Bewährte Prinzipien sollen auch für ein neues IT-Modell gelten

Open Source und Cloud Computing (Teil 1)

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Open Cloud Initiative

Ende Juli 2011 konnte dann die Open-Source-Bewegung wieder ein Zeichen setzen. Auf der Kongressmesse OSCON in Portland, Oregon, stellte sich die von Sam Johnston vorangetriebene Open Cloud Initiative (OCI) vor. Sie betont in ihrem Grundsatzdokument Freiheit der Anwender und freien Wettbewerb zwischen Anbietern gleichermaßen. Die Grundlagen dafür beschreiben die „Open Cloud Principles“ (OCP).

Diese fordern Interoperabilität der Cloud-Angebote, damit Anwender ihre Daten zwischen den Anbietern verlagern können, sowie ungehinderten Zugang und Abgang zu/von Cloud-Diensten. Das setzt voraus, dass Anbieter dafür notwendige Standards nutzen und gegebenenfalls in einem offenen Prozess neue entwickeln.

Die OCI definiert Open Cloud über zwei Punkte: Erstens müssen alle Anwenderdaten und auch die Metadaten in offenen Standardformaten vorliegen. Zweitens müssen alle Funktionalitäten einer Cloud ebenfalls über Interfaces auf der Basis offener Standards zu adressieren sein.

Anforderungen an offene Standards

Für offene Standards gelten bei der OCI enge Anforderungen. Sie müssen detailliert dokumentiert, veröffentlicht sowie zugänglich und kostenlos nutzbar sein. Gegebenenfalls in einem Standard vorhandenen Patente müssen sich unwiderruflich lizenzkostenfrei nutzen lassen. Alle Markenrechte dürfen ausschließlich einer nicht-diskriminierenden Bestätigung der Compliance dienen. Schließlich müssen die Client- und Server-seitige Implementierungen gewissenhaft und interoperabel sein und unter einer von der Open Source Initiative (OSI) anerkannten Lizenz stehen oder Public Domain sein. Diese Forderungen will die OCI sogar weltweit in Gesetze zum Cloud Computing einbringen.

Sam Ramji ist einer der Ideologen, die hinter der Open Cloud Initiative stehen. Er war einst oberster Open-Source-Stratege bei Microsoft. (Archiv: Vogel Business Media)

Diese Initiative der Open-Source-Bewegung traut sich also einiges zu. Und es sind nicht gerade irgendwelche Hanseln, die das tun. Neben Sam Johnston als Vorstand ist im Direktorium Sam Ramji der bekannteste. Er war einst oberster Open-Source-Stratege bei Microsoft. Ferner gehören unter anderem dazu: Rick Clark, Principal Engineer für Cloud Computing bei Cisco, Noirin Plunkett, Executive Vice President der Apache Software Foundation, und Marc Fleischmann, Chef von Rising Tide Systems. Auch ein Apostel aus der deutschen Open-Source-Szene ist im Direktorium: Thomas Uhl, Vorstand der Linux Solutions Group (Lisog) und Gründer der Cloud-Initiative Deutsche Wolke.

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