Microsoft Cloud löst Google hinter den Kulissen ab

Quizduell rebootet erfolgreich auf Azure

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Beim zweiten Anlauf nutzt die ARD für das Quizduell eine neu programmierte App und ein anderes Backend.
Beim zweiten Anlauf nutzt die ARD für das Quizduell eine neu programmierte App und ein anderes Backend. (Bild: ARD)

Mit neuer App und ohne sichtbare Probleme ist die zweite Staffel der interaktiven Rateshow Quizduell im Vorabendprogramm der ARD angelaufen. Einer Frage weichen die Macher aber aus: "Ist Microsoft Azure der Google Cloud Platform wirklich überlegen?"

Die kürzlich im Ersten angelaufene Staffel des Quizduells ist Microsoft eine eigene Pressemitteilung wert. Grund: Der Softwarekonzern stellt mit Azure das Backend für die von Microsoft-Partner APPSFactory entwickelte Smartphone-App bereit, über die sich Zuschauer von daheim am Ratespiel beteiligen.

Im Detail setze die von Grund auf neu entwickelte App auf die Programmiersprache C#, Windows Server sowie "Azure Cloud Services" aus Microsofts PaaS-Angebot. Die Entwickler der APPSFactory haben verschiedene Dienste der Microsoft-Cloud kombiniert, um der ARD eine leistungsfähige und verlässliche Plattform zu liefern – heißt es.

Peter Jaeger, Senior Director Developer Experience & Evangelism (DX) und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, kommentiert: "Wir wissen um die Stabilität und die Leistungsfähigkeit unserer Cloud-Angebote [...] Für das gesamte Team, das besondere Arbeit geleistet hat, ist es dann immer wieder spannend, Azure unter diesen Live-Bedingungen mit deutlich mehr als 100.000 gleichzeitiger Zugriffe zu erleben und für ein stabiles und sicheres Quizerlebnis zu sorgen."

Von dieser Spannung zeugte derweil auch das Timing der oben erwähnten Pressemitteilung: Offenbar gewarnt durch die technischen Pannen bei der ersten Staffel, verschickte Microsoft die Mitteilung nämlich erst einige Tage nach erfolgreichem Start der Quizshow. Die wurde im Vorjahr zunächst durch eine massive Systemüberlastung ausgebremst.

2014 setzten die Quizmacher allerdings auch noch auf eine Mobile Mass Response Platform von grandcentrix, die wiederum auf Technologiebausteine von Google zurückgriff. Deren generelle Tauglichkeit stellt die ARD trotz der damaligen Probleme aber nicht in Frage.

ARD-Sprecher Burchard Röver vermutet rückblickend: "Eine Erklärung für diese System-Überlastung könnte auch sein, dass die App neben der reinen Abstimmungsfunktion zusätzliche Ergebnisse für die Zuschauer liefern sollte, wie zum Beispiel: Aus welchem Bundesland kommen die meisten richtigen Antworten?"

Google selbst äußert sich auf Nachfrage nicht zu den damaligen Startschwierigkeiten. Die Zahlen sprechen allerdings nicht unbedingt gegen das Unternehmen. Nach holprigem Start wurden schließlich schon Ende Mai 2014 die Antworten von durchschnittlich 230.000 Teilnehmern pro Frage erfolgreich bearbeitet. Microsofts Plattform dagegen musste am 11. Februar 2015 lediglich 153.000 aktive Nutzer verkraften.

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