Mehr App-Kreativität und Nutzerfreundlichkeit Läuten Low-Code-No-Code-Anwendungen eine Revolution ein?

Ein Gastbeitrag von Srinivas Kamadi*

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Jedes Unternehmen ist ein Technologieunternehmen. Mittlerweile haben die meisten Organisationen erkannt, dass sie mithilfe von Technologie den Wandel vorantreiben und sich zukunftssicher aufstellen können. Um dem Wettbewerb voraus zu sein, konzentrieren Firmen sich vermehrt darauf, Daten zu entdecken und zu verstehen.

Kundenorientierte Apps, die mit Low-Code-No-Code entwickelt wurden, ermöglichen ein Umsatzwachstum.
Kundenorientierte Apps, die mit Low-Code-No-Code entwickelt wurden, ermöglichen ein Umsatzwachstum.
(Bild: fotogestoeber - stock.adobe.com )

Dies ist jedoch leichter gesagt als getan: In den meisten Unternehmen befinden sich die Daten an verschiedenen Orten. Doch, obwohl die Daten auf Endgeräte übertragen werden, ist es für Anwender mit Aufwand verbunden, darauf zuzugreifen – wodurch sie nicht in der Lage sind, ihre tatsächliche Arbeit effizient und effektiv zu erledigen.

Hier kommt Low-Code-No-Code (LCNC) ins Spiel. Die Entwicklungsansätze ermöglichen es Firmen, mit schneller Innovation Schritt zu halten. Darüber hinaus entwickeln sich Low-Code- und No-Code-Technologien immer mehr zur neuen Art der Anwendungsentwicklung.

Im Jahr 2021 ergab eine weltweite Umfrage von Statista: 33 Prozent der befragten Unternehmen setzen Low-Code für die Datenmodellierung und -visualisierung ein. Laut einer Studie von Gartner werden bis 2025 mindestens 70 Prozent der neuen Anwendungen Low-Code- oder No-Code-Technologien verwenden – 2020 lag der Anteil noch bei 25 Prozent.

Was sind Low-Code-/No-Code-Technologien?

Low-Code-/No-Code-Entwicklungstechnologien sind visuelle Softwareentwicklungs­umgebungen. Diese ermöglichen es Entwicklern, Anwendungskomponenten per Drag-and-Drop zu verschieben und zu vernetzen sowie und mobile oder Webanwendungen zu erstellen.

Low-Code-/No-Code-Plattformen sind Technologien, die das Programmieren demokratisiert haben – ähnlich wie Smartphone-Kameras die Erstellung von Content. Matt Calkins, Gründer und CEO von Appian – dem Unternehmen, das die Idee des Low-Code vor mehr als 15 Jahren hatte – dazu: „Es ist eine sehr menschliche Art, mit einem Computer zu kommunizieren. Indem wir mit einer Maschine in menschlicher statt in maschineller Sprache kommunizieren, geben wir den Menschen die Freiheit, weniger Fehler zu machen, schnell zu arbeiten und später Änderungen vorzunehmen.“ Einfach gesagt: LCNC fördert Agilität.

Low-Code-/No-Code-Technologien nehmen Fahrt auf

2020 markierte eine Art Wendepunkt: Unternehmen mussten lernen, wie wichtig es ist, agil zu sein. LCNC-Technologie zeichnet sich besonders durch ihre Einfachheit aus und unterstützt Firmen dabei, Markteinführungszeiten signifikant zu verkürzen. Laut einer weltweiten Studie von Statista aus dem Jahr 2021, ermöglichen kundenorientierte Apps, die mit Low-Code entwickelt wurden, ein Umsatzwachstum. LCNC hat sich somit zu einer der bevorzugten Technologien unter Technologieorganisationen entwickelt.

Software wird immer gefragt sein, allerdings gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Programmierern. Low-Code-/No-Code-Plattformen können hier Abhilfe schaffen, denn sie steigern die Effizienz der Programmierer. Eine Studie von HFS und Infosys belegt, dass Low-Code-/No-Code-Plattformen nicht nur die digitale Transformation beschleunigen, sondern auch dazu beitragen, Qualifikationslücken und -defizite zu reduzieren. Dank der Demokratisierung der Programmierung sind auch Nicht-IT-Fachleute in der Lage, mithilfe von LCNC-Plattformen Problemlösungs­kompetenzen zu entwickeln.

Werden LCNC-Plattformen zum Jobkiller?

Anstatt ihnen Arbeit wegzunehmen, entlastet LCNC professionelle Entwickler von banalen Programmier­tätigkeiten. Darüber hinaus schafft LCNC neue Arbeitsplätze. Das Weltwirtschaftsforum erwartet, dass durch die Verbindung von Algorithmen, Maschinen und Menschen weltweit 133 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen werden. Einerseits steigt dadurch die Nachfrage nach Jobs, die technische Fähigkeiten erfordern, etwa App-Entwicklung oder Programmierung. Andererseits sind auch Tätigkeiten, die menschliche Fähigkeiten wie Problemlösung oder kreatives Denken erfordern, vermehrt gefragt.

Aufgrund ihrer Einfachheit und Flexibilität können LCNC-Lösungen die IT-Komplexität erhöhen, sofern sie nicht effektiv verwaltet werden. Daher sind eine ordnungsgemäße Governance-Struktur sowie eine angemessene Security-Übersicht und Dokumentation von entscheidender Bedeutung. Richtig eingesetzt, verfügen Low-Code-Lösungen über das Potenzial, schnell herausragende Lösungen für die komplexesten Herausforderungen bieten – im Gegensatz zu oftmals langwierigen Projekten im Rahmen der digitalen Transformation.

Daher ist es nicht überraschend, dass die Investitionen in Low-Code-Entwicklungsplattformen laut derselben Studie voraussichtlich um das 2,5-fache steigen – von heute weniger als zehn Prozent auf fast 25 Prozent der Softwarebudgets.

Bewährte Verfahren für Unternehmen

Im ersten Schritt müssen Organisationen anerkennen, dass LCNC-Technologien auf dem Vormarsch sind. Sobald ein Unternehmen bereit ist, diese Technologien zu nutzen, besteht der nächste Schritt darin, Bereiche für die Einführung von LCNC zu identifizieren.

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Dann folgt die Schulung. LCNC-Tools erfordern eine Einrichtung und Feinabstimmung. Low-Code oder No-Code bedeutet nicht, dass tatsächlich „keine Programmierung“ erforderlich ist. Aus diesem Grund sind Schulungen für die Akzeptanz unerlässlich, damit Mitarbeiter die Technologien nutzen.

IT-Servicepartner spielen eine entscheidende Rolle dabei, Unternehmen bei der Einführung dieser neuen Arbeitsweise zu unterstützen. Die gemeinsame Entwicklung ist für die Einführung einer sogenannten „Digital First“-Strategie entscheidend. Die Studie von HFS und Infosys belegt: 73 Prozent der Firmen erwarten, dass der IT-Servicepartner eine zentrale Rolle bei der Adressierung der Veränderungen spielt, die für die Neugestaltung des Software­entwicklungs­prozesses erforderlich sind.

Die Studie zeigt zudem, dass mindestens 60 Prozent der Unternehmen Servicepartner suchen, die sie mit technischer und fachlicher Erfahrung bei diesen Lösungen unterstützen. 82 Prozent erwarten von Partnern, dass sie Geschäftsberatungskompetenzen mitbringen, um die Implementierung der Lösungen über das Technologieteam hinaus zu schärfen.

Srinivas Kamadi, Infosys Technologies.
Srinivas Kamadi, Infosys Technologies.
(Bild: Infosys )

Letztendlich bedeutet die Forderung der Unternehmen nach einer schnelleren Umsetzung durch die Technologieteams auch: CTOs sollten Geschäfts- und Technologie­partner suchen, um die gemeinsame Innovation zu beschleunigen, während sie gleichzeitig Rückstände abarbeiten und eine wachsende Anzahl von Systemen unterstützen.

* Der Autor Srinivas Kamadi ist Senior Vice President and Global Head of Enterprise Application Integration and Services bei Infosys.

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