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Local Hazard Information Neues Auto kann dank Cloud um die Ecke sehen

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Florian Karlstetter

Ford wird im März eine Neuauflage seines PKW-Modells „Puma“ auf den Markt bringen. Das Besondere daran: Dank Cloud-Anbindung warnt er vor Gefahren hinter einer Kurve.

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Gefahrenmeldungen werden über das FordPass Connect-Modem auf eine von HERE betriebene Cloud-Plattform geschickt und dort verarbeitet.
Gefahrenmeldungen werden über das FordPass Connect-Modem auf eine von HERE betriebene Cloud-Plattform geschickt und dort verarbeitet.
(Bild: gemeinfrei, Pexels / Pixabay)

Der am 7. März in Deutschland auf den Markt kommende Ford Puma offeriert die Funktion "Lokale Gefahrenwarnung" (Local Hazard Information, kurz: LHI) serienmäßig. Ford geht davon aus, dass sie bis Ende dieses Jahres in mehr als 80 Prozent seiner neuen Modelle enthalten ist. Durch sie weiß der Fahrer im Zweifelsfall, was hinter der nächsten Ecke oder Kurve auf ihn wartet: Stau, Unfall, oder freie Fahrt.

Eine Warnung kann in verschiedensten Situationen erfolgen, beispielsweise auch bei plötzlich einsetzendem Hagel oder bei einem Erdrutsch. Die Warnungen werden vom vorausfahrenden Auto automatisch ausgelöst, etwa wenn die Warnblinker aktiviert werden oder durch eine Notbremsung, im schlimmsten Fall auch durch ausgelöste Airbags. LHI arbeitet selbsttätig, das heißt: Der Fahrer muss nicht aktiv werden, um Warnmeldungen abzusetzen.

So funktioniert das System: Sensoren überwachen Aktivitäten wie Notbremsung, Nebelscheinwerfer und Traktionskontrolle, um ungünstige Wetter- oder Straßenbedingungen zu erfassen. Diese Daten werden über das FordPass Connect-Modem auf eine von HERE betriebenen Cloud-Plattform geschickt und dort verarbeitet, um den Gefahrenort und um die Art des Vorfalls zu ermitteln und mit anderen Verkehrsteilnehmern zu teilen.

Die "Lokale Gefahrenwarnung"-Funktion wird über das FordPass Connect-Modem aktiviert und ist für das erste Jahr nach dem Kauf eines neuen Ford Puma kostenlos. Danach ist eine Lizenzgebühr im Rahmen des Konnektivitätspakets zu entrichten. Das FordPass Connect-Modem wird zum Zeitpunkt der Fahrzeugauslieferung aktiviert. Kunden können entscheiden, welche Daten sie freigeben möchten.

Die HERE-Cloud macht es möglich

Die ehemalige Nokia-Tochter HERE Technologies, heute hauptsächlich im Besitz von Audi, BMW und Daimler (unter Beteiligung von Intel und anderen Technologieriesen) sammelt schon länger Informationen von lokalen Behörden und Rettungsdiensten sowie anderer mit der Cloud verbundener Verkehrsteilnehmer. Dies betrifft zum Beispiel Hinweise auf Unfälle, Baustellen und liegengebliebene Fahrzeuge ebenso wie Gefahren, die von Fußgängern und Tieren ausgehen, oder auch kritische Straßenbedingungen außerhalb des Sichtbereichs. Potenzielle Gefahren werden über das Armaturen-Display des Ford Puma angezeigt - und zwar nur dann, wenn diese Gefahren die eigene Fahrtroute betreffen.

"Die Lokale Gefahrenwarnung unterscheidet sich von herkömmlichen Systemen dadurch, dass es die Autos selbst sind, die über das Internet der Dinge miteinander verbunden sind. Es gibt keine Abhängigkeit von Drittanbieter-Apps", sagt Jörg Beyer, Executive Director, Engineering, Ford of Europe. "Diese Warnungen sind spezifisch, relevant und auf die tatsächlichen Situationen vor Ort zugeschnitten".

Die über das bordeigene Mobilfunknetz gesendeten Informationen können - dank vernetzter Cloud-"Schwarm-Intelligenz" - auch mit Fahrzeugen anderer Automobilhersteller geteilt werden. Von BMW, Audi und Mercedes sind dazu bald ebenfalls Meldungen zu erwarten. HERE beliefert zudem fast alle namhaften Automobilhersteller mit aktuellem Kartenmaterial für die Navis.

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Dr. Dietmar Müller

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