Experton Group über den Umgang mit Social-Media-Profilen und E-Mail-Konten im Todesfall Lassen sich Social-Networking-Profile von Verstorbenen löschen?

Autor / Redakteur: Dr. Hellmuth Broda / Florian Karlstetter

Was geschieht eigentlich mit Social-Networking-Profilen im Todesfall? Dieser Frage ist Dr. Hellmuth Broda, Analyst und Executive Advisor bei der Experton Group nachgegangen - mit teils erschreckenden, wenn auch nicht sonderlich überraschenden Erkenntnissen.

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Dr. Hellmuth Broda ist Executive Advisor bei der Experton Group.
Dr. Hellmuth Broda ist Executive Advisor bei der Experton Group.
( Archiv: Vogel Business Media )

Es gibt keine allgemein anerkannten Vorgehensweisen für den Umgang mit Social-Media-Profilen, E-Mail-Konten etc. im Todesfall. Für das Löschen eines Kontos oder das Einrichten einer digitalen „Gedenkstätte“ sollte es eine (für Verwandte und Freunde) leicht nachzuvollziehende Abfolge von einfachen, sicheren Schritten geben.

Dr. Broda: Mir war natürlich klar, dass ich nicht der Erste war, der auf dieses Problem gestoßen war, und so habe ich mich auf die Suche nach weiteren Informationen gemacht. Es gibt eine ganze Reihe von virtuellen „Friedhöfen“ bzw. „Memorial Sites“, wo man eine Todesanzeige oder einen Nachruf einstellen kann (u.a. Süddeutsche Zeitung, strassederbesten.de, inFrieden.de, ememorial.de; stayalive.com etc.); das oben genannte Problem ist damit aber nicht gelöst. Inzwischen wurde darüber auch einiges geschrieben.

Nachfolgend einige Zitate aus entsprechenden Artikeln (Quellen: Focus, Frankfurter Rundschau, magnus.de, inphonetwork, arstechnica, Bild.de, Berliner Gazette):

“Jedes Jahr sterben Millionen Nutzer von sozialen Netzen wie Facebook, Twitter, Flickr oder WordPress – was passiert mit deren Konten? Leider gar nichts. Die meisten Eltern schaffen es gerade mal so, ihre eigenen E-Mails abzurufen. Mit dem Verwalten eines Accounts mit allen möglichen Blogs und Foren sind sie überfordert.“

“Für Social Networking Sites und erst recht für die virtuellen Freunde und die Verwandten ist das ein zunehmendes Problem. Manche Sites, beispielsweise LinkedIn, verfügen über eine automatische Erinnerungsfunktion, die unter Umständen automatisch vom Konto eines verstorbenen Freundes oder Verwandten versandt wird, mit der Bitte, doch wieder einmal Verbindung aufzunehmen. Es kann auch passieren, dass das Konto eines Verstorbenen automatisch von einer Social Networking Site gelöscht wird; auch das kann für Freunde und Verwandte unangenehm sein.“

“Letztes Jahr gab Twitter eine aktualisierte Regelung bekannt, gemäß der Verwandte solche Konten löschen oder archivieren können, wenn sie einen Nachweis für den Tod des Kontoinhabers vorlegen und ihre direkte Verwandtschaft bestätigen können.“

“Wenn man dafür sorgt, dass die Social Networking Accounts archiviert bzw. gelöscht werden, verhindert man, dass die Freunde und die Familie des Verstorbenen digital in schmerzlicher Weise immer wieder an den Tod des Freundes/Verwandten erinnert werden.“

weiter mit: Erläuterungen zum Vorgehen hinsichtlich Facebook, Bloggern, Gmail, Buzz und anderen Services:

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