Was Anwender von B2B-Software-Herstellern erwarten können Sage ernennt 2021 zum „Jahr des Kunden“

Autor Elke Witmer-Goßner

Welche Technologien und Ansätze die Unternehmens-IT 2021 beeinflussen werden, hat Sage in fünf Trends zusammengefasst. Entscheider und Entwickler sollten sich mit diesen vermehrt beschäftigen, um Unternehmen effizient und wettbewerbsfähig zu halten.

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Software muss im kommenden Jahr, unterstützt durch gängige Technologien, noch anwenderfreundlicher entwickelt werden.
Software muss im kommenden Jahr, unterstützt durch gängige Technologien, noch anwenderfreundlicher entwickelt werden.
(Bild: gemeinfrei© Gerd Altmann / Pixabay )

„Im Jahr 2021 werden sich Software-Hersteller noch stärker als zuvor an den Bedürfnissen ihrer Kunden ausrichten müssen“, ist Oliver Henrich, Vice President Product Engineering Central Europe bei Sage, überzeugt. Die Covid-19-Pandemie hätte bereits neue Standards in Sachen Nutzungsflexibilität von Business-Software gesetzt. Generell gehe der Weg bei den Software-Architekturen selbst verstärkt Richtung Individualisierbarkeit, Service-Orientierung und Nutzererlebnisse auf B2C-Niveau. Erweiterte Analysefähigkeiten der Anwendungen, auch durch die Integration KI-basierter Funktionen, seien Themen, die für Henrich im kommenden Jahr wichtig sein werden.

Die fünf Trends bei der Softwareentwicklung

Integration von KI in Cloud-Software
„Selbstlernende Systeme können ihre Prognosen zudem von Jahr zu Jahr automatisch präzisieren und folglich immer genauere Handlungsempfehlungen abgeben. Dies liegt daran, dass sie zur Erstellung ihrer Forecasts auf stetig wachsende Datenmengen und einen konstant zunehmenden Erfahrungsschatz zurückgreifen können“, erläutert Oliver Henrich. Corona habe vielen Unternehmen vor Augen geführt, wie volatil auch scheinbar stabile Märkte sein könnten, wie schnell sich Kundenanforderungen änderten und wie schwer es sei, agil auf diese Veränderungen zu reagieren. Durch die verstärkte Integration von KI-basierten Technologien werde sich die Reaktions- und Handlungsfähigkeit von Betrieben verbessern, da sie damit über spürbar zuverlässigere Datenanalyse- und Prognose-Tools verfügen. Die Vorhersagbarkeit künftiger Marktentwicklungen werde dadurch leichter, indem KI-gestützte Software etwa Verkaufsdaten aus der Vergangenheit analysiert und unter Berücksichtigung bestimmter Parameter der gegenwärtigen Geschäftsentwicklung errechnet, welche Absatzmengen am wahrscheinlichsten sind. Hieraus ließen sich abermals Rückschlüsse auf anstehende Produktionsmengen und hierfür benötigte Ressourcen ziehen.

HR Analytics
Auch im Jahr 2021 müssten Unternehmen nach der durch Covid-19 stark forcierten digitalen Transformation in Richtung Homeoffice auch weiterhin bei HR-Fragen agil sein und auf sich verändernde Marktanforderungen schnell reagieren, beispielsweise bei der Modernisierung des Portfolios in Richtung digitaler Services. Hierzu seien detaillierte Kenntnisse, ob ein Betrieb hierfür auch über das entsprechende Know-how verfüge, essentiell. Sage empfiehlt von daher, diese Frage datenbasiert zu beantworten. Verantwortliche bräuchten dafür einen genauen Überblick über High- und Low-Performer, High-Potentials und Kompetenzlücken im Unternehmen, um so entscheiden zu können, wo Weiterbildungs- oder Recruiting-Bedarf ist.
Im Bereich Skillmanagement werde es durch KI-basierte Anwendungen zudem möglich, Fähigkeiten von Mitarbeitern, die systemseitig bereits strukturiert erfasst sind, automatisiert mit den Anforderungen abzugleichen, die sich aus neuen Projekten ergeben. Auf diese Weise könnten sich Personalverantwortliche schnell einen Überblick verschaffen, ob und wenn ja, wie viele Ressourcen in-house gegebenenfalls zur Verfügung stehen, um neue Aufgaben zu bewältigen.

Individualisierung von Cloud-Software

Oliver Henrich, Vice President Product Engineering Central Europe bei Sage.
Oliver Henrich, Vice President Product Engineering Central Europe bei Sage.
(Bild: Sage)

Anwender erwarteten von Software-Lösungen in zunehmendem Maße, dass sie passgenau auf deren Anforderungen ausgerichtet sind. Zugleich gehe der Trend bei Cloud-Systemen aber immer mehr in Richtung Standardisierung. „Vor diesem Hintergrund werden Hersteller mehr und mehr auf flexible Technologien setzen, mit denen auch cloud-basierte Lösungen konfigurierbar werden, beispielsweise indem sie die Anwendungsoberfläche durch Meta-Daten definieren, statt sie über einen starren Quellcode unveränderbar zu programmieren. Dadurch entsteht ein sehr dynamisches System, welches sich von der User Experience her sehr stark am konkreten Anwendungsfall orientiert“, erläutert Henrich. Hersteller würden vermehrt sogenannte App-Designer für eine wachsende Zahl an Cloud-Systemen anbieten, mit denen Nutzer sich direkt aus der Software heraus individuell konfigurierte Applikationen erstellen könnten, die sie für ihren Anwendungsfall benötigten. Zusätzlich sei es von Vorteil, wenn Software-Anbieter über ein breites Netzwerk an Partnern und ISVs (Independent Software Vendor) verfügen, mit deren Zusatz- und Branchenlösungen Anwender hochgradig standardisierte Cloud-Anwendungen individualisieren könnten.

Mehr Services statt Produkte
„Im kommenden Jahr wird sich ein Trend fortsetzen, der sich bereits in diesem Jahr abgezeichnet hat: Große, monolithische Lösungen werden zunehmend von kleineren Services abgelöst. Anwender möchten verstärkt nur noch die Funktionen einer Software implementiert haben, die sie auch tatsächlich nutzen und brauchen und auch nur dafür bezahlen. Die Nachfrage nach breit angelegten Architekturen, von denen am Ende nur ein Bruchteil genutzt wird, sinkt“, prognostiziert Henrich. Eine wichtige Anforderung an Micro-Services sei zudem, dass sie gut miteinander vernetzt sind. Der Trend werde hier zu einer dezentralen Verteilung auf mehrere Rechenzentren im Sinne einer Distributed Cloud gehen. Die Vorteile dieses Ansatzes zeigen sich für Sage insbesondere in einer geringeren Latenz und einer besseren Redundanz. Durch die Cloud gebe es darüber hinaus auch einen Wandel der Nutzer-Strukturen – weg vom herkömmlichen Single-User, hin zum Multi-User. Unternehmen, die Multi-User-fähige Systeme implementiert haben, könnten somit bei ihren Arbeitsprozessen noch stärker auf Kommunikation und Kollaboration der Mitarbeiter setzen.

B2B-Software mit Nutzerfreundlichkeit auf B2C-Niveau
Ein weiterer Trend sind laut Sage intuitiv nutzbare Systeme. Hersteller müssten 2021 zunehmend Informationen so bereitstellen, dass auch unerfahrene Benutzer, sich leicht in einem System zurechtfinden könnten. Damit könnten zusätzliche Aufwände wie Schulungs- sowie Test- und Erprobungsphasen entfallen. Auch nicht verkehrt seien dafür sogenannte In-App User Guides, die interaktiv und intuitiv aus dem konkreten Anwendungsfall heraus dem Nutzer bei der Anwendung der Software helfen. Gleichzeitig gehe es in diesem Zusammenhang auch darum, Informationen bereits fertig aufbereitet zur Verfügung zu stellen, damit diese nicht erst durch die Initialisierung entsprechender Transaktions- oder Analyse-Protokolle aus dem System abrufen werden müssten. Hierbei könnten Chatbots wichtige Unterstützung bieten, da Anwender so Informationen gleichsam „auf Zuruf“ aus dem System heraus erhalten könnten. Diese neue Form der User Experience (UX) im B2B-Umfeld, die sich stark an einer B2C-UX orientiert, führe nicht nur zu mehr Bindung des Anwenders an das Produkt, das er nutzt, sondern letzten Endes auch zu mehr Kundentreue zum Hersteller.

„Insgesamt ergibt sich durch die Trends, die wir als prägend und bestimmend für das Jahr 2021 identifiziert haben, ein Gesamtpaket an Leistungen, das es dem Anwender noch leichter machen wird, an die Geschäftsinformationen zu kommen, die er auch wirklich braucht. Vor diesem Hintergrund wird das IT-Jahr 2021 eindeutig das Jahr des Kunden werden“, resümiert Oliver Henrich.

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