Kostentransparenz in der Cloud AWS-Potenzial preiswert nutzen

Ein Gastbeitrag von Johannes Nyvlt* 4 min Lesedauer

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Amazon Web Services (AWS) erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Dank dieses Angebots nutzen und skalieren Unternehmen Cloud-Services – ganz nach eigenem Bedarf. Doch in einer komplexen Multi-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Struktur den Kosten-Überblick zu behalten, ist keine leichte Aufgabe.

Je mehr Clouds in Unternehmen genutzt werden, desto komplizierter ist die Kostenaufstellung – spezialisierte Dienstleister mit technischer und kaufmännischer Expertise unterstützen dabei.(Bild:  Ivan - stock.adobe.com)
Je mehr Clouds in Unternehmen genutzt werden, desto komplizierter ist die Kostenaufstellung – spezialisierte Dienstleister mit technischer und kaufmännischer Expertise unterstützen dabei.
(Bild: Ivan - stock.adobe.com)

Der Umstieg auf Public-Cloud-Anbieter wie AWS kann Betriebskosten senken, die Produktivität steigern und Ausfallzeiten reduzieren. Doch ob dies tatsächlich gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Art der Anwendungen und Workloads, wie effizient die Cloud-Ressourcen genutzt werden, ob angemessene Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden, wie gründlich geplant wurde und wie die Umsetzung erfolgt ist. Schlechte Planung und Übersicht haben zur Folge, dass Unternehmen eher Geld verlieren als Kosten einsparen – was schade ist, denn AWS bietet mächtige Funktionen.

Den Überblick über die Kosten zu behalten – gerade in komplexen Cloud-Infrastrukturen, die sich über mehrere Anbieter erstrecken – ist keine triviale Herausforderung. Es ist weithin bekannt, dass selbst geringfügige Fehlkonfigurationen oftmals zu horrenden Abrechnungen führen können. Unternehmen brauchen deshalb nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine kaufmännische Perspektive. Sie erlaubt die Kostenkontrolle und hilft die Rendite zu maximieren.

Wenn finanzielle Transparenz gegeben ist, lässt sich feststellen, ob ein Dienst sein Potenzial voll ausschöpft. Doch warum fällt es gerade mittelständischen Unternehmen so schwer, hier den Überblick zu gewinnen und aus ihrer Cloud-Infrastruktur tatsächlich vollen Nutzen zu ziehen?

Mächtig, flexibel – aber auch undurchsichtig

AWS stellt in der Regel zentrale, nicht individualisierte Rechnungen aus. Darin liegt auch die Hauptursache, warum es Unternehmen oftmals schwerfällt, Kostentransparenz zu schaffen. Sie erhalten eine einzige Rechnung, in der alle Kosten für die Nutzung verschiedener Standorte und Anwendungen aufgeführt sind, unabhängig davon, wo die Dienste tatsächlich in Anspruch genommen werden. Hier den Überblick zu behalten und zu verstehen, wo Kosten verursacht werden und wie sich diese genau entwickeln, überfordert deshalb gerade die ausgelasteten Finanz-Abteilungen mittelständischer Unternehmen.

Dabei versuchen Hyperscaler wie AWS durchaus Abhilfe zu schaffen. Dank der Selbstbedienungsfunktion und des „Pay as you go“-Abrechnungsmodells kann etwa die Ressourcenbeschaffung heute flexibel und dezentral erfolgen. Neue Dienste können per Mausklick in Anspruch genommen werden. Der Kapazitätsbedarf ändert sich jedoch im Geschäftsalltag stetig, was zu Fluktuationen bei den veranschlagten Kosten führt.

Ein weiterer Komplexitätsfaktor ist, dass oftmals Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen und Positionen auf dieselben Dienste zugreifen. Dies resultiert in wiederkehrende Ausgaben, für die Verantwortlichkeiten eventuell nicht definiert sind. Darüber hinaus variieren die Preisstrukturen je nach Region, Service und Nutzungshäufigkeit, was zu unvorhergesehenen Preiserhöhungen führt, wenn die genauen Berechnungsmethoden unklar sind.

Multi-Cloud = Multi-Rechnung

Unternehmen, die verschiedene Plattformen nutzen, stehen vor einer weiteren Herausforderung: Der Multi-Cloud-Ansatz verstärkt die Intransparenz, da jeder Anbieter sein eigenes Abrechnungsmodell hat und unterschiedliche Leistungen in Rechnung stellt. Zwar bietet AWS seinen Kunden wiederum Tools wie den Cost Calculator und den Cost Explorer an, doch ist deren Funktionalität ausschließlich auf die Analyse und Abrechnung der eigenen Services ausgerichtet. Aus diesem Grund sehen sich Einkaufsabteilungen großer Unternehmen mit einer nahezu undurchschaubaren Komplexität konfrontiert.

Um diese Herausforderungen zu lösen und mit dem richtigen Durchblick in der komplexen Cloud-Welt durchstarten zu können, braucht es eine Partnerschaft mit einem spezialisierten Dienstleister. Diese kümmern sich nicht nur um technische Angelegenheiten, sondern bringen auch kaufmännische Expertise, mit der sich Klarheit gewinnen lässt.

Auch kaufmännisch das volle Cloud-Potenzial erreichen

Wenn ein Unternehmen die Expertise eines externen Dienstleisters in Anspruch nehmen möchte, überträgt es diesem das Hauptkonto. Der Spezialist kann dann die Rechnungen empfangen und personalisieren. Das Unternehmen behält währenddessen die volle Kontrolle über seine AWS-Umgebung und verliert keine Zugriffsrechte. Zu den Aufgaben, die der Dienstleister übernehmen kann, gehören beispielsweise Schulungen oder die Beratung zu Rabatten.

Zudem treten die Experten aktiv in Vertragsverhandlungen mit Cloud-Anbietern ein. Ziel ist es, günstige Vereinbarungen zu treffen, um die Gesamtausgaben zu senken. Darüber hinaus helfen externe Dienstleister bei Verhandlungen mit Plattformbetreibern und beraten das Unternehmen regelmäßig bei der Weiterentwicklung der Cloud. Regelmäßige umfassende Prognosen dienen dazu, geplante Projekte zu untersuchen und die zu erwartenden Auswirkungen auf die Cloud-Kosten zu ermitteln. All diese Maßnahmen ermöglichen eine genauere Budgetplanung und die Aushandlung der besten Rabatte. Ziel ist es, die Ausgaben genau zu steuern und Budgetüberschreitungen zu vermeiden.

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Vertrauen ist gut, (Kosten-)Kontrolle ist besser

Klarheit ist in der Cloud-Welt von entscheidender Bedeutung. Die Selbstbedienungsfunktion von AWS und der Multi-Cloud-Ansatz führen jedoch oftmals zu einer undurchsichtigen Komplexität, was wiederum die Finanzplanung stark erschwert. Hier kommen externe Spezialisten ins Spiel. Diese unterstützen Unternehmen nicht nur durch die Bereitstellung von Produkten, sondern auch durch Beratung in technischen oder kommerziellen Fragen. Neben der Weiterentwicklung der Cloud-Strategie bieten sie die individuelle Abrechnung und Verwaltung von Softwarelizenzen und Abonnements als Mehrwertpakete an.

Die Cloud-Betreiber haben erkannt, dass externe Unterstützung für die eigene Geschäftsentwicklung von Vorteil ist. Sie nutzen die Dienstleister als Mittler, um Unternehmen zu zeigen, wie sie Kosten senken, Ressourcen intelligent verteilen und Transparenz schaffen können. So schöpfen Unternehmen das ganze Potenzial der mächtigen AWS-Dienste, während sie die Kosten immer im Überblick haben.


* Der Autor Johannes Nyvlt ist Business Development Executive für AWS und AWS Marketplace bei SoftwareOne.

Bildquelle: SoftwareOne

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(Bildquelle: CloudComputing-Insider)

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