Bewährte Prinzipien sollen auch für ein neues IT-Modell gelten

Open Source und Cloud Computing (Teil 1)

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Cloud-Analyse aus Open-Source-Sicht

Die Verwendung offener Programmierschnittstellen und herstellerunabhängiger Standards sind nach der Definition von Sam Johnston wesentliche Merkmale einer Open Cloud (Quelle: Sam Johnston). (Archiv: Vogel Business Media)

Wenige Tage nach dem Manifest veröffentlichte ein Australier, Sam Johnston, eine Cloud-Analyse aus Open-Source-Sicht. Er unterscheidet zwischen vier verschiedenen Cloud-Formen, wobei sich zeigt, dass die Verwendung offener Programmierschnittstellen und herstellerunabhängiger Standards den Unterschied zwischen „closed“ und „open“ ausmacht. Offen ist nach seiner Forderung nur, was öffentlich nachvollziehbar dokumentiert, ohne Kosten und ohne Patentlizenzen nutzbar ist. Damals rief Johnston zur Gründung einer Open Cloud Initiative auf.

Aus der wurde erst einmal nichts. Gleichwohl nahm in dieser Zeit die Diskussion des Cloud-Themas in der Open-Source-Szene zu. Langsam wurde klar, dass es nicht um eine Übernahme der Open-Source-Definition gehen konnte, sondern dass deren Intentionen verfolgt werden sollten. Also Freiheit der Anwender, Hersteller-Unabhängigkeit etc. Ganz ähnlich wie im Manifesto, aber immer noch nicht konkreter.

Auf dem Weg zur Standardisierung

Closed-Cloud-Computing verbreitete sich derweil zäher, als dem Modell eigentlich zuzutrauen wäre. Schließlich platzte dem Standardisierungsgremium Institute of Electrical and Electronical Engineers (IEEE), eins der weltweit wichtigsten, mächtigsten, aber auch behäbigsten Standardisierungsgremien, der Kragen. Es kündigte im April 2011 eine „Cloud Computing Initiative“ an, die in zwei Arbeitsgruppen Standards für Interoperabilität in der IT-Wolke erarbeiten soll.

Die Begründung der IEEE für ihre Aktivität war eine schallende Ohrfeige für alle Cloud-Anbieter: „Ohne ein flexibles, gemeinsames Rahmenwerk für Interoperabilität, könnte Innovation aufgehalten werden und uns ein System von Silos hinterlassen.“ Das IEEE wolle „Fragmentierung minimieren und sicherstellen, dass Cloud Computing sein gesamtes Potenzial erschließt“. Zur Lösung will das IEEE „open source references“ einsetzen, wobei nicht genau beschrieben ist, was die sein sollen.

weiter mit der Open Cloud Initiative und Anforderungen an offene Standards

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