Cloud-Repatriation Warum Unternehmen zunehmend in die Private Cloud fliehen

Von Marvin Djondo-Pacham 4 min Lesedauer

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Laut der von Barkley in 2024 durchgeführten Chief Information Officer-Umfrage (CIO) planen 83 Prozent der Unternehmen, ihre Workloads wieder in private Clouds zu verlagern. IDC hat einen ähnlichen Trend beobachtet und berichtet, dass 70 Prozent der Unternehmen ihre Workloads wieder in lokale oder hybride Cloud-Umgebungen verlagern wollen. Die Unternehmen flüchten regelrecht aus der Public Cloud und das hat mehrere Gründe.

Immer mehr Unternehmen wollen sich aus der Public Cloud zurückziehen. Grund für diesen Trend der Cloud-Repatriation sind unter anderem Kosteneinsparungen und der Wunsch nach Unabhängigkeit.(Bild:  Starmarpro - stock.adobe.com)
Immer mehr Unternehmen wollen sich aus der Public Cloud zurückziehen. Grund für diesen Trend der Cloud-Repatriation sind unter anderem Kosteneinsparungen und der Wunsch nach Unabhängigkeit.
(Bild: Starmarpro - stock.adobe.com)

Kubermatic hat den Trend analysiert, für den der Begriff „Repatriation“ steht. Er bezeichnet den Prozess der Verlagerung von Anwendungen, Diensten und Daten von der öffentlichen Cloud in eine lokale oder private Cloud-Infrastruktur. Dieser Trend ist Teil einer breiteren Verlagerung der Branche weg von der öffentlichen Cloud hin zu hybriden Multicloud-IT-Strategien.

Public Cloud für kleine Unternehmen attraktiv

Die Public-Cloud-Lösungen von Drittanbietern sind besonders bei Start-ups und kleinen bis mittelständischen Unternehmen beliebt. Das liegt an der niedrigen Eintrittsbarriere und geringen Anfangskosten. Unternehmen sparen sich Investitionen in physische Hardware und ein internes IT-Team für deren Verwaltung.

Die Public-Cloud-Infrastruktur nutzen vielen Unternehmen gemeinsam. Dieses Vorgehen bietet die besten Skaleneffekte und macht große Vorabinvestitionen überflüssig. Darüber hinaus bieten Public-Cloud-Infrastrukturen eine schnelle, bedarfsgerechte Skalierbarkeit. Das Bezahlmodell ist nutzungsbasiert, weshalb die Public Cloud schnell an unterschiedliche Workloads anpassbar ist.

Nachteile der Public Cloud

Kubermatic stellt aber auch fest: Das Public-Cloud-Modell hat so seine Schattenseiten. Es kann durch die gemeinsam genutzte Infrastruktur für Branchen mit sensiblen Daten wie Finanzinstituten ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die gemeinsame Nutzung erhöht das Risiko von unbefugtem Zugriff oder Datenschutzverletzungen und macht sie zu einer weniger attraktiven Option für Unternehmen, die mit vertraulichen Daten arbeiten.

Außerdem bietet die öffentliche Cloud nur begrenzte Kontrollmöglichkeiten. In einer gemeinsam genutzten Cloud-Umgebung müssen Unternehmen standardisierte Konfigurationsprotokolle einhalten. Diese werden vom Dienstanbieter festgelegt, was die Anpassungsmöglichkeiten erheblich einschränkt.

Gründe für die Cloud-Repatriation

Anfangs haben Unternehmen viele Anwendungen in die Cloud verlagert. Die Firmen wollten von der Flexibilität und schnellen Bereitstellung profitieren. Mit der Zeit ist deutlich geworden, dass die öffentliche Cloud nicht immer zu Kosteneinsparungen führen. Wenn Unternehmen wachsen und der Bedarf an schneller Skalierbarkeit sinkt, bietet die Public Cloud nicht mehr die gleichen Kostenvorteile.

Die Private Cloud ist mittlerweile die kosteneffizientere Lösung für die Ausführung von Workloads. Als Beispiel für Unternehmen, welche die Public Cloud verlassen und sich für den Aufbau einer eigenen Infrastruktur entschieden haben, führt Kubermatic „37 Signals“ an. Mitinhaber und CTO David Heinemeier Hansson schätzt die jährlichen Einsparungen durch diese „Repatriation“ auf 1,5 Millionen US-Dollar.

Abhängigkeit von Cloud-Providern

Ein weiteres weit verbreitetes Problem bei öffentlichen Clouds ist die Anbieterabhängigkeit in Form des Vendor Lock-in. Die Migration von Daten und Anwendungen auf eine andere Plattform kann komplex sein. Der Wechsel wird von den Cloud-Providern oft erheblich erschwert. So sind Kunden anfällig für Preiserhöhungen ihres Public-Cloud-Anbieters.

Das zeige die Übernahme von VMware durch Broadcom, die zu einer Umstellung auf ein abonnementbasiertes Lizenzmodell geführt hat. Die Übernahme hat zu erheblichen Kostensteigerungen für Unternehmen geführt. Bei einigen wurden die Verlängerungsgebühren sogar verfünffacht.

Ein weiterer Faktor ist künstliche Intelligenz (KI). Public Clouds können zwar KI-Workloads bewältigen, aber die hohen Kosten machen sie für rechenintensive KI-Anwendungen weniger attraktiv. Daher entscheiden sich viele Unternehmen dafür, KI-Systeme intern zu entwickeln.

Argumente für Private-Cloud-Lösungen

Private-Cloud-Lösungen werden ausschließlich für ein einzelnes Unternehmen erstellt. Da die Datenspeicherung auf ein einzelnes Unternehmen zugeschnitten ist, gewährleisten die private Cloud ein höheres Maß an Sicherheit. Ein weiterer Vorteil ist die Kontrolle. Unternehmen können ihre Datenkonfigurationen in die Private Cloud vollständig verwalten sowie ihre Infrastruktur ohne externe Einschränkungen anpassen und optimieren.

Die private Cloud erscheint zunächst teurer als die öffentliche Cloud. Vor allem, wenn man die Vorabinvestitionen in Hardware und Infrastrukturmanagement berücksichtigt. Die Hardware-Preise sinken jedoch aufgrund der Kommerzialisierung. Das macht die private Cloud langfristig zur kosteneffizienteren Lösung. Open-Source-Lösungen für die Private Cloud können diese Kosten weiter senken, indem sie die Softwarekosten reduzieren und flexible Anpassungsoptionen bieten.

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Nachteile der Private Cloud minimieren

Ein Nachteil der privaten Cloud ist der Einrichtungs- und Datenmigrationsprozess. Dieser kann sowohl kostspielig als auch zeitaufwendig sein. Anbieter wie Kubermatic stellen Cloud-Migrationsdienste bereit. Zudem entwickeln sie bei Bedarf eine Ausstiegsstrategie, die den Übergang zu einer privaten Cloud-Umgebung vereinfachen soll.

Darüber hinaus vereinfacht und verbessert Kubermatic Cloud Stack (KCS) die Verwaltung privater Cloud-Umgebungen. Es löst einige der häufigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit privaten Clouds, wie die Einrichtung und Datenmigration, indem es einen einheitlicheren und flexibleren Ansatz für die Cloud-Infrastruktur bietet.

Kubermatic fasst zusammen: Für kleine Unternehmen oder Start-ups, die eine bedarfsgerechte Skalierbarkeit zu geringeren Kosten suchen, kann die öffentliche Cloud die ideale Wahl sein. Bei einer großen Anzahl sie jedoch zu kostspielig werden. Wenn ein Unternehmen mit großen Datenmengen oder sensiblen Informationen arbeitet oder eine bessere Kontrolle über Daten und Konfigurationen benötigt, ist eine private Cloud besser geeignet.

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