Humanoider Roboter erinnert an Social Distancing und Maskenpflicht Roboter Pepper im Einsatz gegen Corona

Autor: Elke Witmer-Goßner

Der menschenähnliche Roboter „Pepper“ ist in der Lage, die Gestik und Mimik von Menschen zu analysieren und kann auf die erkannten Emotionszustände entsprechend reagieren. Im Kampf gegen Covid-19 erweist er sich als wertvoller Helfer.

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Pepper-Hersteller Softbank Robotics reagiert mit speziell auf die Covid-19-Krise angepassten Roboter-Lösungen.
Pepper-Hersteller Softbank Robotics reagiert mit speziell auf die Covid-19-Krise angepassten Roboter-Lösungen.
(Bild: Softbank Robotics)

Mehr als 50 Länder weltweit haben das Tragen von Mund-Nase-Schutzmasken zur Pflicht erklärt. Für die Mehrheit der Menschen ist es bereits selbstverständlich geworden, diese regelmäßig im öffentlichen Raum, im ÖPNV oder beim Einkaufen – zu benutzen. Doch auch in der Gesundheitsbranche zeigen sich neue Trends, durch mehr Abstand die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. So berichtet beispielsweise CVS Health in den USA von einem 600-prozentigen Anstieg von Telekonsultationen. Bis zum Ende des Jahres soll die Zahl der virtuellen Konsultationen allein in den USA eine Milliarde übersteigen.

Softbank Robotics, Hersteller von Pepper, hat zahlreiche neue Lösungen für den Roboter entwickelt, die gegen die Ausbreitung der Pandemie helfen sollen. Mehrere Pepper-Roboter sind in der gesamten EMEA-Region eingesetzt, um Unternehmen und öffentliche Einrichtungen darin zu unterstützen, soziale Distanzierung und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes durchzusetzen.

Pepper ist uns in diesem Jahr bereits einmal als „Türsteher“ am Eingang des Global IBM Watson Center in München begegnet. Dort erklärt er Besuchern, wie diese ihre Schutzmasken richtig tragen sollten. Doch auch anderswo kommt er zum Einsatz, um die Übertragung des Virus zu begrenzen und sicherzustellen, dass Menschen in geschlossenen Räumen eine Maske tragen.

So wurde Pepper in mehreren Einkaufszentren in Deutschland im Eingangsbereich platziert. Er hat dort die Aufgabe, Kunden an das Tragen von MNS-Masken zu erinnern. Wenn Pepper eine Maske erkennt, bedankt er sich bei dessen Träger. Wenn nicht, erinnert er sie freundlich daran, eine aufzusetzen. Peppers Präsenz wird wirkungsvoll mit einem Bildschirm kombiniert, der Signalvisualisierungen zeigt, um den Dialog und die Kundenansprache zu unterstützen. So kann der Roboter die Besucher begrüßen und auch an die anderen Distanzierungsregeln erinnern. Umgesetzt hat diese Technik Entrance Robotics.

Einsatz im Flughafen Athen und in Dubai

Pepper informiert Reisende am Flughafen Athen in zwei Sprachen über die Hygienevorschriften.
Pepper informiert Reisende am Flughafen Athen in zwei Sprachen über die Hygienevorschriften.
(Bild: Softbank Robotics)

Für das Projekt im griechischen Hauptstadtflughafen arbeitet Softbank Robotics mit dem Partner Mobile Technology zusammen. Gemeinsam hat man eine Anwendung entwickelt, um Reisende über die Schutzmaßnahmen zu informieren und sie für die Maßnahmen zu sensibilisieren, die sie innerhalb des Flughafens und während ihrer Flüge ergreifen müssen, um vor dem Coronavirus sicher zu sein. „Ihre Gesundheit ist unsere Priorität“ lautet die Botschaft, die Pepper bei griechisch- und englischsprachigen Reisenden verbreitet.

Die Dubai Electricity and Water Authority (DEWA) hat mehrere Pepper-Roboter in ihren Customer Happiness Centern eingesetzt, um die Sicherheit ihrer Kunden mit einer KI-gestützten Dienstleistung zu gewährleisten. Die von DEWA entwickelte Gesichtsmasken-Erkennungsanwendung ermöglicht es Pepper, die Kunden freundlich daran zu erinnern, wie wichtig es ist, ihre Masken zu tragen und die soziale Distanz in den DEWA-Gebäuden zu wahren.

Pepper als Therapeut

Ohne Ansteckungsgefahr kann Pepper Krankenhauspatienten konsultieren und zum Befinden befragen.
Ohne Ansteckungsgefahr kann Pepper Krankenhauspatienten konsultieren und zum Befinden befragen.
(Bild: Softbank Robotics)

Dank der Telepräsenz-Anwendung roboMate von Behaviour Labs kann Pepper ferngesteuert werden, um in Behandlungs- und Krankenzimmer einzutreten und bei der Überwachung von Patienten zu helfen. Das Personal kann auf diese Weise aber auch mit dem Patienten kommunizieren und den Gesundheitsvideomonitor überprüfen, ohne das Zimmer physisch betreten zu müssen. Über die Anwendung roboMate kommunizieren auch Angehörige mit Patienten und halten so den Kontakt zu ihnen aufrecht, wenn Besuche im Krankenhaus besonders eingeschränkt sind. Darüber hinaus können Ärzte aus der Ferne bestimmte Tests und Übungen zur kognitiven Verhaltensrehabilitation starten. So kann der Patient mit dem Psychologen sprechen und die Therapie mittels RAT (Robot Assisted Therapy) durchführen.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de