Cloud boomt und das mit gutem Grund: Verfügbarkeit, Flexibilität und sinkende Kosten scheinen die Antwort auf die Stoßgebete von IT-Abteilungen zu sein. Die Chancen sind groß, von einer Migration in die Cloud zu profitieren – doch nur, wenn man mit der richtigen Strategie ans Werk geht. Denn beim Weg in die Public Cloud lauern einige Fallstricke, auf die Unternehmen achten sollten.
Der Umstieg in die Cloud: mit der richtigen Strategie und einem Partner an der Hand zum Erfolg.
On premises Lösungen erfordern hohen Zeit- und Ressourcenaufwand, denn die entsprechende Architektur muss nicht nur geplant werden, sondern auch installiert und entsprechend gepflegt werden. Auf den ersten Blick scheint hier der Weg in die Cloud ein einfacher zu sein, denn aus hunderten von Komponenten lassen sich vergleichsweise schnell individuelle Architekturen zusammenstellen und bei Bedarf skalieren.
Zum Beispiel in Microsoft Azure, für die sich Unternehmen oft entscheiden, wenn es darum geht, zentrale SAP-Systeme in die Public Cloud zu bringen, da die beiden Unternehmen eine lange bestehende Partnerschaft und gemeinsame Roadmaps verbindet.
Bei einer solchen 1:1 Übertragung lauert jedoch die erste Falle, denn damit lassen Unternehmen die größten Potenziale, die die Cloud bietet, ungenutzt und können sogar mit höheren Endkosten konfrontiert werden. Um das zu vermeiden empfehlen Cloud-Experten von Datagroup vor allem anderen eine intensive Analyse des bestehenden Systems: Welche Aspekte funktionieren bisher gut und wo und vor allem was möchte man verbessern? Steht bei einem System zum Beispiel Skalierbarkeit im Vordergrund, um saisonale Lastspitzen abzufangen, ist bei einem anderen vielleicht eher die Kostenreduktion der entscheidende Faktor oder die Verfügbarkeit im Ausland.
Auf Basis einer solchen Analyse lässt sich die Cloud-Strategie ableiten, die zum eigenen Unternehmen und dessen Zielen passt. Das kann von reinen cloud-only Modellen bis hin zu hybriden Konstellationen reichen, bei denen einzelne Systeme on Premises oder bei einem IT-Dienstleister verbleiben, während andere in die Public Cloud migriert werden.
Führt man eine solche Analyse und Zielsetzung nicht durch, hat man ein ähnliches Problem, wie bei einem privaten Umzug. Stellt man dort das gesamte Mobiliar 1:1 in die neue Wohnung mag vielleicht alles reinpassen, doch die Möglichkeiten der neuen Wohnung bleiben ungenutzt.
Zum Beispiel pay-per-use-Modelle in der Public Cloud. Führen Unternehmen auf Basis eines solchen Modells einfach bestehende Strukturen weiter, sinken die Kosten nicht, sie können sogar steigen. Mit einer umfassenden Analyse kann man jedoch sehen, welche Systeme statisch sind und tatsächlich 24x7 an 365 Tagen im Jahr benötigt werden und welche nicht. Hierfür ist es nötig, nicht nur die Architektur anzupassen, sondern auch das eigene Mindset. Denn wenn Unternehmen bereit sind, Systeme, die nur werktags benötigt werden, zum Beispiel HR-Systeme wie SAP HCM, auch wirklich nur werktags zu betreiben, kann man bedeutend von dem Cloud-Kostenmodell profitieren.
Kontinuierliche Verbesserung
Der Idealfall, dass jedes System nur so lange und nur mit den Ressourcen läuft, die es tatsächlich benötigt, erfordert viel Arbeit, Analyse und kontinuierliche Anpassung. Experten schätzen, dass oft Komponenten beauftragt und bezahlt werden, die dann nicht oder nicht ausreichend genutzt werden, oft aus der Befürchtung heraus, in hypothetischen oder selten vorkommenden Ausnahmefällen ansonsten nicht genug Ressourcen zur Verfügung zu haben.
Bei klassischen on Premises Lösungen kann das Sinn machen, doch Cloud-Umgebungen sind viel flexibler und lassen sich in solchen Fällen punktuell skalieren. Deshalb ist es wichtig, die Auslastung der eigenen Systeme in der Cloud kontinuierlich zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Das erfordert neben Expertise auch die Bereitschaft, Systeme zum Beispiel nachts oder am Wochenende nicht mehr zur Verfügung zu stellen, wenn zum Beispiel nur ein sehr kleiner Anteil an Mitarbeitern sie zu diesen Zeiten nutzt. Auch hier sind Unternehmen nicht auf lange Zeit festgeschrieben: Ändern sich die Gegebenheiten, zum Beispiel durch die Eröffnung eines neuen Büros in einer anderen Zeitzone, lässt es sich in der Cloud schnell entsprechend anpassen und die Zeiten wieder erweitern.
Unternehmen können hierbei von der Expertise von spezialisierten IT-Dienstleistern wie Datagroup profitieren. In hybriden Systemen steigt der Monitoring-Aufwand zusätzlich. Für ein möglichst reibungslos funktionierendes Hybridsystem braucht es den übergreifenden Blick über die einzelnen Komponenten und vor allem deren Zusammenspiel. Dieser Arbeitsaufwand lohnt sich, denn dann haben Unternehmen immer die zu der jeweiligen Zeit richtige Komponentenmischung und Ressourcenauslastung.
Lothar Leonhard, Product Manager SAP on Azure bei der DATAGROUP SE
(Bild: Klaus J.A. Mellenthin 2019 / Datagroup)
Fazit
Von der Cloud profitieren vor allem die Unternehmen, die das Projekt mit der richtigen Strategie angehen, umfassend analysieren und bereit sind, das eigene Mindset zu ändern und sich auf die neuen Möglichkeiten einzulassen. Mit Hilfe spezialisierter IT-Dienstleister wie Datagroup können sie ihr Cloud- oder hybrides System kontinuierlich optimieren und so die Vorteile der Cloud voll abschöpfen.
Stand: 08.12.2025
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Der Autor: Lothar Leonhard, Product Manager SAP on Azure bei der DATAGROUP SE.