Deutsche Unternehmen sind von den vielen Vorteilen der Cloud überzeugt. In fünf Jahren wollen laut Bitkom 56 Prozent aller Unternehmen mehr als die Hälfte ihrer IT-Anwendungen aus der Cloud betreiben. Die Skepsis gegenüber der Cloud lässt merklich nach, denn Cloud-Technologien haben sich weiterentwickelt und sind gereift.
Cloud-basierte Business-Anwendungen finden in Deutschland immer mehr Freunde; mehrere Gründe erklären das neue Vertrauen der Unternehmen in die Cloud.
Aktuell liegt der Anteil bei gerade einmal bei 15 Prozent. Jedes zweite Unternehmen (54 %) wolle in laufenden Jahr 2023 in Cloud-Lösungen investieren, zwei Drittel (69 %) planten dies für 2024 oder später, hat der Digitalverband Bitkom im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 554 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden festgestellt. „Schon heute nutzen praktisch alle Unternehmen Cloud-Anwendungen. Die Nutzung wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Cloud ist das neue Normal der digitalen Welt“, fasst Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, zusammen, schränkt aber ein: „Unternehmen werden zumindest mittelfristig nicht alle ihre Anwendungen in die Cloud verlagern“.
Kosten runter, Digitalisierung rauf
Unternehmen versprechen sich von der Migration in die Cloud vor allem reduzierte Kosten (63 %) und eine Reduktion ihrer CO2-Emissionen. Außerdem soll die Automatisierung von Workflows und ganz allgemein die Digitalisierung des Unternehmens vorangetrieben werden. Den Anfang machten vor einigen Jahren relativ unproblematische „low hanging fruits“ wie die Spesenabrechnung für Mitarbeitende oder HR-Anwendungen.
Bei komplexeren Business-Anwendungen agierten viele Unternehmen lange Zeit vorsichtig, aber die alten Vorbehalte schwinden. In der SAP Community lässt die Skepsis gegenüber dem Deployment-Modell Cloud in diesem Jahr zum ersten Mal erkennbar und deutlich nach, wie unsere jüngste S/4HANA-Umfrage unter knapp 80 IT-Entscheidern und -Experten ergab.
Nicht nur die Cloud-Initiative „Rise with SAP“, auch das Private-Cloud-Angebot des Software-Konzerns SAP hat, so verraten die aktuellen Umfrageergebnisse, einen großen Sprung nach vorne getan. Einer der Gründe: Mit einer Private-Cloud-Architektur schlagen Unternehmen zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie nutzen die bekannten Vorteile der Cloud und vermeiden gleichzeitig, bei kritischen Business-Anwendungen, etwaige Unwägbarkeiten der Public Cloud.
Was hält eigentlich Unternehmen immer noch davon ab, in die Cloud zu migrieren?
Zu den Top-Herausforderungen bei der Cloud-Nutzung zählt IDC die IT-Sicherheit und Compliance und die nahtlose Portabilität der Daten und Workloads zwischen On-premises-Applikationen und der Cloud. Bei Unternehmen, die SAP einsetzen, kommt die in der Regel große Anzahl bestehender Eigenentwicklungen hinzu, mit denen Unternehmen oft über viele Jahre SAP-Lösungen an die eigenen Bedürfnisse angepasst haben. Unternehmensinterne Erweiterungen sind unverzichtbar und laufen on-premises problemlos. Sie sind aber bei Updates und bei der Migration in die Cloud als notorische Störenfriede bekannt und führen, über längere Zeit genutzt, zu schwer wartbaren Systemen.
Nun, in Sachen Eigenentwicklungen hat SAP eine Lösung parat: die Business Technology Platform (BTP). Die Integration sowie die Entwicklung von individuellen Erweiterungen und neuen Funktionalitäten sind die Königsdisziplinen der SAP BTP. Kombiniert mit der SAP Application Extension Methodology (AEM) gibt sie Software-Architekten eine strukturierte, technologie-agnostische Methodik an die Hand, um eine zukunftssichere Erweiterungsarchitektur zu definieren. Probleme bei der Migration in die Cloud werden dadurch vermieden.
„Silver Bullet“ SAP Business Technology Platform
Die Wunderwaffe BTP mit ihren vielen Vorteilen scheint aber bei den DACH-Unternehmen noch nicht vollumfänglich angekommen zu sein. Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer hat die BTP im Einsatz (34 %) oder ist mit der Einführung beschäftigt (13 %); die andere Hälfte lässt bislang die Finger davon. Als Hauptgrund (64 %) wird angegeben: Wir haben uns noch nicht ausreichend mit der SAP BTP beschäftigt. Auch vermeintlich hohe Kosten halten knapp 18 Prozent von der Einführung ab.
Besonders Consultants und Digitalisierungsunternehmen, aber auch SAP sind aufgerufen, die Vorteile der BTP in Gesprächen mit Unternehmen und Kunden klarer und deutlicher herauszustellen. Die vielfältigen Möglichkeiten der SAP BTP sollten entschiedener genutzt werden, um die Cloud-Migration zu vereinfachen und die Zukunftsfähigkeit SAP-orientierter IT-Architekturen für die nächsten fünf bis zehn Jahre sicherzustellen.
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Prozessdigitalisierung – Königsweg zum smarten Enterprise
Die Märkte verändern sich immer schneller und von Unternehmen wird ein hohes Maß an Agilität verlangt, um sich im Wettbewerb erfolgreich behaupten zu können. Zudem wächst der Druck, die ständig steigenden Erwartungen der Kunden umfänglich zu erfüllen. Die Cloud ist zwar kein Allheilmittel. Es kann für Unternehmen aber erhebliche Vorteile generieren, die gesamte Prozesskette inklusive aller Workflows in der Cloud abzubilden.
Stand: 08.12.2025
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Der Dreischritt zum Erfolg heißt: Process Mining (Prozesserfassung) – Prozessdigitalisierung und Prozessautomatisierung.
Über 75 Prozent sehen in Process Mining einen großen Mehrwert für ihr Unternehmen und meinen damit ganz besonders eine höhere Prozesstransparenz, -standardisierung und Prozessdigitalisierung, so das Resultat der Umfrage von Valantic. Mit Process-Mining-Technologie verschaffen sich die Experten in den Unternehmen einen Überblick über die teils sehr umfangreichen Prozesslandschaften und starten dann Verbesserungsmaßnahmen.
Im Fokus stehen dabei zurzeit die Geschäftsbereiche Vertrieb, Finance & Controlling, die Logistik und der Einkauf. Überhaupt gar nicht an der Technologie interessiert ist nur eine Minderheit von 21 Prozent.
Automatisierungspotenziale zu heben ist ein starker Treiber für die Migration in die Cloud und auf SAPs Zukunftsplattform S/4HANA. Unternehmen, die SAP einsetzen, bevorzugen den SAP-eigenen Process-Mining-Spezialisten Signavio (38,1 %), der 2021 unter das Dach des Softwarekonzerns aus Walldorf gewandert ist. Stark nachgefragt sind jedoch auch Celonis (28,6 %) und UiPath (11,9 %).
* Über den Autor Als Managing Director Valantic ERP Consulting begleitet Rüdiger Hoffmann Unternehmen seit vielen Jahren dabei, Veränderungen in ihren Organisationen zu gestalten. In diesem Change-Prozess ist Hoffmann als Vermittler zwischen Business und IT tätig. Rüdiger Hoffmann studierte Volkwirtschaftslehre und Medienwissenschaften und war anschließend in der Beratung unter anderem bei PricewaterhouseCoopers, im Bertelsmann-Konzern und in verschiedenen internationalen Projekten tätig. 2008 gründete er gemeinsam mit Uli Müller und Guido Czampiel die Firma Linkit Consulting gegründet, heute Valantic ERP Consulting.