Enterprise Ressource Planing (ERP), das Rückgrat eines Unternehmens, war bis vor zehn Jahren nur als lokale Installation wirklich sinnvoll. Heute aber gibt es eine breite Palette an ERP-Systemen, die mit einem oder zwei Beinen in der Cloud ansässig sind, und es werden immer mehr.
Die Unternehmenskultur von Monitor soll in das deutsche Team gebracht und ein skandinavischen Ansatz vermittel werden.
Gerade hat der schwedische ERP-Experte Monitor in Düsseldorf eine Niederlassung gegründet und will von dort aus den deutschen Mittelstand bedienen. Wir haben uns beim neuen Geschäftsführer der MERP Monitor Enterprise Resource Planning System GmbH, Thomas Blomberg, bezüglich seiner Pläne und Ziele erkundigt.
CloudComputing-Insider: Herr Blomberg, Sie haben gerade eine Niederlassung in Düsseldorf eröffnet – wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie, wie ist das Team aufgestellt?
Thomas Blomberg: Unser gesamtes Team soll bis zum Jahresende aus sieben bis acht Mitarbeitenden bestehen. Die Kernkompetenz unseres Teams wird im Bereich des Sales Consulting und dem Kundensupport liegen. Wenn wir hier die richtige Basis geschaffen haben, werden wir unser Team in den kommenden Jahren weiter ausbauen.
Thomas Blomberg, Geschäftsführer der MERP Monitor Enterprise Resource Planning System GmbH.
(Bild: Monitor GmbH)
Was sind Ihre ersten bzw. nächsten Ziele, wo wollen Sie mittelfristig hin?
Blomberg: Uns liegt es am Herzen, die Unternehmenskultur von Monitor in das deutsche Team zu bringen und den skandinavischen Ansatz zu vermitteln. Die Führungsstile zwischen den Ländern sind mitunter unterschiedlich. In Skandinavien treffen wir Entscheidungen schneller, da wir weniger bürokratische Hürden zu überwinden haben. Als global agierendes Unternehmen mit dem Hauptsitz in Hudiksvall, Schweden und Niederlassungen in sechs Ländern ist es uns aber auch wichtig, interkulturelle Unterschiede zu lernen und Bewusstsein dafür zu schaffen.
Welchen Branchen legen Sie den Einsatz Ihres ERP-Systems „G5“ besonders ans Herz?
Blomberg: In unserer langjährigen Firmengeschichte ist uns die Produktionsbranche besonders ans Herz gewachsen. Unternehmen aus der Metall-, Elektronik- und Kunststoffindustrie setzen unsere Lösung ebenso erfolgreich ein wie Unternehmen aus dem Maschinenbau oder der holzverarbeitenden Industrie.
Monitor blickt auf mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Digitalisierung der schwedischen Produktionsunternehmen zurück. Wie sehen Sie Ihre Zielgruppe, den deutschen Mittelstand, speziell das produzierende Gewerbe? Hat er die Digitalisierung verschlafen?
Blomberg: Meiner Meinung nach hat der Mittelstand die Digitalisierung nicht verschlafen. Die Stärke der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland liegt unter anderem in Themen wie Industrie 4.0. In diese Richtung gibt es wichtige Impulse aus Deutschland. Insbesondere die Verbindung verschiedener Maschinen untereinander beherrschen die KMU sehr gut. In Deutschland haben die Unternehmen verstanden, dass digitale Transformation essenziell ist. Leider kann diese aufgrund behördlicher Vorgaben nicht immer so rasch umgesetzt werden, wie es notwendig wäre. Für mutige Unternehmen, die sich davor nicht abschrecken lassen, wird Monitor G5 die richtige Plattform sein, um die eigene Digitalisierung voranzutreiben. Denn Monitor verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Maschinenintegration sowie der Integration in andere Systeme. Zudem bietet Monitor G5 ERP eine offene API.
Die politischen Rahmenbedingungen scheinen für den Mittelstand in Deutschland gerade besonders schlecht zu sein, zu denken wäre etwa an die hohen Energiekosten. Wie nehmen Sie die Situation wahr - und können Sie den Anwendern entsprechend entgegenkommen?
Blomberg: Der deutsche Mittelstand ist hart im Nehmen und hat sich diesen Rahmenbedingungen schnell angepasst. Sie müssen einfach mehr machen, wenn sie wenig oder keine Unterstützung von der Regierung erhalten. Deutsche Unternehmer sind sehr kreativ, wenn es darum geht, flexibel zu handeln und eine Lösung zu finden. Wenn eine Krisensituation vorliegt, muss man kreativ sein. Monitor bietet genau die Flexibilität für diese Kreativität und gibt einen guten Überblick über die Vorgänge im Unternehmen, so dass das Management die richtigen Entscheidungen treffen kann. Viele Unternehmen haben in der Krise diese Chance ergriffen und unsere ERP-Lösung Monitor G5 implementiert.
Ihr ERP-System Monitor G5 gilt als an den deutschen Markt besonders gut angepasst. Wie macht sich das bemerkbar?
Blomberg: Speziell das Thema einer ordnungsgemäßen Finanzbuchhaltung ist für den deutschen Markt sehr wichtig. Deswegen ist unser Rechnungswesenmodul bereits seit 2019 gemäß dem Prüfungsstandard IDW PS 880 erfolgreich zertifiziert. Monitor G5 entspricht damit den Vorgaben einer ordnungsgemäßen Buchführung. Darüber hinaus ist unsere Lösung im vergangenen Herbst als bestes ERP-System des Jahres 2022 in der Kategorie Einzelfertigung ausgezeichnet worden. Wir konnten die unabhängige Expertenjury unter anderem mit unseren Zukunftsstrategien im Bereich der Nachhaltigkeit überzeugen. Dank unserer Expertise in der Produktionsbranche verstehen wir die Bedürfnisse mittelständischer Produktionsunternehmen in Deutschland und ihre individuellen Herausforderungen, für die wir mit Monitor G5 die passende Lösung parat haben. Mit unserer Niederlassung in Düsseldorf gewährleisten wir eine kompetente Beratung und den bestmöglichen Service.
G5 kommt als SaaS ins Haus des Anwenders, richtig?
Blomberg: Grundsätzlich kann die Kundschaft entscheiden, ob das System lokal installiert oder als SaaS genutzt wird. Der klare Vorteil von SaaS ist die mühelose und automatische Abwicklung. Die Kundschaft muss sich nicht um Einrichtung, Backup und Updates kümmern.
Eine weitere Grundidee von SaaS ist die Nutzung der Software nach Bedarf des Unternehmens – wie rechnen Ihre Kunden ab?
Blomberg: Wie die meisten ERP-Anbieter rechnen wir die monatlichen Gebühren pro User ab. In den Gebühren sind dann Backups und Updates bereits enthalten.
Wie viele Ihrer Kunden nutzen bislang G5 on-premises, wie viele aus der Cloud? Wo wollen Sie hin – würde Ihnen z.B. eine stärkere Nutzung der Monitor Cloud durchaus gelegen kommen?
Blomberg: Da Monitor bereits seit über 40 Jahren erfolgreich am Markt ist und damit lange, bevor es Cloud-Lösungen gab, gibt es naturgemäß noch viel Kundschaft, die unsere ERP-Lösung lokal betreibt. In den vergangenen Jahren haben sich neue Unternehmen hingegen vermehrt für die Vorteile der Cloud entschieden.
Stand: 08.12.2025
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Welche neuen Trends machen Sie aus, die ihrer Meinung nach das ERP in den kommenden ein, zwei Jahren schwer tangieren werden?
Blomberg: Robotic Process Automation wird sicherlich ein Trend sein, dessen Bedeutung deutlich zunehmen wird. Produktionsunternehmen müssen in der kommenden Zeit alle Prozesse automatisieren, die automatisierbar sind – allein, um den zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen. RPA und Automatisierung erhöhen nicht nur die Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern verringern auch die Fehlerquote. Mitarbeitende müssen sich nicht mehr um Routineaufgaben kümmern und können ihre Zeit stattdessen in werthaltige Arbeit investieren. Ein weiterer Trend, den wir sehen, ist das Thema Nachhaltigkeit. Im Rahmen von ESG ist das Thema sehr wichtig. Produktionsunternehmen müssen einen Wechsel auf die Kreislaufwirtschaft vornehmen, um Ressourcen zu schonen, die Umweltverschmutzung einzudämmen und Abfall zu verringern.
Software entwickelt sich permanent weiter. Welche Neuerungen können G5-Anwender 2023 erwarten?
Blomberg: Wir bei Monitor sind wie gesagt Spezialisten für Produktionsunternehmen und orientieren uns an deren Herausforderungen. Ein Beispiel dafür sind die aktuellen hohen Energiekosten. Eine Option in unseren Überlegungen ist, dass die Produktion dann eingetaktet wird, wenn die Energiepreise am niedrigsten sind. Außerdem arbeiten wir daran, den Kreislauf von Produkten berechnen zu können. Unternehmen und Abnehmer werden Kenntnis darüber haben, wie viele der eingesetzten Materialien bereits wie oft recycelt wurden. Zukünftig wird es unter anderem möglich sein, die CO2-Emissionen pro Produkt anhand der verwendeten Materialien zu berechnen. Ein großer Fokus von uns wird also in diesem Jahr die Nachhaltigkeit sein. Wir planen, Nachhaltigkeit in den Kern unserer Lösung zu implementieren. Im September werden auf unserer jährlichen Monitor-User-Veranstaltung in Schweden unsere Kunden darüber mehr erfahren.
Herr Blomberg, wir danken für das Gespräch.
Thomas Blomberg ist Geschäftsführer der neugegründeten deutschen Niederlassung des schwedischen Softwareherstellers Monitor. Die MERP Monitor Enterprise Solution GmbH bietet mit ihrem Sitz in Düsseldorf Beratung und Service. Blomberg bringt eine umfangreiche und internationale Erfahrung in Produktion und Fertigung mit. So unterstützte er unter anderem Unternehmen wie Norrlandsfonden, Zepro oder Cargotec. Um nah am Markt zu sein, ist der gebürtige Schwede, der vier Sprachen spricht, für seine neue Rolle nach Düsseldorf gezogen.