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Gute Karrierechancen für Berufs- und Quereinsteiger SAP-Berater werden, auch ohne IT-Ausbildung

| Autor: Elke Witmer-Goßner

SAP-Berater haben sehr gute Karrierechancen und können mit überdurchschnittlicher Vergütung rechnen. Trotzdem scheuen sich viele, diesen Berufsweg einzuschlagen. Allzu oft gibt es falsche Vorstellungen darüber, welche Kernkompetenzen ein SAP-Berater für seinen Job mitbringen sollte.

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Fundierte IT-Kenntnisse oder ein Hochschuldiplom sind keine Voraussetzung, um erfolgreich in die SAP-Beratung einzusteigen.
Fundierte IT-Kenntnisse oder ein Hochschuldiplom sind keine Voraussetzung, um erfolgreich in die SAP-Beratung einzusteigen.
(Bild: gemeinfrei© Igor Link / Pixabay )

Diese Vorbehalte begegnen auch Michael Seebacher von der CNT Management Consulting AG immer wieder. Dabei, so ist er überzeugt, sei Persönlichkeit wichtiger als IT-Kenntnisse oder ein hoher akademischer Abschluss. Über Initiativen wie „Flynne“ und „Fresh Faces“ will sein Unternehmen jetzt Quereinsteigern und jungen Talenten den Weg in die Beratung vereinfachen.

Der Service, den SAP bietet, ist heute für die meisten Unternehmen unverzichtbar. Von der Materialbeschaffung bis hin zur Mitarbeiterkoordination lassen sich die unterschiedlichsten Prozesse vereinfachen und zentral einsehen. Allerdings sind die Lösungen komplex und die Einführung der Software nicht einfach, weshalb Unternehmen immer mehr fachliche Unterstützung benötigen. Sogenannte SAP-Berater begleiten Unternehmen bei ihren Umstellungsprozessen und sind für die Auswahl und Einrichtung der jeweils benötigten Softwarekomponenten sowie die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit der neuen Digitallösung verantwortlich. Daher werden diese spezialisierten Berater, auch aufgrund der hohen Nachfrage nach SAP-Lösungen, verstärkt gesucht. Gerade für Berufsanfänger und Quereinsteiger stehen die Chancen also gut.

Persönlichkeiten mit dem gewissen Extra

SAP-Berater bilden die menschliche Schnittstelle zwischen Unternehmen und der Business-Software. Hierbei ist nicht nur IT-Kompetenz gefragt. Eine starke Persönlichkeit vereinfacht den Transformationsprozess: gute Menschenkenntnis, Empathie und ein sicheres Auftreten sind daher eher Qualitäten, die gesucht sind. Ein großer Teil der Leistung eines guten Beraters besteht darin, individuelle Probleme der jeweiligen Kunden verstehen zu lernen und passende Lösungen für sie zu entwerfen. Dazu ist es wichtig, Vertrauen zu schaffen und eine gemeinsame menschliche Ebene zu finden. Ein kurzes persönliches Gespräch zwischen zwei Meetings oder ein gemeinsamer Kaffee in der Unternehmenskantine könnten oft mehr bewirken als ein zweistündiger Fachvortrag, sagt Seebacher.

Ebenfalls wichtig: Flexibilität und Reisebereitschaft. Denn Berater bilden für ihre Projekte Teams mit wechselnden Kollegen und arbeiten zeitweise eng mit Angestellten aus den Kundenunternehmen vor Ort zusammen. Koordinationsfähigkeit und Durchhaltevermögen runden das Profil ab und helfen dabei, die unterschiedlichen Aufgaben aus den Bereichen Informationstechnologie, Betriebswirtschaft und Personal zu meistern.

Nicht nur etwas für IT-Profis

Einen weniger hohen Stellenwert, als weithin angenommen, haben spezialisierte IT-Ausbildungen. Um Berater zu werden, müsse man kein Vollblut-ITler sein, erklärt Seebacher. Im besten Fall genügen erste SAP-Erfahrungen, die man beispielsweise am Arbeitsplatz mit einem SAP-System gesammelt hat. Aber auch das ist nicht zwingend notwendig. SAP und Beratungsunternehmen wie CNT bieten eigene spezialisierte Ausbildungsprogramme für SAP zur Förderung interdisziplinärer Talente spezialisierte Ausbildungsprogramme an

Über das Projekt „Flynne“ hat SAP zusammen mit CNT und weiteren Partnerunternehmen eine Initiative ins Leben gerufen, über die Interessierte ihre Eignung für das Jobprofil als SAP-Berater online testen können. Dazu müssen sie einen Fragebogen beantworten und bekommen dann einen prozentualen Kompatibilitätsscore für das Berufsbild als Berater via Mail zugesendet. Wenn es von Unternehmensseite besonders gut passt, kann darauf auch schon einmal ein Angebot von CNT folgen.

Von der Ausbildung direkt in die Beratung

Auch ein universitärer Abschluss ist nicht zwingend notwendig, wenn man SAP-Berater werden möchte. Vielversprechende Kandidaten können sich bereits während ihrer Studienzeit für einen Direkteinstieg in die Beratung bewerben. Dazu veranstaltet SAP in Zusammenarbeit mit CNT und anderen Partnern jährlich das Akademieprogramm „Fresh Face“. Nach einer Vorauswahl durch die Beratungshäuser werden die jungen Talente nach Walldorf zum „Power Day“ eingeladen. Dort haben sie die Chance durch gemeinsame Workshops und einem abschließenden „Speed Dating“ die einzelnen Unternehmen näher kennenzulernen.

„Speed Dating“ beim „Power Day“ in der SAP-Konzernzentrale in Walldorf.
„Speed Dating“ beim „Power Day“ in der SAP-Konzernzentrale in Walldorf.
(Bild: CNT)

Stimmt die Chemie, erhalten sie die Möglichkeit, auf einem Praxistag beim Beratungshaus ihrer Wahl vorbeizukommen, um Einblicke in den Arbeitsalltag eines SAP-Beraters zu erhalten. Von den knapp 30 Workshopteilnehmern, die CNT im diesjährigen Pilotprogramm kennenlernen durften, kamen 12 Bewerber in die engere Auswahl. Vier von ihnen haben inzwischen bereits unterschrieben und stehen in den Startlöchern ihrer Karriere als SAP-Berater.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de