspekte verbunden sein. So profitieren Unternehmen beispielsweise von aktuellen Compliance- und Security-Standards sowie modernen API-Szenarien. Neben einer kostensenkenden Konsolidierung der bestehenden Schnittstellenarchitektur können diese auch die Basis für die einfache Nutzung von zukünftigen Anforderungen darstellen. So können Unternehmen die Umsetzungspflicht zur E-Rechnung, die im Zuge des Wachstumschancengesetzes ab dem 1. Januar 2025 im B2B-Bereich in Kraft tritt, mit der richtigen Lösung direkt abdecken. Die Problematik, die die Prüfung und Umstellung auf XRechnung, ZUGFeRD oder einen neuen EDIFACT INVOIC-Standard und deren Übermittlung via PEPPOL mit sich bringen würden, muss Unternehmen dann nicht mehr kümmern.
Herausforderungen der Migration
Für die Migration stehen im Grunde zwar verschiedene Middleware-Plattformen zur Auswahl, jedoch stellt die SAP Integration Suite das logische Nachfolgesystem für SAP PI/PO-Nutzer dar. Damit ergibt sich aus dem Umstieg die Chance, die Integrationslandschaft eines bestehenden On-Premises-Systems zu überdenken und die Potenziale der cloudbasierten Lösung zu nutzen.
Verfügen Unternehmen allerdings nur über eingeschränkte interne IT-Ressourcen, kann der Umstieg auch große Herausforderungen mit sich bringen – sei es aufgrund fehlenden Personals, mangelnden Wissens oder begrenzter monetärer Mittel.
Probleme bei der Migration können unter anderem bestimmte Funktionen und Kommunikationsprotokolle verursachen, die von der Nachfolgelösung nicht mehr unterstützt werden. Hierzu zählen bspw. das im Handel eingesetzte Kommunikationsprotokoll BusinessMail X.400 der Telekom. Ohne eine entsprechende Erweiterung des Standards durch zusätzliche Funktionen wären diese Protokolle nach der Migration nicht mehr nutzbar.
Nicht zuletzt ist die Migration von SAP PI/PO zu einer anderen Integrationsplattform äußerst zeitintensiv. Je größer das zu migrierende Altsystem ist, umso komplexer und umfangreicher gestalten sich die erforderlichen Anpassungen und umso höher ist das Fehlerrisiko bei der Entwicklung. Wird das Projekt zu spät angegangen, stehen externe Kapazitäten nur noch begrenzt zur Verfügung, was einen reibungslosen Übergang gefährden und zu Störungen im Geschäftsbetrieb führen könnte. Da mit SAP PI/PO über viele Jahre hinweg komplexe Systemlandschaften miteinander vernetzt und Kunden und Lieferanten nahtlos integriert wurden, wären die Auswirkungen eines Systemausfalls enorm. Eine rechtzeitige, gründliche Projektplanung ist daher unabdingbar.
SAP PI/PO-Migrationscheck gibt Sicherheit
Bei der Umsetzung besteht die Möglichkeit, die Konfigurationen der SAP PI/PO manuell in die SAP Integration Suite zu migrieren. Zusätzlich stellt SAP das Tool „Migration Assessment“ bereit, das eine Auflistung der Konfigurationsobjekte und der damit zu erwartenden Migrationskomplexität erstellt. Allerdings empfiehlt sich eine gründliche Prüfung der bereitgestellten Ergebnisse, da die simple automatisierte Migration mit dem SAP Migration Tooling ihre Schwächen hat.
So kann es beispielsweise sein, dass Altlasten in die neue Landschaft übernommen und komplexe Szenarien oder funktionelle Lücken nicht mit der nötigen Tiefe betrachtet werden. Die Chance auf eine deutliche Verschlankung der Prozesse und eine damit verbundene Kostensenkung wäre somit vertan. Hinzu kommt, dass bestimmte Szenarien ohne Anpassung nicht übernommen werden können. Komplett ersetzen können die Tools von SAP das Know-how und die manuelle Arbeit von IT-Experten also nicht. In jedem Fall benötigen Unternehmen personelle Ressourcen mit den entsprechenden Qualifikationen.
Stand: 08.12.2025
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Damit die Abbildung der aktuellen SAP PI/PO-Systemlandschaft auf der neuen Plattform bestmöglich gelingt und die IT-Landschaft gemäß aktueller Standards an die individuellen Unternehmensanforderungen angepasst werden kann, empfiehlt sich zunächst eine ausführliche Analyse der vorhandenen Integrationslandschaft und Schnittstellen. Verfügen Sie für den Check und die Migration nicht über die nötigen internen Ressourcen, ist eine Analyse und Projektumsetzung in Zusammenarbeit mit einem externen Anbieter sinnvoll.
Fazit
Mag der Wechsel vom eigenen Hosting zur Cloud-Lösung zunächst wie eine unbequeme Notwendigkeit klingen, bringt er bei genauerer Betrachtung doch etliche Vorteile mit sich. Die cloudbasierte Plattform bietet innovative Funktionen für das API-Management, ermöglicht einen Wechsel des Betriebsmodells zur Absicherung des Systems und ist beliebig skalierbar. Dennoch bedeutet der Umstieg von SAP PI/PO für viele mittelständische Unternehmen auch eine große Herausforderung: Für eine optimale Migration fehlen meist nicht nur personelle und technologische Ressourcen, sondern auch das nötige Fachwissen. Ein Migrationscheck und die spätere Systembetreuung durch einen externen Anbieter können hier Abhilfe schaffen.
Migrationscheck und SAP-Consulting
Die Conceto Business Integration GmbH bietet:
• individuelle System- und Risikoanalyse, • Analyse der vorliegenden Schnittstellenkomplexität, • technologische und prozessuale Delta-Analyse inklusive Identifikation von Optimierungspotenzial, • maßgeschneiderte Handlungsempfehlung auf Basis aktueller Best-Practices.
Der Integrationsspezialist und SAP-Partner berät nicht nur zur rein technischen Migration, sondern auch zur prozessualen Optimierung nach Best-Practice. Alternativ zur SAP Integration Suite bietet Conceto mit CIS/4-Cloud – EDI einen Full-Managed-Service an, der moderne Cloud-Plattformarchitektur mit personeller Manpower seiner SAP- und EDI-Experten vereint. Zu den CIS/4-Cloud-Services zählt u.a. auch der AI-Extractor, ein KI-Modul, das eine automatisierte Dokumentenverarbeitung ermöglicht.