Fachabteilungen basteln sich ihre Apps in der Cloud

PaaS hinter dem Rücken des CIOs

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Finanziert wurde die Studie vom PaaS-Spezialisten Progress. Dessen Vice President Technology Matt Robinson reibt sich die Hände: „Die neuen Möglichkeiten von ‚Develop Your Own Application‘ werden die Art wie wir arbeiten massiv beeinflussen, ganz so, wie es zuvor bereits die Trends Bring Your Own Device und Bring Your Own Application vermocht haben.“ Er zeigt sich überzeugt, dass auch Nicht-Profis Apps auf PaaS-Basis entwickeln können: „Es besteht kein Zweifel daran, dass wir im Zeitalter der ‚Citizen Developer‘ leben und damit der Entwickler, die aus den Fachabteilungen und nicht aus der IT kommen.“ Eine Demokratisierung des Entwicklungsprozesses quasi.

Plattformen für jeden Geschmack

Üblicherweise enthalten die PaaS-Angebote Enwicklungswerkzeuge, Datenbanken, Laufzeitumgebungen und technische Frameworks. Die genauen Modalitäten müssen natürlich von Fall zu Fall ausgehandelt werden. Neben Progress offeriert eine ganze Reihe anderer Anbieter Plattformen, darunter u.a. Google mit seiner App Engine auf der Cloud Platform, die Berliner cloudControl GmbH, Microsoft mit Windows Azure sowie auch Oracle. Auch Freunde der quelloffenen Software werden von Red Hat mittels OpenShift bedient. Amazon verlangt für die Nutzung seines Services Elastic Beanstalk sogar kein Geld. Für Fachabteilungen dürfte auch das „Cloud Integration Center“ von T-Systems von Interesse sein, bietet es doch jede Menge vorkonfigurierter Applikationen wie Datenbanken, Applikationsserver oder Content Management Lösungen. Die Plattform wurde zusammen mit Red Hat ins Leben gerufen.

IBM kann mit seiner Cloud-Umgebung Bluemix ein Angebot vorweisen, auf dem bereits viele interessante Apps entstanden sind. Zur CeBIT beispielsweise will der Konzern eine App mit Anbindung an die Cloud-Plattform Diabetizer präsentieren, mit der Diabetiker ihre verabreichte Menge an Insulin immer passgenau einstellen können. Der Geschäftsführer und Gründer von Diabetizer Robin Hrassnigg wird das Projekt am 17. März, 15:00 - 16:00 Uhr am IBM-Stand in Halle 2 der CeBIT vorstellen.

Aber: Ganz so einfach ist es in der neuen PaaS-Welt dann doch nicht, eine Entwicklung durch Amateure dürfte mehr Zeit in Anspruch nehmen als durch Profis. Dabei werben die PaaS-Anbieter gerade mit dem Zeitvorteil. Progress-Manager Robinson weist darauf hin, dass allgemein „ein großer Bedarf besteht, die Entwicklungszyklen weiter zu beschleunigen“. Denn die Marktzyklen der Softwareentwicklung werden immer kürzer.

Heimlichtuer mit Rückendeckung

In vielen Unternehmen ist daher festzustellen, dass sie ihre Applikationsentwicklung ändern. Sie lockern ihre Richtlinien an die Softwareentwicklung auf, erhöhen aber die Anforderungen an Geschwindigkeit und Einrichtung, Testen und Erfolgsmessung. Dabei wollen sie Kosten sparen, ohne sich Abstriche bei der Qualität erlauben zu können. Auch wenn es so manchem gestandenen CIO die Tränen in die Augen treibt.

„Unternehmen können diese Anforderungen nur durch eine neue Herangehensweise an den Programmierprozess beantworten. Die Konzentration auf das Wesentliche, das Einbeziehen der Fachabteilungen mit ihrem Wissen um die Geschäftsprozesse in den Entwicklungsprozess sowie das Ausklammern von Fragen der Hardware-Infrastruktur macht Platform-as-a-Service (PaaS) zu der Alternative, um dem geschäftlichen Nutzen von Applikationen schnell entlang des ganzen Produktlebenszyklus zu realisieren“, so Olf Jännsch, Regional Vice President South, Central and Eastern Europe bei Progress.

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