Vom Homeoffice über digitale Weiterbildung und Workouts bis hin zu Videocalls statt Dienstreisen: Corona hat Deutschland aus seinem analogen Tiefschlaf gerissen und uns die Bedeutung moderner Technologie für eine funktionierende Wirtschaft und Gesellschaft eindringlich vor Augen geführt. In der Folge hat die Digitalisierung hierzulande enorm an Fahrt gewonnen.
Der durch Corona ausgelöste Lockdown hat zu einem Boom bei digitalen Produkten und Services geführt und gezeigt, wie wichtig es ist, innerhalb kürzester Zeit auf die Bedürfnisse von Kunden reagieren zu können.
Vormals endlos theoretisch diskutierte Konzepte wurden vielerorts praktisch über Nacht umgesetzt und sogleich einem unerbittlichen Praxistest unterzogen. Da dieser in zahlreichen Fällen mit Bravour bestanden wurde, werden einige der aktuell beobachtbaren Veränderungen unsere Arbeits- und Lebenswelt auch nach der Krise dauerhaft prägen.
Dass immer mehr Menschen der Idee, ihre Angelegenheiten online und ohne physischen Kontakt regeln zu können – sei es einen Film ausleihen, eine Überweisung tätigen oder eine Versicherung abschließen–, durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen, ist keine neue Erkenntnis. Diverse aktuelle Studien zeigen jedoch, dass sich diese Entwicklung durch Social Distancing über alle Altersgruppen hinweg noch einmal deutlich verstärkt hat. Anbieter, die ihre Produkte und Dienstleistungen digitalisiert haben und ihren Erwerb sowie ihre Inanspruchnahme über ansprechende digitale Kanäle ermöglichen, sind somit deutlich im Vorteil. Dass sich digitalisierte Organisationen und die Digitalwirtschaft im Verlauf der Pandemie als ausgesprochen resistent erwiesen haben, ist kein Zufall.
Alles steht am Anfang der Entwicklung
Dies hat auch die Politik gesehen. Bereits jede dritte der 56 im 130-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket beschlossenen Maßnahmen betrifft Digitales, seien es Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), Quantencomputer oder vernetzte Mobilität. „Die Bundesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt (…) viele der beschlossenen Maßnahmen sind Investitionen in die Zukunft und werden die deutsche Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter erhöhen“, lobt etwa Bitkom-Präsident Achim Berg. Gleichzeitig mahnt er, dass Arbeitgeber mehr denn je gefordert seien, ihre Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle auf digital umzustellen.
Zu einem sehr ähnlichen Fazit gelangt unter anderem der Spiegel. In Bezug auf die im Vorfeld des Regierungsbeschlusses diskutierte Abwrackprämie heißt es da, dass sich ökonomischer und ökologischer Sachverstand durchgesetzt hätten. Nicht das alte Geschäftsmodell mit Diesel und Benzinern würde über Wasser gehalten, stattdessen – so wird auch hier richtig herausgestellt – richte sich der Impuls in die Zukunft. Das sei vielleicht unbequem für in der Autoindustrie Angestellte, jedoch notwendig, denn „auch in fünf oder fünfzehn Jahren muss es für sie noch Arbeit geben, auch wenn es vielleicht andere ist: weniger Teilefertigung, mehr IT, mehr Service.“
Die Autoindustrie ist an dieser Stelle ein nahezu beliebig austauschbares Beispiel für den tiefgreifenden Wandel, der in absehbarer Zeit praktisch überall ansteht. Laut McKinsey erwartet beispielsweise eine überwältigende Mehrheit der Vorstände und Unternehmensentscheider aus der Industrie, dass sich ihre Branchen in den nächsten fünf Jahren stärker verändern werden als in allen vergangenen Jahrzehnten. Kein Wunder: Technologien wie KI, Blockchain, 3D-Druck, digitale Biologie oder 5G sind jeweils für sich genommen bereits disruptiv. Welche Konsequenzen ihre absehbare Konvergenz nach sich ziehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen.
Geschwindigkeit macht den Unterschied
Fest steht jedoch, dass sich angetrieben vom unablässigen technischen Fortschritt auch die Kundenbedürfnisse und -wünsche immer schneller verändern werden. Um diesen durch progressive Angebote gerecht werden zu können, benötigen Unternehmen vor allem eines: Innovationsgeschwindigkeit. „Durch die Nutzung innovativer Technologien (…) nimmt Geschwindigkeit in unserer vernetzten Welt von heute in allen Facetten eine Schlüsselrolle ein – time to market, time to change, time to value, time to profit, time to volume etc.“, konstatieren IDC-Forscher in einer im Dezember vergangenen Jahres veröffentlichten Studie.
Viele traditionelle Organisationen stehen diesbezüglich aufgrund ihrer jahrzehntelang gewachsenen Hierarchien und IT-Infrastrukturen vor großen Herausforderungen. Denn in der Regel sind die etablierten Prozesse und Systeme darauf ausgelegt, einen reibungslosen Ablauf des Tagesgeschäfts sicherzustellen – schnelle Innovationen hingegen fördern sie definitiv nicht. Um diese zu ermöglichen, bedarf es einer ganzheitlichen Transformation dieser Unternehmen. Doch wo beginnen?
Durch digitale Transformation zu schnelleren Innovationen
Die vergangenen Wochen und Monate haben verdeutlicht, wie wertvoll es ist, umgehend auf sich ändernde Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die digitale Transformation komplexer Organisationen am Frontend zu beginnen. Müssen für neue Onlineangebote zunächst zeitintensive Anpassungen im Backend vorgenommen werden, sind die Offerten viel zu oft bereits wieder veraltet, noch bevor sie überhaupt auf den Markt kommen. Durch den Einsatz eines Frontend-Layers wie couper.io können digitale Angebote flexibel entwickelt und jederzeit kurzfristig an sich verändernde Gegebenheiten angepasst werden.
Stand: 08.12.2025
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couper.io bindet sich an alle vorhandenen Systeme für die Nutzung von individuellen APIs im Frontend.
(Bild: Avenga GmbH)
Genauso wichtig wie die zeitnahe Bereitstellung ist es, dass Lösungen die Bedürfnisse ihrer Nutzer optimal adressieren, Prozesse vereinfachen und eine herausragende Customer Experience bieten. Nur so können sich Unternehmen gegenüber der Konkurrenz abheben, Kunden einen einzigartigen Mehrwert bieten und sich wertvolle Wettbewerbsvorteile sichern. Um bei Onlineangeboten eine maximale Kundenzentriertheit sicherzustellen, eignet sich deren Entwicklung mittels eines Minimum Viable Product (MVP). Bei diesem Vorgehen liegt der Fokus auf einer schnellen Marktreife – ohne Abstriche bei der Qualität.
Produktentwicklungen mit MVPs
Demnach beginnt der Entwicklungsprozess mit einem geringeren Umfang an Funktionen, die allesamt einen direkt sichtbaren Mehrwert aufweisen. Weitere Features werden erst sukzessive im Anschluss implementiert. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass sich durch die Kombination aus einer Entwicklung in zeitlich überschaubaren Sprints sowie frühen und regelmäßigen Feedback-Runden prüfen lässt, ob Ausstattungsmerkmale den ihnen zugedachten Zweck tatsächlich erfüllen. Ist dies nicht der Fall, kann auf Änderungswünsche direkt reagiert werden. Das iterative Vorgehen stellt also sicher, dass das Endprodukt optimal auf die späteren Nutzer angepasst ist.
Ein weiterer Vorteil des MVP-Ansatzes: Projekte müssen nicht erst abgeschlossen werden, bevor ihr Endresultat auf den Markt gebracht werden kann. Stattdessen können Zwischenergebnisse direkt öffentlich zur Verfügung gestellt werden und Umsatz generieren. Das Risiko kostenintensiver Fehlentwicklungen wird dabei gegenüber traditionell gemanagten Projekten signifikant reduziert.
Die Präsentation, Verprobung und Veröffentlichung erster greifbarer Teilerfolge hilft zudem, Silodenken Unternehmen zu überwinden und Entscheidungsträger für sich zu gewinnen. Langfristig geht die Etablierung des neuen Entwicklungsparadigmas nach dem „Trial-and-error-Prinzip“ fast zwangsläufig mit einem tiefgreifenden automatischen Wandel der gesamten Unternehmenskultur einher, hin zu mehr Transparenz, flachen Hierarchien mit kurzen Kommunikations- und Entscheidungswegen sowie einer ausgeprägten Fehlertoleranz. Vorangetrieben wird dieser Transformationsprozess erfahrungsgemäß oft durch motivierte Mitarbeiter, die stolz darauf sind, auf konkrete Fortschritte in ihren Projekten verweisen zu können.
Kraftvolle Werkzeuge und kontinuierliche Weiterbildung
Überhaupt sind gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter die wichtigsten Ressourcen eines jeden Unternehmens. Da sie es sind, die letztlich für die Entwicklung und Umsetzung neuer Angebote verantwortlich zeichnen, gilt es, sie zu ermächtigen. Dies gelingt beispielsweise durch die Bereitstellung von State-of-the-Art-Services aus der Cloud, die ihnen Zugriff auf zukunftsträchtige Technologien wie Big Data, das Internet der Dinge oder KI bieten und hinsichtlich ihres Umfangs und ihrer Leistung jederzeit problemlos an den aktuellen Bedarf angepasst werden können.
Darüber hinaus muss die konsequente Weiterbildung von Angestellten im Fokus stehen. Damit diesen ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um sich selbst weiterzuentwickeln, empfiehlt sich hinsichtlich der Modernisierung der IT-Infrastruktur in der Regel die Zusammenarbeit mit einem externen IT-Spezialisten. Entlastet von zeitintensiven Routineaufgaben, können sich die Mitarbeiter auf wertschöpfende Projekte wie die Entwicklung neuer Produkte, Services und Geschäftsmodelle konzentrieren und so die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens dauerhaft sicherstellen.
* Der Autor Jan Webering ist CEO von Avenga. Der internationale IT-Spezialist mit 19 Niederlassungen in 13 Ländern unterstützt Konzerne und große Mittelständler bei der digitalen Transformation mit Projekten entlang der gesamten digitalen Wertschöpfungskette: von der Strategie bis zur Umsetzung von Software-, User-Experience- und IT-Lösungen inklusive Hosting und Betrieb.
Mehr zu couper.io der Avenga GmbH
Damit Softwarelösungen Prozesse vereinfachen können, müssen ihre Frontends auf Daten in den Kernsystemen zugreifen können. Diese sind jedoch auf Stabilität und Sicherheit ausgelegt, um einen reibungslosen Ablauf des alltäglichen Geschäfts sowie die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen zu garantieren. Das Problem: Richten sich die Nutzeroberflächen nach den hier etablierten Prozessen für den Datenaustausch, wird die Customer Experience oft negativ beeinflusst.
Abhilfe schafft die Einführung eines Frontend-Layers wie couper.io, der sich als zusätzliche IT-Schicht zwischen Back- und Frontend legt, als eigenständige Entwicklungsebene fungiert und Daten aller Art bidirektional übermittelt. So können die stabilen Systeme im Backend unangetastet bleiben, während sich User Interfaces flexibel an jegliche Marktveränderungen anpassen lassen.