Zu haben: Die IP Exchange GmbH Q.Beyond will ihr Co-Location-Geschäft los werden

Redakteur: Ulrike Ostler

Das Unternehmen Q.Beyond AG ist im September 2020 aus der QSC AG hervorgegangen und verfügt mehrere Standorte in Deutschland sowie eigene Rechenzentren. Jetzt erwägt das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Verkauf seines Co-Location-Geschäfts.

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Ein schmerzhafter Abschied dürfte es nicht werden, wenn sich Q.Beyond von der IP Exchange GmbH trennt. Ein Rauswurf, ein Entledigen? Oder bleibt es bei einer unverbindlichen, losen Kopplung?
Ein schmerzhafter Abschied dürfte es nicht werden, wenn sich Q.Beyond von der IP Exchange GmbH trennt. Ein Rauswurf, ein Entledigen? Oder bleibt es bei einer unverbindlichen, losen Kopplung?
(Bild: gemeinfrei© Gerd Altmann / Pixabay )

Seit dem 1. Januar 2021 ist das Housing- und Hosting-Geschäft des IT-Dienstleisters Q.Beyond AG in der 100-prozentigen Tochtergesellschaft IP Exchange GmbH konzentriert. Dieses Unternehmen verfügt über drei Rechenzentren in München und Nürnberg und erzielte 2020 mit 51 Beschäftigten einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro.

Ziel der Ausgründung sei es gewesen, so die Muttergesellschaft, die strategischen Optionen in dem investitionsintensiven Geschäftsfeld zu erweitern und sich insbesondere für Partnerschaften oder einen Verkauf zu öffnen. Nun prüft die Q.Beyond AG neben anderen strategischen Optionen den Verkauf ihres bestehenden Co-Location-Business.

Q.Beyond-Vorstand Jürgen Hermann betont: „Das Co-Location-Geschäft liefert seit Jahren solide Umsätze und Ergebnisbeiträge und wir haben keinen Handlungsdruck." Somit kann das Unternehmen die Bedingungen bestimmen: Der Vorstand hat jedenfalls beschlossen, einen strukturierten Prozess einzuleiten, um die Potenziale eines möglichen Verkaufs zu ermitteln. Die Zustimmung zu einer mehrheitlichen oder vollständigen Veräußerung der 100-prozentigen Tochter setze dabei sehr attraktive Bedingungen voraus, heißt es.

Zugleich begründet Hermann die anstehende Entscheidung: „Die Synergiebeiträge zu unserem Cloud-, SAP- und IoT-Geschäft sind gering und die zusätzliche Liquidität würde den Spielraum für Akquisitionen noch einmal vergrößern.“

Zudem könnten die Chancen von IP Exchange mit einem geeigneten neuen Eigentümer oder einem neuen Partner an der Seite von Q.Beyond besser genutzt werden, so die Überlegungen.

Munteres Treiben: Desinvestitionen und Akquisitionen

Desinvestitionen seien genauso wie Akquisitionen feste Bestandteile der Wachstumsstrategie „2020plus", teilt das Unternehmen angesichts des Hin- und Her mit:

  • 2019 trennte sich Q.Beyond von ihrem angestammten Telekommunikationsgeschäft,
  • 2020 übernahm sie den Software-Engineering-Spezialisten Incloud vollständig.
  • Im Jahr 2021 und darüber hinaus ist der Erwerb weiterer Technologiefirmen geplant.

Dabei würden drei Schwerpunkte verfolgt:

  • Erstens will Q.Beyond mit Zukäufen ihren Branchenfokus verstärken oder verbreitern.
  • Zweitens dienen Akquisitionen der gezielten Erweiterung des Produktportfolios, beispielsweise beim Thema Enterprise-Software.
  • Drittens gehe es um die Ergänzung der vorhandenen Technologiekompetenz, um die Positionierung in zukunftsträchtigen Märkten wie Cloud-Services, Data-Analytics, Embedded Software, IoT und künstlicher Intelligenz zu verbessern.

Solide Ausganglage

Mit einer Eigenkapitalquote von 74 Prozent und rund 40 Millionen Euro Nettoliquidität sieht sich die schuldenfreie Q.Beyond AG für mögliche Akquisitionen gut aufgestellt. Mit einem möglichen mehrheitlichen oder vollständigen Verkauf der IP Exchange GmbH würde sich der finanzielle Spielraum deutlich erhöhen und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten schaffen.

Hermann nennt das zentrale Ziel: „Wir werden unser Wachstum in den kommenden Jahren beschleunigen."

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