Platform Engineering gewinnt derzeit schnell an Popularität. Solch ein Self-Service-Platform-Konzept lässt sich den DevOps- und IT-Teams allerdings nicht einfach überstülpen. Das braucht Zeit, organisatorische Änderungen und neue Skills.
Die Umstellung vom „klassischen“ DevOps-Ansatz auf das Platform-Engineering-Konzept braucht naturgemäß etwas Zeit.
Der aktuelle „State of DevOps Report 2023“, den Puppet, ein Spezialist für IT-Infrastruktur-Automatisierung, ist bereits der elfte seiner Art. Die Autoren sehen zwei gravierende Entwicklungen im Bereich DevOps:
Zum einen habe sich DevOps derart etabliert, dass das Konzept zum Standard in der modernen Softwareentwicklung geworden sei. Viele Unternehmen würden den Begriff gar nicht mehr verwenden, sondern ganz natürlich nach den DevOps-Prinzipien arbeiten.
Zum anderen zeige die Befragung von IT-Fachkräften und -Entscheidern einen eindeutigen Trend in Richtung Platform Engineering. Was heißt das genau?
DevOps bringt Software Development und Operations enger zusammen. Beide Bereiche sind Teile desselben Prozesses und beeinflussen einander schon während die Anwendung entsteht.
Das Konzept hat sich in der Praxis bewährt: Applikationen werden enger an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet und in kürzeren Zyklen gelauncht. Damit die ehemals mehr oder weniger separierten Teams gut zusammenarbeiten können, werden ihre jeweiligen Prozesse miteinander verwoben, transparent gemacht und es wird viel miteinander kommuniziert.
Die Softwareentwicklung wird zur agilen Continuous Delivery, Microservices statt Mega-Releases und automatisierte Tests verkürzen die Release-Zyklen. DevOps-Teams müssen sich dabei einigen, welche Tools und Frameworks sie nutzen wollen und wie die entstehenden Microservices orchestriert und gemanagt werden sollen.
Der Plattform-Gedanke liegt da eigentlich nicht allzu fern. Viele DevOps-Teams arbeiten deshalb mit Entwicklerportalen, die eben diesen Zugang zu den benötigten Werkzeugen erleichtern. Platform Engineering treibt dieses Konzept nun noch weiter. Durch die Konzeption und Entwicklung von Selbstbedienungsfunktionen kann die kognitive Belastung der Entwickler minimiert und die Software schneller bereitgestellt werden.
Das Ergebnis ist eine gemeinsam genutzte Infrastrukturplattform mit Self-Service-Lösungen, die dem Benutzer die Arbeit erleichtern und immer wieder verwendet werden können. Diese Art der Softwarebereitstellung ist nicht nur für Developer interessant. Auch Datenanalysten oder Ingenieure, die für ihre wechselnden Aufgaben Tools und Funktionen immer wieder neu kombinieren, können profitieren.
Platform Engineering braucht Platform-Teams und Produktmanager
Platform Engineering wird als Lösung für die wachsende Komplexität moderner Softwarearchitekturen und Infrastrukturen gehandelt. Zugleich aber wird die Platform als solche deutlich komplexer, soll sie doch spezielle Bedürfnisse abdecken und über entsprechende Schnittstellen verfügen.
DevOps-Teams können die Erstellung, Entwicklung und vor allem die dauerhafte Pflege sowie Anpassung einer solchen Plattform kaum übernehmen – diese Aufgabe ist schlicht zu zeitaufwändig, um sie nebenher zu erledigen und weicht doch in vielen Facetten von der eigentlichen Entwicklerarbeit ab. Platform Engineering funktioniert nur dann effektiv, wenn sich jemand dediziert darum kümmert.
Für den erwähnten „State-of-the-DevOps“-Report wurden die Umfrageteilnehmer unter anderem danach gefragt, was ihrer Meinung nach zu den Aufgaben des Platform Engineering gehört. Je 59 Prozent sehen das Infrastrukturmanagement sowie die Automatisierung von Workflows und Prozessen als wichtigste Anforderungen. Services, die es Entwicklerteams ermöglichen, ihre Anwendungen zu entwickeln, bereitzustellen und auszuführen gaben 57 Prozent eine hohe Priorität.
Zugangskontrolle (45 Prozent), Entwickler-Umgebungen bauen und verwalten (42 Prozent), Aufbau und Verwaltung von Deployment Pipelines (40 Prozent) und das Management von Kosten und Ressourcen (37 Prozent) sind weitere, häufig genannte Erwartungen – ein bunter Mix aus anspruchsvollen Aufgaben, die ein verantwortliches Platform Team übernehmen muss.
Vorbehalte gegenüber Self Service abbauen
Dieses dedizierte Team sieht sich einem interessanten Spagat gegenüber: Während zum einen sehr viel IT- und Fach-Know-how gefragt ist, muss die Platform zum anderen den Zielgruppen jenseits von DevOps schmackhaft gemacht werden. Denn soll die Plattform genutzt und mehr und mehr zur Basis der IT-getriebenen Prozesse werden, müssen ihre Vorteile im Unternehmen publik gemacht werden.
Die Plattform wie ein Produkt zu behandeln, welches durch einen Produktmanager intern aktiv vermarktet wird, ist nach Meinung Autoren des DevOps-Reports ein zentraler Grundsatz des Platform Engineering. Denn auch das zeigen die Umfrageergebnisse: Noch gibt es teils erhebliche Vorbehalte gegen eine solche Plattform.
Vielen möglichen Anwenderinnen und Anwendern ist noch nicht bewusst, welche Funktionen eine solche Plattform bietet; und fast in der Hälfte der Unternehmen wird dem Management das Verständnis für Platform Engineering abgesprochen.
Was wird aus den DevOps-Teams?
Die meisten Unternehmen haben mehrere Entwickler-Teams, die für ihre eigene Arbeit verantwortlich sind, aber nur ein zentrales IT-Team, welches für den größten Teil der IT-Infrastruktur zuständig ist. DevOps, Cloud Services und ähnliche technologische Trends haben dazu geführt, dass Developer sich ebenfalls um Teile der IT-Infrastruktur kümmern. Im Zuge des Platform Engineering kehrt sich diese Entwicklung wieder um – mehr Zentralisierung bei der Bereitstellung von IT-Infrastruktur samt Tools und Anwendungen.
Stand: 08.12.2025
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Für die DevOps-Teams heißt das, sie kehren zu ihren Kernaufgaben zurück: der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen. Um die dafür benötigte Infrastruktur und die entsprechenden Service hingegen kümmert sich das Platform-Engineering-Team in enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen, die die Plattform nutzen sollen. Die Kollegen, die hier arbeiten, benötigen dafür eine gute Mischung aus IT- (bestenfalls DevOps-)Kompetenz, Produktmanagement-Know-how und Verständnis für das Geschäftsmodell des Unternehmens als Ganzes.
Von den im Rahmen des „State-of-the-DevOps“-Reports Befragten gaben mehr als die Hälfte (53 Prozent) an, in den nächsten Monaten erfahrene Fachkräfte für das Platform Engineering zu suchen. DevOps-Erfahrung gilt dabei als besonders bevorzugt – 48 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben dies als gewünschtes Know-how an. Software Engineers (45 Prozent), Platform Engineers (44 Prozent), Developer (40 Prozent), Projektmanager (37 Prozent) und Experten für Infrastructure and Operations (35 Prozent) wurden außerdem häufig als Wunschkandidaten genannt.
Was Platform Engineering dem Unternehmen wirklich bringt
Die Umstellung auf das Platform-Engineering-Konzept braucht indes etwas Zeit. Zunächst muss ein Team gefunden und gebildet, müssen vorhandene Plattformen und Portale geprüft und zusammengeführt und schließlich Aufgaben sowie Ziele definiert werden. Danach kann solch eine Plattform nur organisch wachsen, denn sie muss sehr individuellen und sehr verschiedenen Ansprüchen gerecht werden.
Doch etwas Geduld lohnt sich. Jeweils mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer gaben an, dass sich die Systemzuverlässigkeit verbessert, die Effizienz der eigenen Arbeit erhöht, die Lieferzeiten verkürzt haben sowie Workflows und Prozessstandards nun besser umgesetzt würden. Und je mehr Zeit die Plattform-Teams hatten, umso besser: 35 Prozent der Unternehmen, die Platform Engineering in den letzten drei Jahren eingeführt hatten, profitierten von schnelleren Software-Entwicklungszyklen.
Thomas Vianden
(Bild: Puppet)
Bei Unternehmen, die vor mehr als drei Jahren mit der Einführung des Platform-Engineering-Konzeptes begonnen hatten, waren es schon 53 Prozent. Mehr noch: 94 Prozent der Befragten bestätigten, dass Platform Engineering ihrem Unternehmen hilft, die Vorteile von DevOps besser zu nutzen. Ein klares Argument dafür, sich mit dem Konzept zu beschäftigen.
* Thomas Vianden ist Regional Director DACH & CEE bei Puppet.