ISG-Quartalsbericht zur Sourcing-Industrie

Markt für As-a-Service-Sourcing in EMEA erreicht neuen Rekordwert

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Public Cloud wird immer mehr zum Treiber im Outsourcing-Markt, zu Ungunsten der klassischen IT-Fremdvergabe an Dienstleister.
Die Public Cloud wird immer mehr zum Treiber im Outsourcing-Markt, zu Ungunsten der klassischen IT-Fremdvergabe an Dienstleister. (Bild: © kbuntu - stock.adobe.com)

So schwach, wie seit zehn Jahren nicht mehr, präsentiert sich der traditionelle Sourcing-Markt. Dagegen boomt das Vertragsvolumen für As-a-Service-Leistungen weiter und legt im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent zu.

Damit hat As-a-Service-Sourcing in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) im dritten Jahresquartal 2017 den höchsten jemals gemessenen Wert erreicht. Doch insgesamt fiel das Quartal schwach aus, da zugleich das traditionelle Sourcing einbrach. Dies zeigen die Ergebnisse des aktuellen EMEA ISG Index, der von dem Marktforschungs- und Beratungshaus Information Services Group (ISG) herausgegeben wird.

Der vierteljährliche Bericht erfasst Outsourcing-Abschlüsse der Privatwirtschaft mit einem jährlichen Vertragsvolumen (Annual Contract Value, ACV) von mindestens vier Millionen Euro. Die neue Ausgabe der Studie zeigt, dass As-a-Service weiter zulegt – und zwar um eindrucksvolle 48 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahrs. Er beläuft sich nun insgesamt auf eine Milliarde Euro. Getrieben wird die Entwicklung von jenen Unternehmen, die mithilfe von Cloud- und digitalisierten Lösungen ihre betriebliche Effizienz verbessern und neue Wachstumsfelder erschließen wollen.

Dieser Boom federt den deutlichen Einbruch beim traditionellen Sourcing ab, das um 43 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro geschrumpft ist und damit den niedrigsten Wert seit zehn Jahren verzeichnet. Der Einbruch beim traditionellen Sourcing, das in EMEA stärker ausgeprägt ist als in anderen Regionen, führte dazu, dass das gesamte ACV um 23 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurückging. Zum Teil ist dies auch die Folge fehlender Großverträge im abgelaufenen Quartal.

Globale und regionale Ergebnisse

Im Vergleich dazu gestaltet sich die Lage weltweit äußerst positiv: Das globale ACV stieg im dritten Quartal auf 8,5 Milliarden Euro an, was einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. As-a-Service-Sourcing wies erneut ein rasantes Wachstum aus und erreichte ein Rekordhoch von 3,7 Milliarden Euro im abgelaufenen Quartal. Weltweit betrachtet wuchs auch das traditionelle Sourcing leicht, indem es im Jahresvergleich um zwei Prozentpunkte zulegte.

XaaS boomt, während der traditionelle Outsourcing-Markt in EMEA Federn lässt.
XaaS boomt, während der traditionelle Outsourcing-Markt in EMEA Federn lässt. (Bild: ISG)

Das Bild in EMEA sieht besser aus, wenn man alle drei Quartale von 2017 gemeinsam betrachtet. Während der ersten neun Monate des laufenden Jahres belief sich das gesamte ACV auf neun Milliarden Euro, was einem Plus von drei Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Grund ist ein starkes erstes Quartal sowie das As-a-Service-Sourcing, das in den ersten drei Jahresquartalen einen ACV von 2,7 Milliarden Euro aufweist und damit 51 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Der Markt in DACH hatte ein schwaches drittes Quartal, da die Wahlen in Deutschland Kaufentscheidungen verzögerten. Das ACV des bisherigen Jahres ging um 25 Prozent zurück – dies allerdings im Vergleich zum Rekordjahr 2016. Das ACV von 1,7 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten dieses Jahres sind immer noch das drittbeste Ergebnis der letzten zehn Jahre.

Ergebnisse nach Branchen

Mit Blick auf die Branchen zeigen die Ergebnisse der ersten drei Quartale dieses Jahres ein gemischtes Bild. Die Finanzindustrie verzeichnete sowohl beim traditionellen als auch beim As-a-Service-Sourcing starke Zuwächse. Seit Anfang dieses Jahres hat die Finanzbranche in EMEA mehr als zwei Milliarden Euro in As-a-Service-Technologien investiert. Kleinere Branchen wie die Konsumgüterindustrie oder Business Services wiesen ein zweistelliges Wachstum sowohl beim traditionellen als auch beim As-a-Service-Sourcing auf. Demgegenüber kamen die Fertigungsindustrie und die Telekommunikationsbranche aus dem Tritt.

Friedrich Löer, ISG Information Services Group Germany.
Friedrich Löer, ISG Information Services Group Germany. (Bild: ISG)

Friedrich Löer, Partner bei ISG Germany, bewertet die Entwicklung positiv: „Obwohl das dritte Quartal enttäuschte, ist der Markt in EMEA auf das gesamte Jahr betrachtet etwas gewachsen.“ Zwar hätten die Rekordwerte bei den As-a-Service-Verträgen den Rückgang beim traditionellen Sourcing nicht ganz wettmachen können. Und makroökonomische Ereignisse in EMEA, wie die jüngsten Wahlen in Deutschland oder die anhaltende Unsicherheit mit Blick auf den Brexit, verzögerten Investitionsentscheidungen zurzeit. „So oder so werden aber die Ausgaben für As-a-Service im kommenden Jahr weiter deutlich zunehmen. Denn die Notwendigkeit, agile Lösungen zu finden, um die Produktivität in den Unternehmen zu steigern und Kosten zu senken, stellt sich unverändert“, sagt Löer. Die Analysten erwarten für das kommende Jahr weltweit ein Plus von 20 Prozent im As-a-Service-Geschäft, während der traditionelle Sourcing-Markt nur um etwa 2,5 Prozent wachsen soll.

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