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Interview mit Matthias Wessner, Principal Architect bei Login Consultants Lösungsansätze für eine erfolgreiche Migration auf Windows 7

| Redakteur: Florian Karlstetter

In vielen Unternehmen steht derzeit das Thema Migration auf Windows 7 ganz oben auf der Agenda. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: ein zeitgemäßes Betriebssystem, Auslaufen des Supports für Windows XP, Virtualisierungsaspekte, zukunftssichere Applikationsentwicklung, um nur einige zu nennen.

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Matthias Wessner, Principal Architect bei Login Consultants im Gespräch mit CloudComputing-Insider.
Matthias Wessner, Principal Architect bei Login Consultants im Gespräch mit CloudComputing-Insider.
( Archiv: Vogel Business Media )

Um ein solches Vorhaben unternehmensweit erfolgreich auszurollen, bedarf es bereits im Vorfeld einiger grundlegender Überlegungen. Besonderes Augenmerk sollte man auf Themen wie Anwendungskompatibilität, Profile-Management, Virtualisierung und die richtige Wahl der Lizenzart legen.

In dem CloudComputing-Insider-Seminar „Windows 7 – erfolgreiche Migration in der Praxis“ erläutert Referent Michael Wessner die wichtigsten Aspekte, die bei der Umstellung auf das aktuelle Microsoft-Betriebssystem zu beachten sind. Dazu hat die Redaktion von CloudComputing-Insider den Experten im Vorfeld zum Thema befragt.

CloudComputing-Insider: Warum sollten Ihrer Meinung nach Unternehmen mit der Migration auf Windows 7 nicht länger warten?

Matthias Wessner: Abgesehen davon, dass Windows 7 eine höhere Sicherheit bietet und leichter zu verwalten ist, steht Windows XP vor dem Aus. Eine OS Migration kann dabei leicht bis zu einem Jahr dauern. Fängt man hier zu spät an, kann es sein, dass man in richtige Probleme läuft und das Projekt nicht mehr im geplanten Zeitraum durchführen kann und somit auf einer nicht supporteten Plattform arbeiten muss.

Wo liegen mögliche Stolpersteine, die vor einer Umstellung unbedingt abgeklärt werden sollten?

Anwendungen, Anwendungen und noch mal Anwendungen. Das Betriebssystem selbst zu verteilen ist kein Problem. Aufgrund der geänderten Architektur kann es aber sein, dass Anwendungen nicht mehr lauffähig sind und angepasst oder sogar abgelöst werden müssen. Hier entsteht in der Regel der höchste Aufwand bei der Migration.

Wie lässt sich sicherstellen, dass aktuell im Einsatz befindliche Applikationen auch auf Windows 7 zuverlässig laufen ohne die gesamte Applikationslandschaft modernisieren zu müssen?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel Shims oder Anwendungsvirtualisierung, die einem dabei helfen können, nicht kompatible Anwendungen trotzdem lauffähig zu machen.

Was ist beim Thema Profile-Management zu beachten?

Grundsätzlich sind die Benutzerprofile zwischen Windows XP und Windows 7 nicht mehr kompatibel. Damit bekommt der Anwender eine unkonfigurierte Umgebung, wenn man keine Gegenmaßnahmen ergreift.

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Welche Vorteile bietet Windows 7 im Zusammenhang mit Virtualisierungstechniken?

Grundsätzlich kann man beide Betriebssysteme, also Windows XP und auch Windows 7 virtualisieren. Windows 7 wird aber häufig im Rahmen der Migration virtualisiert, um leicht Testmaschinen bereit stellen zu können. In virtualisierten Desktop Umgebungen kommt es insbesondere auf die IOPS an, die erzeugt werden. Messungen haben ergeben, dass Windows 7 zwar beim Start und der ersten Anmeldung mehr IOPS erzeugt als Windows XP, dass sich aber im Laufe des normalen Arbeitstages, dieses Verhältnis zu Gunsten von Windows 7 verschiebt und damit besser in einer VDI Umgebung eingesetzt werden kann.

Welche Lizenzmodelle gibt es, für wen eignet sich welches Modell?

Für Windows 7 gibt es verschiedene Versionen mit verschiedenen Features. Im Business Umfeld ist es meist die Professional Version. Die Frage die sich dann meist stellt, ob man eine Software Assurance für diese Lizenz erwirbt, womit es zu einer Enterprise Lizenz wird und man dadurch zusätzliche Funktionen erhält.

Vor dem Hintergrund, dass in Kürze IP v4-Adressen ausgehen; welche Vorteile bringt Windows 7 im Zusammenhang mit dem kommenden Internetstandard IP v6?

Windows XP bietet von Haus aus zwar kein IPv6 aber man kann dies mit einem separaten Paket nachinstallieren, so dass das Thema IPv6 nicht unbedingt ein Argument für die Migration darstellt.

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