Suchen

Mobile Device Management in Zeiten von BYOD

Managed Mobility: Das große Mobilitätschaos vermeiden

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

MDM ist mehr als ein formaler Akt

Das gebetsmühlenartig vorgetragene Zauberwort der Hersteller lautet deshalb: Mobile Device Management (MDM). Damit ließen sich, so jedenfalls argumentiert IT-Dienstleister Kaseya, für alle Mobilgeräte Regeln festlegen und durchsetzen, so dass der Nutzer die Kennwörter erst noch einzusetzen habe. Also eine Art von Sicherheitsgürtel vor jeder Anwendung. „Der User darf ohne Freigabe durch die IT-Abteilung keine Anwendungen aus App-Stores installieren oder nur bestimmte Browser verwenden“, empfiehlt Pongratz.

Nicht nur könne das Unternehmen mithilfe einer klar formulierten MDM-Strategie die Anwendungen verlässlich verwalten und an bestimmte Nutzergruppen verteilen. „Mobile Device Management erhöht zudem die Sicherheit, etwa weil sich gestohlene Geräte sperren oder aus der Ferne löschen lassen, Daten verschlüsselt werden können und sich Zertifikate zur Authentifizierung einsetzen lassen“, fasst der Experte zusammen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Technik und Betriebswirtschaft in Einklang bringen

Um indes den betriebswirtschaftlichen Nutzen bei der Einführung von mobilen Lösungen zu eruieren, rückt Martin Kellermann, Teamleiter Managed Mobility and Platforms bei der Unternehmensberatung Capgemini, drei weitere Elemente in den Mittelpunkt: Erstens sollten Unternehmen den Mehrweit einer mobilen Lösung jenseits von Marketing-Apps oder Gimmicks bestimmen, vor allem mit dem Ziel, bestehende Geschäftsprozesse zu optimieren oder neue Geschäftsmodelle zu erschließen.

Die unmittelbar an den Innovationsgrad neuer Werkzeuge anknüpfende Fragestellung laute außerdem: Was können mobile Prozesse besser als stationäre? Und drittens: Jedes wasserdichte Konzept sollte die effiziente und sichere Verwaltung aller damit verbundenen Applikationen einschließlich der passenden Anwendungen und maß geschneiderten Zugriffsrechte ermöglichen. In der Praxis sind all diese beschriebenen Elemente keineswegs ein Selbstläufer.

Umso mehr rückt deshalb aus Sicht der Anwender eine realistische Kosten-Nutzen-Betrachtung in den Fokus. Beispiel: SAP CRM Lösungen. Dazu hat das Beratungsunternehmen Neo Business Partner GmbH einen so genannten „ROI-TCO-Kalkulator“ entwickelt. Damit seien Unternehmen auch beim Schwenk zu SAP Mobile in der Lage, eine plausible Wirtschaftlichkeitsbetrachtung anhand von weichen Faktoren in Vertrieb und Service erfolgreich zu bewerkstelligen.

Der Haken: Dazu sind zunächst die geschäftlichen Ziele vom jeweiligen Unternehmen einschließlich der „weichen“ Faktoren möglichst exakt zu spezifizieren und anhand von sinnvollen Metriken zu operationalisieren. Man könne die mobilen Herausforderungen an das Unternehmen zwar ausschließlich mit Produkten der SAP lösen, bestätigt Martin Kellermann von Capgemini: „In den meisten Fällen empfiehlt sich allerdings eine genaue Betrachtung, um sicherzustellen, dass man sich tatsächlich für die beste Lösung entschieden hat.“

Hier sollte das Unternehmen also mit spitzem Bleistift von Anfang bis zum Ende der Lebenszykluskosten rechnen, um der etwaigen drastischen Reduzierung von Anschaffungskosten für mobile Geräte auch die nach gelagerten Kosten für Betreuung, Wartung und gegebenenfalls aufwändige Sicherung, Löschung und Datenbereinigung gegenüber zu stellen.

Ergänzendes zum Thema
Empfohlene Vorgehensweise für Mobile Device Management

Matrix42, Anbieter von Workplace Management Lösungen nennt folgende Punkte, die beim Mobile Device Management berücksichtigt werden sollten:

  • Definition eines „End-User Computing Teams“
  • Anwender Verhalten / Anforderungen analysieren
  • Gerätekonzept festlegen (BYOD, Heterogen, Standards)
  • Automatisierungstools auswählen – On-Premise/ SaaS (Virtual, Mobile, Physical)
  • Integration in Business Prozesse definieren
  • Self-Service etablieren

Weitere Informationen sind bei Matrix42 im Internet zu finden.

In der Praxis lässt sich jedoch auch dieser konzeptionelle Spagat auflösen, sofern die Spezialisten die sensiblen Schnittstellen früh genug adressieren, wie sich am Beispiel der in die mobile Welt eingebundenen E-Mail veranschaulichen lässt. Als häufig auftretende Problembereiche betrachtet Michael Groß, Area Sales Director bei Unisys, dabei die fehlende Verschlüsselung und andere Limitierungen von integrierten Email-Apps.

Häufig sei auch die Strategie hinsichtlich der genutzten Endgeräte ungenügend. Sein Ratschlag: „Es muss eine große Variationsbreite an Geräten unterstützt werden. Aus Sicht des Mobile Device Management gilt insbesondere: Android ist nicht gleich Android. Die Unterschiede zwischen den Versionen und den Anpassungen der Hersteller sind erheblich. Sichere Datenhaltung auf mobilen Endgeräten und Compliance sind in den Vordergrund gerückt“, empfiehlt Groß.

(ID:35882100)